Die Schnittstelle zwischen Automobiltechnik und Elektronik bietet noch viel Raum für Innovationen

Die Schnittstelle zwischen Automobiltechnik und Elektronik bietet noch viel Raum für Innovationen

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Nach dem großen Erfolg der neuen Fachtagung „Automotive meets Electronics (AmE)“ im vergangenen Jahr fand die zweite AmE 2011 vom 4. bis 5. Mai erneut in Dortmund statt.



(firmenpresse) - Zahlreiche Experten waren der Einladung der VDE/VDI-Gesellschaft Mikrolektronik, Mikrosystem- und Feinwerktechnik (GMM) gefolgt, um sich über die neuesten Trends auf diesem Sektor zu informieren. Im Fokus der AmE 2011 lag die Betrachtung der kritischen Schnittstelle zwischen der aktuellen Entwicklung in der Elektronik und deren Anwendung in der Fahrzeugtechnik.

„Die AmE definiert sich als Fachkonferenz für Entwickler und Forscher auf dem Gebiet der Elektronik im Automobil“, verdeutlichte AmE 2011 Tagungsleiter Dr. Michael G. Wahl vom Institut für Mikrosystemtechnik an der Universität Siegen in seinem Vorwort zur Veranstaltung. Darüber hinaus habe sich die AmE das Ziel gesetzt, über die eigentliche Tagung hinaus die fachlichen Kontakte im deutschsprachigen Raum zu fördern. Der wissenschaftliche Nachwuchs sei aufgefordert, das Podium für die Präsentation eigener Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu nutzen.

Walter Kuffner von der Münchener BMW AG gab zu Beginn der Tagung eine Übersicht über die zurzeit verfügbaren Fahrerassistenzsysteme. Diese hätten sich in rasantem Tempo in allen Fahrzeugklassen etabliert. BMW habe beim automatisierten Fahren zwei Themenfelder identifiziert:
•Automatisiertes Fahren in lästigen Situationen und
•Sicherheit durch Vernetzung und autonome Eingriffe.

„Die Voraussetzung für automatisiertes Fahren ist die zuverlässige und robuste Erfassung des Umfelds und der Umwelt“, konkretisierte Kuffner. Da die Ansprüche an die Qualität der Erfassung mindestens der Qualität der Wahrnehmung des Menschen entspreche, könne zu Recht vom „Virtual Eye“ gesprochen werden. Dieses sei weniger ein Set von Sensoren, sondern vielmehr die intelligente Vernetzung und Fusion von vorhandener Sensorik für die Umwelterfassung heutiger Fahrerassistenzfunktionen. Prof. Dr.-Ing. Stephan Frei von der Technischen Universität Dortmund zeigte im Anschluss, dass die Simulation von solchen Systemen extrem aufwändig ist und es noch einige Arbeit erfordert, um mechanische und elektrische bzw. elektronische Systeme gemeinsam in vernünftiger Zeit zu simulieren.



Wie produziert man ohne Fehler?

In seinem Vortrag „Zero defect: Risikobewertung und -minimierun“ verdeutlichte Peter Czerner von der Dortmunder Elmos Central IT Services GmbH & Co. KG“ die immens hohen Qualitätsanforderungen an die Automobilelektronik. Diese könnten nicht mit der Konsumelektronik verglichen werden, wo die Austauschkosten defekter Geräte und die Erwartung an die Lebensdauer vergleichsweise niedrig seien. „Wenn oft 1 cm2 defektes Silizium 2 Tonnen Fahrzeug unbrauchbar oder sogar gefährlich machen kann und der Austausch- und Imageschaden um Größenordnungen den Wert des Bauteils überschreiten, dann ist die Forderung der Automobilzulieferer an die Halbleiterhersteller knapp und klar: Zero defect“, unterstrich Czerner. In der Regel werde eine Qualität verlangt, bei der sich weniger als ein defektes Teil unter einer Million Bauelemente befindet. Dabei stelle sich die Frage, wie die Anforderung zu bewerten sei, wenn man nur 10.000 Teile fertige? Hier helfe die Statistik wenig, nur sehr sorgfältiges Arbeiten und absolute Qualität.

Enkelejda Tafaj von der Tübinger Wilhelm-Schickard-Universität berichtete über ein Pilotprojekt zur Erfassung und Erkennung von Fahrerdefiziten. „Während der nächsten 25 Jahre wird in Deutschland der Anteil derjenigen Personen überproportional steigen, die älter als 65 Jahre sind“, erläuterte Tafaj. Darüber hinaus spiele die Erhaltung der individuellen Mobilität eine entscheidende Rolle bei der Partizipation am sozialen Leben.

In dem Pilotprojekt wurden die Unterschiede im Fahrverhalten zwischen älteren und jüngeren Fahrzeugführern gezielt untersucht. Dazu wurde unter anderem ein Workflow entwickelt, mit dem sich charakteristische Unterschiede im Fahrverhalten analysieren lassen. Angaben von Tafaj zufolge solle die vorgestellte Methodik ausgebaut und in größeren Studien demnächst evaluiert werden.

Dirk Balzer von der Rüsselsheimer Adam Opel AG stellte auf der AmE 2011 den Ampera vor. Dahinter verbirgt sich ein Elektroauto mit verlängerter Reichweite, das vom Ende des Jahres 2011 an in Europa angeboten werden soll. Des Weiteren berichtete er auch über die verschiedenen Konzepte vom milden Hybrid bis hin zum reinen batteriebetriebenen Fahrzeug. Dabei wurde deutlich, dass der Weg zum reinen batteriebetriebenen Fahrzeug für große Entfernungen derzeit noch nicht in Sicht ist, es aber durchaus gute Alternativen gibt.

Die Rolle digitaler Karten für künftige Sicherheitssysteme

Balzers Kollege Michael Wagner von der Adam Opel AG berichtete über ein Gemeinschaftsprojekt mit Automobilherstellern, Automobilzulieferern und Herstellern von digitalen Karten wie der Sulzbacher Navteq AG über die ADASIS-Schnittstelle zur Übertragung von digitalen Kartendaten auf Fahrzeugbussystemen und die Möglichkeiten deren Nutzung für aktive Sicherheits- und Komfortsysteme im Auto. Derzeit sind digitale Karten vor allem als vorausschauendes Medium gefragt wenn beispielsweise die Ansage vom Navigationssystem lautet: „Nach 300 Metern rechts abbiegen.“ Darüber hinaus lassen sich aus digitalen Karten aber weitaus mehr Informationen gewinnen, so zum Beispiel hinsichtlich des Kurvenverlaufs und der optimalen Geschwindigkeit. Digitale Karten liefern in der Zukunft auch Daten über Anstiege und Gefälle, um die Motorleistung zu optimieren und damit auch den Verbrauch, besonders bei Elektrofahrzeugen zu reduzieren.

Weitere Schwerpunkte der AmE 2011 waren unter anderem Bussysteme, welche zum Austausch der Informationen zwischen allen selbständigen Steuergeräten dienen. Es kristallisierte sich heraus, dass es sowohl Verbesserungspotentiale bezüglich der Architektur, als auch hinsichtlich der Leistung im Sinne des Stromverbrauchs gibt.

Dabei wurde auch die tragende Rolle der Halbleiterindustrie für die künftigen Fortschritte in der Automobilelektronik unterstrichen. So lassen sich viele Verbesserungen nur durch optimierte Steuerungen realisieren, die neue Funktionen beinhalten. Dazu gehören zum Beispiel die Optimierung der Batterielebensdauer, die Kopplung von Kartendaten mit Fahrinformationen und alles, was an Kommunikation im Auto und zwischen Autos erfolgt.
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Datum: 17.05.2011 - 15:17 Uhr
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Auto & Verkehr


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Freigabedatum: 17.05.2011

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