Hochgiftiger Krisen-Cocktail bedroht Weltwirtschaft
Dazu kommen hausgemachte Krisengefahren für Europa und den Euro durch eine unberechenbare Schuldensituation einiger europäischer Länder. Auch die bisher mühsam stabilisierte Situation einiger Banken, die in der letzten Finanzkrise sehr gelitten haben, könnte sich durch neue Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten erneut zuspitzen.
Nach erster Einschätzung durch Michael von Hochstetten, Ressortleiter für Weltwirtschaft und Finanzmärkte am Institut für Wirtschaftsforschung IWB wird die derzeitige Lage durch die Mischung der verschiedenen Einflussfaktoren brisant. "Wir haben es hier mit einem unberechenbaren Cocktail zu tun", so Michael von Hochstetten. "Weltwirtschaftliche Destabilisierungsfaktoren unterschiedlichster Prägung ergeben insgesamt einen hochgiftigen Cocktail für die Weltwirtschaft. Das könnte die weltwirtschaftliche Erholung nach der letzten Finanzkrise deutlich abbremsen."
Deshalb warnt Michael von Hochstetten davor, die aktuelle Bedrohung der japanischen Wirtschaft durch Erdbeben, Tsunami und Atomunfall isoliert zu betrachten. Der Experte des Instituts für Wirtschaftsforschung IWB führt aus: "Nach derzeitiger erster Einschätzung treffen die volkswirtschaftlichen Folgeschäden durch Erdbeben, Tsunami und atomare Unfälle zunächst primär die japanische Volkswirtschaft. Über die Verzahnung mit den Aktienmärkten könnten diese volkswirtschaftlichen Schockwellen dann aber auch die internationalen Finanzmärkte erreichen. Brisant wird es dann, wenn die schlechten Nachrichten aus Japan sich weiter verschärfen und durch zusätzliche Meldungen aus anderen Krisenregionen der Welt ein hochgiftiger Cocktail entsteht, der das Vertrauen in die Stabilität von Weltwirtschaft und internationalen Finanzmärkten vergiftet.
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Datum: 21.03.2011 - 07:31 Uhr
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