Deutschland auf dem Weg zur wissensbasierten Wirtschaft

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Fraunhofer IPK veröffentlicht Studie zum"Wissensstandort Deutschland": Intellektuelles Kapital in deutschen Unternehmen mittlerweile wichtiger als materielle Ressourcen



(firmenpresse) - Berlin, 17. November 2010 - Das Intellektuelle Kapital - vor allem auf Seiten der Mitarbeiter - ist in deutschen Unternehmen mittlerweile entscheidender für den Unternehmenserfolg als materielle Ressourcen, wie z.B. Materialien, Rohstoffe, Maschinen oder Anlagen. Das ergab eine Studie, die das Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IKP) und der Arbeitskreis Wissensbilanz durchgeführt haben. Der Studie zufolge ist das Humankapital mittlerweile der wichtigste Pfeiler deutscher Unternehmen. Motivierte und kompetente Mitarbeiter sowie Führungspersönlichkeiten stehen im Fokus der Unternehmen, unabhängig vom Branche, der Größe oder des Alters.

Der Wettbewerb um Fachkräfte wird zunehmen
Die Untersuchung ist Teil des Pilotprojekts "Wissensbilanz - Made in Germany" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und hat mehr als 500 Entscheider aus kleinen, mittleren und großen deutschen Unternehmen im Zeitraum von Juli bis Dezember 2009 online befragt. Die Studie verdeutlicht, dass sich Deutschland auf dem Übergang von der Industrie- zur Wissensgesellschaft befindet - was die Wirtschaft in besonderem Maße betrifft. "Gerade angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels in Deutschland ist davon auszugehen, dass sich der Wettbewerb um gutes Personal weiter ausweiten wird", so Prof. Dr.-Ing. Kai Mertins, Leiter des Bereichs Unternehmensmanagement am Fraunhofer IPK. "Dabei müssen insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen Strategien entwickeln, um sich bei der Personalbeschaffung zu behaupten." In diesem Wettbewerb scheinen inhabergeführte Unternehmen gegenüber managergeführten Unternehmen Vorteile zu haben.

Abschied von der Servicewüste Deutschland
Neben den Mitarbeitern werden auch gute Kundenbeziehungen von deutschen Unternehmen als ein sehr wichtiger Faktor auf dem Weg in die wissensbasierte Wirtschaft gesehen. Innovative Prozesse, Produkte und Dienstleistungen stehen laut der Studienergebnisse weniger im Fokus der wissensbasierten Unternehmensführung. "Das zeigt, dass sich deutsche Unternehmen einerseits vom Image der "Servicewüste Deutschland" emanzipieren wollen", so Mertins. "Offen bleibt dabei andererseits, wie die Kundenorientierung in der Praxis verbessert werden soll und welche Wettbewerbsstrategien in Unternehmen dafür verfolgt werden."



Weitere wichtige Erkenntnisse der Studie:
-Inhabergeführte Unternehmen sind bei der Entwicklung ihres intellektuellen Kapitals teilweise besser aufgestellt als managementgeführte Unternehmen - besonders auf Seiten des Human- und Strukturkapitals.
-Während Dienstleistungsunternehmen bei ihren externen Beziehungen vor allem auf Kooperationspartner setzen und die Öffentlichkeit als Bezugsgruppe im Fokus haben, sind Produktionsunternehmen stärker auf die Beziehungen zu Lieferanten angewiesen, die sie auch besser managen als die befragten Dienstleister.
-Kleine Unternehmen sind viel stärker von ihrem Humankapital, d.h. von einzelnen Mitarbeitern, abhängig. Je größer ein Unternehmen ist, umso wichtiger sind internen Strukturen und externen Beziehungen.
-Junge Unternehmen (gegründet ab 2000) sind gegenüber älteren Unternehmen im Bereich Human- und Strukturkapital besser aufgestellt. Dagegen ist die Bedeutung der materiellen Ressourcen für alte Unternehmen (gegründet bis 1970) größer als in jungen Unternehmen.


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Über die "Wissensbilanz - Made in Germany"

Die "Wissensbilanz - Made in Germany" ist ein Pilotprojekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Ziel einer Wissensbilanz ist es, das Intellektuelle Kapital eines Unternehmens greifbar zu machen. Das Intellektuelle Kapital unterteilt sich in Faktoren des Human- (z.B. Know-How eines Unternehmens), Struktur- (z.B. Organisationsprozesse) und Beziehungskapitals (z.B. Kundenbeziehung). Diese sind häufig entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens, jedoch bisher nur schwer greifbar. Aufgabe ist es daher, diese "weichen Faktoren" in mittelständischen Unternehmen sichtbar zu machen, zu bewerten und darzustellen. So können verborgene Schätze, wie brach liegendes Innovationspotenzial und ungenutzte Kompetenzen, gehoben und die Wettbewerbsfähigkeit in der wissensbasierten Wirtschaft nachhaltig gestärkt werden. Vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen ist der Wissensvorsprung oft ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Innerhalb des Projekts wurde die "Wissensbilanz-Toolbox", eine windowsgestützte Software-Anwendung, entwickelt. Das kostenlose Programm führt Anwender durch den Prozess der Wissensbilanzierung und erklärt in einem Lernprogramm die Grundlagen der Erhebung des Intellektuellen Kapitals.

Weitere Hintergrundinformationen zum Thema Wissensbilanz, dem Studie "Wissensstandort Deutschland" und der Wissensbilanz-Toolbox finden Sie unter: www.akwissensbilanz.org.




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Datum: 17.11.2010 - 12:01 Uhr
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