Familie ist ein gutes Geschäft für Vater Staat
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Doch auch die Situation der Singlehaushalte und der Älteren gestaltet sich prekär
Bonn/Augsburg – Singles tappen öfter in die Schuldenfalle. Laut Statistischem Bundesamt http://www.destatis.com sind Einpersonenhaushalte überproportional von Überschuldung betroffen. Rund 45 Prozent der Menschen, die eine Schuldnerberatung aufsuchen, sind Singles, obwohl der Anteil der Singlehaushalte in Deutschland lediglich 37,5 Prozent ausmacht, berichtet die Nachrichtenagentur Pressetext http://www.pressetext.de. Das Auskommen mit dem Einkommen und das Treffen finanzieller Entscheidungen sei für Singles eine besondere Herausforderung. Oft hätten sie keine geeigneten Ansprechpartner, um sich in Geldfragen auszutauschen. Außerdem seien die Lebenshaltungskosten für Einzelpersonen höher.
Doch nicht nur Singles haben offenkundig finanzielle Probleme. „Trotz einer stärkeren privaten und betrieblichen Vorsorge droht vielen Deutschen im Alter ein Leben in Armut“, schreibt die Financial Times Deutschland (FTD) http://www.ftd.de. Vor allem die Generation der heute 46- bis 50-jährigen Männer müsse sich auf deutlich niedrigere Renten einstellen. Westdeutsche Männer der Jahrgänge 1957 bis 1961 erreichten durchschnittlich nur noch 88 Prozent der Netto-Alterseinkommen der Jahrgänge 1942 bis 1946, wenn sie sich einzig auf die gesetzliche Rente verlassen.
Nach Ansicht des Publizisten Jürgen Liminski droht noch einer anderen gesellschaftlichen Gruppe die Verarmung: den Familien nämlich. In seinem neuen Buch „Die verratene Familie. Politik ohne Zukunft“, das im Augsburger Sankt Ulrich Verlag http://www.sankt-ulrich-verlag.de/index.php/buecher/titel_von_a_bis_z/d/die_verratene_familie erschienen ist, schreibt der Vater von zehn Kindern, dass die Familie hier zu Lande insbesondere vom politisch-medialen Establishment und der Großen Koalition im Stich gelassen werde. Die Politiker scheinen sich an dem deutschen Nationalökonomen Friedrich List auszurichten, der bemerkt hat: „Wer Schweine erzieht, ist ein produktives, wer Menschen erzieht ein unproduktives Mitglied der Gesellschaft“.
Familie als Armutsrisiko? Liminski zitiert den Ökonomen und Nobelpreisträger Paul A. Samuelson, der schon vor Jahrzehnten in seiner Theorie von der „Wohlstandsmöglichkeitskurve“ das Elternsein als Risiko betrachtete, ja, Kinder zu haben sei heute rein wirtschaftlich gesehen eine Fehlinvestition, „sozusagen eine verrückte Lebensform“. „Statt nun die Dinge geradezurücken, sprich den Eltern das Leben etwas zu erleichtern, handelt die Politik genau andersherum. Sie kassiert bei den Eltern ab. Die Zahlen über die Kinder, die in Armut leben und sich die Marken und elektronischen Geräte nicht leisten können, beweisen es ebenso wie die sinkenden Geburtenziffern. Niemand wird gern freiwillig arm, und deshalb sinkt auch der Kinderwunsch selbst“, so Liminski. Familie, das zeige sich bei der Erhöhung der Mehrwertssteuer und bei der Kürzung der Pendlerpauschale, sei nur ein „gutes Geschäft für Vater Staat“.
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Datum: 22.11.2007 - 16:26 Uhr
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