66.000 Kinder werden während des dreitägigen UN-Gipfels sterben
ID: 260802
Save the Children fordert Staatschefs auf, das sinnlose Sterben zu stoppen
Beim Millenniumsgipfel vor genau 10 Jahren hatten Staats- und Regierungschefs sich unter anderem verpflichtet, bis zum Jahr 2015 15 Millionen Kinderleben zu retten. "Der dreitägige Gipfel, an dem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Guido Westerwelle teilnehmen, ist die letzte Chance, diese im Jahr 2000 gemachten Versprechen zu erfüllen", so Kathrin Wieland.
Obwohl es seitdem Fortschritte und Erfolgsmeldungen zum Beispiel bei der Bekämpfung von Armut und Hunger zu vermelden gibt - die Zahl der Hungernden sank zwischen 2001 und 2009 um 100 Millionen Menschen - bleiben Kinder- und Müttersterblichkeit weiterhin hoch. Noch immer sterben jedes Jahr mehr als 8 Millionen Kinder vor ihrem fünften Lebensjahr. Geschätzte 358.000 Frauen überleben Schwangerschaft oder Geburt nicht.
Save the Children hat in einer aktuellen Studie "Eine faire Chance zu Überleben" (A fair chance at life) die Gründe für Kindersterblichkeit in 68 Fokus-Ländern untersucht. Das Ergebnis:
Nur 19 Länder werden es bis 2015 schaffen, die Kindersterblichkeit um zwei Drittel zu senken. 33 Länder machen kaum oder gar keine Fortschritte. Im Tschad, Kongo und in Simbabwe ist die Kindersterblichkeitsrate sogar gestiegen.
Das Hauptproblem ist, dass in vielen Ländern immer nur einige wenige Kinder einen besseren Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und ausreichender Ernährung haben. Zu den Verlierern gehören Mädchen, Kinder, die in abgelegenen Regionen auf dem Land oder in Slums aufwachsen, Kinder, die in Krisenregionen leben oder zu ethnischen Minderheiten gehören.
Beispiel Indien: Während die Wirtschaft rasant wächst, sind die Chancen zu überleben für Kinder aus den reichen Bevölkerungsgruppen dreimal so hoch wie für Kinder aus den ärmsten Schichten.
"Wir können die Millenniumsziele noch immer erreichen. Wir wissen, was zu tun ist. Die 22.000 Kinder, die heute, am ersten Tag des Gipfels sterben werden, könnten überleben. Wir alle sind gefordert etwas dafür zu tun", so Kathrin Wieland.
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Datum: 20.09.2010 - 17:31 Uhr
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