Deutsche Industrie stellt wieder ein - Automobilbranche bietet ein zwiespältiges Bild

Deutsche Industrie stellt wieder ein - Automobilbranche bietet ein zwiespältiges Bild

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(firmenpresse) - Bonn/Langenhagen – Eigentlich wurde sie ja schon für tot erklärt. Doch die Todesanzeigen wurden vielleicht etwas zu früh verfasst. Die deutsche Industrie stellt wieder ein. Stellen werden nicht nur im Dienstleistungssektor, dem angeblich die Zukunft gehört, sondern im klassischen verarbeitenden Gewerbe geschaffen. „Unternehmen aus allen Industriebereichen schufen neue Arbeitsplätze in Produktion, Einkauf, Vertrieb und Marketing“, schreibt der BME Berufsverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik http://www.bme.de im Rückblick auf das Jahr 2007. Nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) http://www.faz.net lag die Zahl der öffentlich angekündigten Stellenschaffungen daher abermals deutlich höher als jene der öffentlich angekündigten Stellenstreichungen. Doch beide Nachrichten kämen oft aus der gleichen Branche.

Ein Beispiel für starke Umwälzungen mit Stellenstreichungen auf der einen und Stellenaufbau auf der anderen Seite sei die Automobilindustrie. Wie im Vorjahr, so die FAZ, werde die Tabelle der größten Arbeitsplatzvernichter von einem Autokonzern angeführt. Aktuell ist das Osnabrücker Werk des angeschlagenen Autobauers Karmann http://www.karmann.de betroffen. Das Unternehmen werde im Januar 580 Stellen abbauen und dazu 500 Kündigungen aussprechen. Weitere 290 Planstellen sollen im Herbst dieses Jahres abgebaut werden, so das Manager-Magazin http://www.manager-magazin.de. Wie in solchen Fällen üblich, sollen eine Transfergesellschaft und Abfindungen den betroffenen Mitarbeitern den Abgang „versüßen“.

Nach dem „Horrorjahr“ 2007 könnte auch das neue Jahr sehr schwierig für die deutsche Automobilindustrie werden. „Die Autoindustrie wächst 2008 nur außerhalb von Westeuropa und Nordamerika“, sagt Nikolaus Soellner, Autoexperte bei A. T. Kearny http://www.atkearny.com. „Abseits der jungen Wachstumsmärkte in China und Indien, auf denen gerade die Autohersteller aus der Alten Welt stürmische Verkaufserfolge feiern, werden die Zeiten härter. Längst ist der Klimaschutz auf den gesättigten Automärkten in Westeuropa und Nordamerika zu einem beherrschenden Thema geworden“, schreibt Henning Peitsmeier in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) http://www.faz.net.



Die Branche kämpft nicht nur gegen die erhöhte Mehrwertsteuer, hohe Lohnzusatzkosten und die Preise an den Zapfsäulen. Auch der Widerstand aus der Politik wird stärker. Wer ein großes Auto fahren wolle, müssen auch mehr für den Klimaschutz hinblättern, lautet die schlichte Botschaft von Stavros Dimas. Das Problem dabei ist, dass dieser Herr als EU-Umweltkommissar agiert und Audi, BMW und Mercedes das Leben noch gehörig schwer machen könnte. Um auch weiterhin erfolgreich zu sein, sollten sich die deutschen Autobauer möglichst schnell nach Vorbildern umsehen.

„Der Blick wird dabei nicht in die USA gehen. Denn Chrysler, Ford und General Motors haben dort mit erheblichen Problemen zu kämpfen, weil sie die Zukunft verschlafen haben. Man spricht schon von der ‚großen Depression in Detroit’. Die Big Three haben in der Vergangenheit oft sehr einfallslos mit Rabattschlachten operiert. Und wenn es nicht so gut lief, dann waren Massenentlassungen immer die übliche Antwort“, klagt der Automobilfachmann Uwe Röhrig, früher Vertriebschef für Mercedes- Benz und Maybach und heute Inhaber des Beratungsunternehmens International Car Concept (ICC) http://www.icconcept.de in Hannover-Langenhagen. „Im Gegensatz zu den Amerikanern haben die Japaner in den vergangenen Jahrzehnten die Produkte hergestellt, die auf ihre Kunden zugeschnitten waren. Der Erfolg der Japaner auf dem US-Markt ist ein Resultat von mühsamer Kärrnerarbeit. Sie hatten und haben das Ohr am Kunden. Erfolge ereignen sich nicht einfach, Erfolge werden produziert. Das ist auch bei uns in Deutschland möglich.“

Dass die hiesigen Autofirmen an den erhöhten Umweltanforderungen nicht scheitern werden, davon ist Werner Stäblein von der Ratingagentur Standard & Poor’s http://www.standardandpoors.de überzeugt. „Die deutschen Hersteller haben die Euro-1- bis Euro-5-Normen überlebt. An der CO2-Norm werden sie nicht scheitern, aber es sind enorme Anstrengungen nötig.“Unternehmensinformation / Kurzprofil:
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Datum: 08.01.2008 - 14:42 Uhr
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