Demographischer Wandel – Was machen Europas Unternehmen gut, was läuft schlecht
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Für die erste Ausgabe befragte das Institut in jedem Land 500 Unternehmen aller Branchen und Größenordnungen. Zu erreichen waren zwischen 100 und 400 Punkte. Die meisten Zähler sammelten die britischen Unternehmen – sie kamen durchschnittlich auf 189 Demographie-Fitness-Punkte. „Doch das ist zum einen nicht viel, denn als einigermaßen gut für den demografischen Wandel aufgestellt gelten kann eine Firma erst, wenn sie die 300er-Marke übertrifft. Und zum anderen sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern nicht groß“, stellt das Institut der deutschen Wirtschaft fest. Am schlechtesten schnitt Frankreich mit 172 Punkten ab, die deutschen Betriebe liegen mit 181 Punkten auf dem fünften Platz. Auf den ersten Blick ein eher unrühmlicher Rang, gleichwohl sind hierzulande etwas mehr Unternehmen als anderswo gut für ein steigendes Belegschaftsalter
gewappnet: So sammelten elf Prozent der befragten Betriebe über 300 Punkte im Demographie-Index. In Großbritannien waren es lediglich vier Prozent und in Frankreich sogar nur ein Prozent.
Deutschland punktet vor allem bei den gemischten Teams aus Alt und Jung. Zwei Drittel der hiesigen Betriebe setzen auf Arbeitsteams, in denen die Erfahrung lang gedienter Mitarbeiter und das aktuelle Know-how von Berufseinsteigern kombiniert werden. Im Durchschnitt der acht Länder trifft das nur auf knapp die Hälfte der Firmen zu, und in den Niederlanden kommen altersgemischte Arbeitsgruppen nicht einmal in jedem dritten Betrieb vor. Positive Wertungen gibt es auch bei der betrieblichen Weiterbildung, die hier zu Lande in vier von fünf Unternehmen stattfindet. In Deutschland bieten 60 Prozent der Arbeitgeber regelmäßig Gesundheitschecks für die Belegschaft an. Beim Thema Ernährung endet jedoch die Sensibilität für das körperliche Kapital: Gesunde Verpflegung ist gerade in einem Drittel der Häuser zu bekommen. Auf dem Gehaltszettel zahlen sich gute Leistungen in hiesigen Unternehmen dank darauf ausgerichteter Vergütungssysteme häufig aus, so die Studie. Jenseits finanzieller Anreize könnte die individuelle Entwicklung der Mitarbeiter jedoch besser gefördert werden – beispielsweise über Mentorenprogramme: In deren Rahmen begleiten erfahrene Kollegen das berufliche Fortkommen ihrer Schützlinge mit Rat und Tat. Für hiesige Betriebe ist eine solche Karrierebetreuung eher ungewöhnlich, während sie in Großbritannien in jedem zweiten Unternehmen gang und gäbe ist.
Dass dringender Handlungsbedarf besteht, betonen Personalexperten wie Udo Nadolski, Geschäftsführer des Düsseldorfer Beratungshauses Harvey Nash http://www.harveynash.de, einem globalen Personal- und IT-Outsourcingdienstleister: „Es besteht die akute Gefahr, dass der Fachkräftemangel den Aufschwung ausbremst. Und für die Zukunft kommt der demographische Wandel hinzu. Die Unternehmen können nicht allein mit diesem Problem fertig werden, sondern brauchen staatliche Unterstützung. Diese kann darin bestehen, den Zuzug von ausländischen Fachkräften weiter zu liberalisieren und den starren Arbeitsmarkt zum Beispiel in Deutschland weiter zu entfesseln.“
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Datum: 06.07.2007 - 12:46 Uhr
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Politik & Gesellschaft
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