Ministerin Steffens: 'Demenzkranke werden durch Stillstand bei der Pflegereform im Stich gelassen'
ID: 418030
Ministerin Steffens: "Demenzkranke werden durch Stillstand bei der Pflegereform im Stich gelassen"
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit:
Anlässlich des Symposiums des Landesverbandes der Alzheimer Gesellschaften NRW e.V. im Düsseldorfer Landtag zur Situation von Menschen mit Demenz im Altenheim hat Gesundheitsministerin Barbara Steffens heute (27. Mai 2011) mehr staatliche Unterstützung für Demenzbetroffene angemahnt. "Demenzkranke und ihre Angehörigen benötigen dringend eine Pflegereform, die diesen Namen auch verdient. Menschen mit Demenz müssen endlich tatsächlich in das Pflegesystem einbezogen werden", forderte die Ministerin.
Konkrete Vorschläge für die dazu erforderliche Neudefinition des Pflegebedürftigkeitsbegriffs lägen seit Jahren vor, deshalb gebe es keinen Grund, die Betroffenen und ihre Angehörigen immer weiter warten zu lassen. Jeder wisse inzwischen, dass die bisherige Einstufungs- und Leistungssystematik Menschen nicht hilft, die "nur" gering körperlich beeinträchtigt sind, aber durch ihre psychische und geistige Verfassung einen hohen Bedarf an Begleitung, Unterstützung und Anleitung haben. Nach jüngsten Meldungen will die Bundesregierung aber nicht vor Mitte 2012 über die notwendige Reform entscheiden. "Dafür habe ich keinerlei Verständnis. Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle Betroffenen, zumal das Bundesgesundheitsministerium 2011 zum ;Jahr der Pflege' ausgerufen hat", beklagte die Ministerin.
"Was sich da in Berlin abzeichnet, ist einfach verantwortungslos. Durch den Stillstand bei der Pflegereform werden Demenzkranke und ihre Familien im Stich gelassen, also genau diejenigen, die auf unsere Hilfe und gesellschaftliche Solidarität besonders angewiesen sind", sagte Steffens.
Die Ministerin dankte den Aktiven der Alzheimer Gesellschaften für ihre wertvolle und vorbildliche Arbeit. Mit aufklärender Information trügen sie seit Jahren maßgeblich dazu bei, die Tabuisierung der Krankheit und die Stigmatisierung der Kranken genauso zu bekämpfen wie die Überforderung von Angehörigen und professionell Pflegenden. Dies entspräche voll und ganz der Leitidee der Pflegepolitik der Landesregierung, Pflege konsequent vom Menschen aus zu denken und danach zu handeln.
Wie Steffens erläuterte, sei für sie die Pflege der Zukunft "die Pflege im Quartier". Alle notwendigen Angebote, ein Mix aus ambulanter Tages-, Nacht- und Kurzzeitpflege, im Quartier eingestreute Pflegewohnungen sowie auch stationäre Angebote müssten so nah wie möglich am Lebensmittelpunkt der Menschen verfügbar sein, in "Pantoffelnähe".
Hintergrund:
Der Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW, 2003 gegründet, ist ein Zusammenschluss der in Nordrhein Westfalen tätigen regionalen Alzheimergesellschaften, den Alzheimer-Angehörigengruppen, Betreuungsgruppen und Selbsthilfeinitiativen. Der Landesverband ist Mitglied der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. Der Verband entwickelt und fördert Hilfen für alle von der alzheimerschen Krankheit oder von anderen Demenzerkrankungen betroffenen Menschen. Dies schließt Angehörige und alle an der Versorgung beruflich oder als sonstige Helferinnen und Helfer Beteiligten ein.
Ministerium für Gesundheit,
Emanzipation, Pflege und Alter
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Datum: 02.06.2011 - 01:30 Uhr
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