Finanzkrise: Salamitaktik der Banken – Deutsche Bank-Chef Ackermann entzaubert
03.04.2008 - 09:58 | 46033
(firmenpresse) - Bonn/Düsseldorf – War alles nur eine gelungene PR-Aktion? Noch am 7. Februar 2008 präsentierte Deutsche Bank-Chef http://www.deutsche-bank.de Josef Ackermann Rekordzahlen und konnte entspannt seinen 60. Geburtstag feiern. Es schien so, als könne Deutschlands größtes Bankhaus der Finanzkrise trotzen. Beifall dafür gab es von vielen Seiten. Doch jetzt rudert die Bank zurück und gesteht Milliardenlöcher ein. „In den letzten Wochen haben sich die Bedingungen weiter erheblich verschlechtert“, sagte Ackermann vor Investoren in London. „Die Deutsche Bank hat sich so lange es irgendwie ging als den großen Sieger der Subprime-Krise dargestellt“, zitiert hingegen das Handelsblatt http://www.handelsblatt.de einen PR-Berater.
Die Düsseldorfer Wirtschaftszeitung bringt auch ein Zitat Ackermanns vom 10. Februar dieses Jahres. Damals urteilte er über die Kommunikationsstrategie der Konkurrenz: „Als die Fehler sie dann einholten, haben viele Zuflucht zur Salamitaktik gesucht und so nur weiteres Vertrauen zerstört.“ Genauso dieser Vorwurf fällt auf den Schweizer zurück. „Milliarden versenkt: Helden-Image Ackermanns angekratzt“, titelte die Welt http://www.welt.de. Doch der Spitzenmanager steht nur für das Versagen seiner gesamten Zunft. Dass die krisengeschüttelten Banken nun den Staat zur Hilfe rufen, stört den Düsseldorfer Wirtschaftsexperten Mario Ohoven http://www.ohoven.de. In der aktuellen Ausgabe des Fachdienstes Erfolg schreibt er, die Banken müssten „die Risiken, die sie sich freiwillig auf ihre Schultern gepackt haben, selbst tragen“.
Dies dürfe jedoch noch etwas dauern, da Banken in der Hoffnung, so schlimm werde des schon nicht kommen, noch längst nicht alle Risiken offengelegt hätten. „Doch erst wenn dies geschehen ist, kommt auch das Ende der Krise in Sicht. Bis dahin kommen Rettungsaktionen des Staates nur als Ultima Ratio infrage“, schreibt Ohoven.
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