BMU-Gutachten bestätigt Umweltschädlichkeit des Dienstwagenprivilegs. Bundesregierung muss handeln

BMU-Gutachten bestätigt Umweltschädlichkeit des Dienstwagenprivilegs. Bundesregierung muss handeln. BUND fordert von Schäuble steuerliche Reform

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BMU-Gutachten bestätigt Umweltschädlichkeit des Dienstwagenprivilegs. Bundesregierung muss handeln. BUND fordert von Schäuble steuerliche Reform



(pressrelations) -
Berlin: Die sofortige Abschaffung der steuerlichen Privilegien bei der Anschaffung und bei der Nutzung übermotorisierter Dienst- und Firmenwagen hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) von der Bundesregierung gefordert. "Das Gutachten des Finanzwirtschaftlichen Forschungsinstituts der Universität Köln bestätigt in jeder Hinsicht unsere Kritik am Dienstwagenprivileg. Es ist ökologisch extrem schädlich, es ist unsozial und kostet die Steuerzahler Milliarden", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Die Bundesregierung müsse endlich dem Beispiel Großbritanniens folgen und die steuerliche Förderung der Anschaffung spritfressender Dienst- und Firmenwagen kippen. Das britische Beispiel habe gezeigt, dass Änderungen bei der Besteuerung von Dienst- und Firmenwagen ein sehr wirksames Instrument seien, um den Durchschnittsverbrauch neu gekaufter Pkw zu senken. Durch die Reform der Dienstwagenbesteuerung im April 2002 in Großbritannien seien die CO2-Emissionen der Dienst- und Firmenwagen von zuvor 196 Gramm CO2 auf danach 169 Gramm pro Kilometer gesunken.

Da in Deutschland mehr als die Hälfte der Pkw als Dienst- bzw. Firmenwagen gekauft werde und diese meist großen und schweren Autos innerhalb weniger Jahre als Gebrauchtwagen in den allgemeinen Kfz-Bestand übergingen, erhöhten diese den Spritverbrauch des gesamten Pkw-Verkehrs deutlich. Werde die steuerliche Absetzbarkeit der Ausgaben für Firmen- und Dienstwagen hingegen auf eine für umweltfreundlichere Pkw-Fahrten ausgerichtete Größe von 100 Gramm CO2 pro Kilometer begrenzt, führe dies auf mittlere Sicht in wenigen Jahren zu einer CO2-Minderung des Pkw-Verkehrs um etwa fünf Prozent. Außerdem könnten so etwa vier Milliarden Euro klimaschädlicher Subventionen abgebaut werden.

"Die Bundesregierung und insbesondere Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble müssen sofort handeln. Eine derart sinnlose, unsoziale und klimaschädliche Steuersubvention wie das Dienstwagenprivileg stößt auf völliges Unverständnis, wenn man sich das globale Klimaproblem und die neuen Hiobsbotschaften vom künftig meterhoch ansteigenden Meeresspiegel vor Augen führt. Wenn die Bundesregierung in der Klimafrage noch einen Rest ihrer Glaubwürdigkeit retten will, muss sie sich endlich ernsthaft mit den Herstellern der großen und schweren Luxusautos anlegen und das Dienstwagenprivileg kippen. Die Modellpolitik der deutschen Autohersteller passt schon lange nicht mehr in unsere Zeit", sagte Weiger.




Pressekontakt:
Werner Reh, BUND-Verkehrsexperte, Tel. 030-27586-435 bzw.
Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 030-27586-425/-489,
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Datum: 04.05.2011 - 15:45 Uhr
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