Die Deutschen werden immer dümmer – Und glücklich sind sie auch nicht mehr

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Bonn/Neuss – Die Deutschen werden immer dümmer. Man kann es auch etwas akademischer formulieren: „Anders als im übrigen Westeuropa nimmt seit geraumer Zeit in Deutschland die formale Qualifikation der Erwerbsbevölkerung nicht mehr zu“, schreibt Martin Schulte in IWG-Aktuell, den Informationen aus dem Institut für Wirtschaft und Gesellschaft Bonn http://www.iwg-bonn.de unter anderem auf Basis von OECD-Quellen.



(firmenpresse) - Bonn/Neuss – Die Deutschen werden immer dümmer. Man kann es auch etwas akademischer formulieren: „Anders als im übrigen Westeuropa nimmt seit geraumer Zeit in Deutschland die formale Qualifikation der Erwerbsbevölkerung nicht mehr zu“, schreibt Martin Schulte in IWG-Aktuell, den Informationen aus dem Institut für Wirtschaft und Gesellschaft Bonn http://www.iwg-bonn.de unter anderem auf Basis von OECD-Quellen. Von den 25- bis 34-Jährigen hätten hier zu Lande 85 Prozent mindestens Abitur oder eine berufliche Ausbildung (Sekundarstufe II). Das sei nur ein Prozentpunkt mehr als bei den 45- bis 54-Jährigen. „In allen anderen westeuropäischen Ländern erzielen dagegen jüngere Jahrgänge deutlich höhere Bildungsabschlüsse als ältere. Viele junge Europäer haben mittlerweile sogar ein höheres Qualifikationsniveau erreicht als junge Deutsche. Während die 45- bis 54-jährigen Deutschen noch das zweithöchste Qualifikationsniveau in Westeuropa haben, belegen die 25- bis 34-jährigen hinter Norwegern, Schweden, Finnen, Schweizern, Österreichern und Dänen nur den siebten Platz“, so Schulte.

Besonders Besorgnis erregend für Deutschland ist laut IWG-Aktuell insbesondere ein zunehmender Rückgang bei tertiären Bildungsabschlüssen, also Meistern, Technikern und Akademikern. Deutschland sei das einzige westeuropäische Land, in dem jüngere Jahrgänge seltener einen tertiären Bildungsabschluss hätten als ältere. Der Autor warnt, dass die Bildungsstagnation beziehungsweise Dequalifikation der deutschen Erwerbsbevölkerung in krassem Widerspruch zu den steigenden Qualifikationsanforderungen der Wirtschaft stehe: „Damit droht Deutschland einen traditionellen Standortvorteil im internationalen Wettbewerb zu verlieren. Ohne eine bildungspolitische Kehrtwende sind angesichts von technischem Fortschritt und fortschreitender Globalisierung negative Folgen für Wohlstand und Arbeitsmarkt absehbar.“

Und als sei das nicht genug Tristesse, hat ein Volkswirt bei Deutsche Bank (DB) Research http://www.db-research.de jetzt auch noch herausgefunden, dass die Nation der Exportweltmeister in einer „weniger glücklichen Variante des Kapitalismus“ lebt. Die Australier seien beispielsweise sehr glücklich, aber auch die Dänen, Niederländer und Schweizer. Portugiesen, Italiener und Griechen hingegen blasen Trübsal, so der Tagesspiegel http://www.tagesspiegel.de über die Studie. Zwar seien die Einkommen und das Bildungsniveau hoch in Deutschland. Doch eine niedrigere Geburtenrate, ein regulierter Arbeitsmarkt und ein eher geringes Maß an wirtschaftlicher Freiheit mache die Bundesbürger so unglücklich. Und stört die Deutsche Bank, könnte man ergänzen.



„Allzu viel Nabelschau und Selbstkritik lähmt die Kräfte“, kommentiert Tobias Janßen, Vorstandschef der Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft Goldfish Holdings http://www.goldfish-holdings.com in Neuss. „Insbesondere bei OECD-Untersuchungen ist eine gewisse Skepsis angebracht, da solche Organisationen gern Äpfel mit Birnen vergleichen. Die Bildungssysteme in den westeuropäischen Ländern sind zu unterschiedlich, als dass man Pauschalurteile und Kopfnoten verteilen könnte. Das halte ich für nicht sehr seriös. Das heißt aber nicht, dass wir weniger wachsam sein sollten. Es zeichnet sich ja schon jetzt eine Situation ab, dass bestimmte Positionen für Fachkräfte nicht besetzt werden können. Wir haben zum Beispiel zu wenig Ingenieure, weil es Defizite in der mathematischen und naturwissenschaftlichen Ausbildung gibt. Zudem müssen wir mehr tun für die Integration von Ausländern und speziell auch Aussiedlern in den heimischen Bildungs- und Arbeitsmarkt. In dem oft so hoch gelobten Finnland stellen sich diese Probleme jedoch gar nicht, so dass Vergleiche immer schief ausfallen.“ Janßen vermisst jedoch bei einigen jungen Deutschen den Ehrgeiz und Aufstiegswillen, den die ältere Generation noch an den Tag gelegt habe: „Wir werden nicht unbedingt schlechter oder dümmer, aber die anderen holen auf. Das ist ganz natürlich und kein Grund zur Panik, sondern das sollte uns anspornen und motivieren.“
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Datum: 13.04.2007 - 13:51 Uhr
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