Vietnam: 8000 Schlingfallen und 90 illegale Camps zerstört
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Vietnam: 8000 Schlingfallen und 90 illegale Camps zerstört
Klimaschutz und Biodiversität: KfW und WWF unterstützen vietnamesisches Naturschutzprojekt.
Berlin - In der vietnamesischen Provinz Hue konnten Ranger der Umweltschutzorganisation WWF innerhalb von nur einem halben Jahr rund 8.000 illegale Schlingfallen, die von Wilderern aufgestellt worden waren, sicherstellen. Die Fallen wurden anlässlich eines Ausbildungstrainings für Ranger öffentlich verbrannt. Die WWF-Patrouillen zerstörten außerdem 90 illegale Jagd- und Holzfäller-Camps. Besonders erfreulich sei, dass man viele Tiere noch lebend befreien hätte können, so der WWF. Darunter waren nach Angaben der Umweltschützer Rotschenkel-Kleideraffen, Seraus, Großkopfschildkröten und Sonnendachse.
Derweil hat die Umweltschutzorganisation WWF gemeinsam mit Projektpartnern wie der deutschen KfW Entwicklungsbank in der vietnamesischen Provinz Quang Nam das Projekt "Annamites Carbon Sinks and Biodiversity" (CarBi) gestartet. Ziel des auf vier Jahre ausgelegten Großprojekts ist es, die Entwaldung in der Region zu stoppen und ein nachhaltiges Forstmanagement zu implementieren. Im Fokus steht hierbei ein 200.000 Hektar großes Waldgebiet in der Grenzregion zwischen Süd-Laos und Zentralvietnam. Das Gebiet entspricht damit fast der Größe des Saarlandes und bietet zahlreichen bedrohte Arten wie dem indochinesischen Tiger, dem Saola-Wildrind und den Kleideraffen einen geeigneten Lebensraum. Es ist Teil des Annamiten-Bergmassivs und damit eingebettet in einen der größten noch zusammenhängenden Waldkomplexe des asiatischen Festlandes. Außerdem gelten die Wälder als wichtige CO2-Speicher. Es sei daher angesichts des voranschreitenden Klimawandels von enormer Bedeutung, die Entwaldung zu stoppen und so die Freisetzung von Treibhausgasen zu verhindern. Das Projekt hat zum Ziel Emissionen von insgesamt 1,8 Millionen Tonnen CO2 aus Entwaldung und Walddegradierung zu vermeiden.
Im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) über die KfW Entwicklungsbank mit sieben Millionen Euro unterstützt. Der WWF Deutschland steuert weitere 1,2 Millionen Euro bei.
KfW-Projektmanager Nils Meyer bezeichnete das Projekt als einen "Meilenstein" in den gemeinsamen Bemühungen Deutschlands und Vietnams den weltweiten Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen. "Wer ambitionierte Naturschutzerfolge verfolgt, muss Grenzen überwinden und Regierungen eine Plattform zur Zusammenarbeit bieten", so Meyer.
"Ziel des grenzüberschreitenden Schutzprojektes zwischen Laos und Vietnam ist es, ursprüngliche Waldregionen zu erhalten, den illegalen Holzeinschlag zu reduzieren, die Populationszahlen bedrohter Tier- und Pflanzenarten zu erhöhen und nicht zuletzt die Einkommenssituation für die lokale Bevölkerung durch eine nachhaltige Bewirtschaftung zu verbessern", sagt Dr. Van Ngoc Thinh vom WWF Vietnam.
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Datum: 16.08.2011 - 18:15 Uhr
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