Fahrerlose Transportfahrzeuge werden erwachsen
FTF arbeiten zukünftig selbstständig, kommunizieren und reagieren auf Störungen
Hannover, 1. September 2011 – Der Welpenschutz ist vorbei. Wenn es nach Wissenschaftlern aus Hannover und Oldenburg geht, sollen fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) bald erwachsen werden. Die Institute IPH und OFFIS möchten die Steuerung der Fahrzeuge dezentralisieren – und den FTF so zu mehr Selbstständigkeit verhelfen. Das Forschungsprojekt hierzu läuft seit Juli 2011.
Damit soll nun Schluss sein. Gemeinsam mit dem Oldenburger Forschungs- und Entwicklungsinstitut für Informatik (OFFIS) e. V. möchten die Wissenschaftler des IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover dafür sorgen, dass fahrerlose Transportfahrzeuge „erwachsen“ werden – sprich: intelligenter und selbstständiger. Zukünftig sollen die Fahrzeuge nicht mehr zentral gesteuert werden, sondern jedes FTF über eine eigene Steuerung verfügen. Die mit Sensoren ausgestatteten Fahrzeuge sollen dann selbst über ihre Routen entscheiden und z. B. die kürzeste oder schnellste Strecke wählen. Sie werden zudem weniger hilflos sein und Konfliktsituationen selbstständig lösen können. Auch bei der eigentlichen Arbeit gewinnen die FTF an Autonomie: An Auftragsstationen können sie selbst bzw. mit anderen FTF entscheiden, wer den nächsten Auftrag übernimmt. Die Bearbeitung der Aufträge soll dadurch zukünftig effizienter werden.
Dezentrale Steuerungssysteme gibt es bereits heute in der Intralogistik, z. B. gitterförmige Wegenetze. Die FTF orientieren sich daran und können an Kreuzungspunkten selbst entscheiden, wo sie abbiegen. Bislang gibt es jedoch nur Teillösungen zur Orientierung und zur Auftragsvergabe. Miteinander kommunzieren können die Fahrzeuge noch nicht. In ihrem Forschungsprojekt möchten das IPH und OFFIS die verschiedenen Fähigkeiten nun in ein Gesamtkonzept vereinen. Entwickelt werden sollen Steuerungsmethoden für fahrerlose Transportsysteme (FTS), die situative Entscheidungen ohne zentrale Kontrollinstanz ermöglichen. Dadurch können die Fahrzeuge z. B. eigenständig auf den Status von Aufträgen oder die Verkehrssituation im Streckennetz reagieren. Eine dezentrale, agentenbasierte Steuerung soll zudem die Wirtschaftlichkeit von FTS unter Störeinflüssen und wechselnden Systemkonfigurationen steigern. Agenten sind Computerprogramme, die anhand von hinterlegten Regeln in jeder Situation selbstständig Entscheidungen treffen können. Hierzu zählen u. a. die Auswahl der Routen oder Aufträge.
Die Wissenschafter aus Hannover und Oldenburg untersuchen in ihrem Forschungsprojekt zunächst die Anforderungen, die fahrerlose Transportfahrzeuge erfüllen müssen, um z. B. Routen zu planen oder über Aufträge zu entscheiden. Damit die Fahrzeuge später auf verschiedene Situationen reagieren können, werden Regeln aufgestellt, die das Verhalten der Fahrzeuge in verschiedenen Situationen bestimmen. Diese Agentensteuerung wird abschließend simuliert.
Das Forschungsprojekt „Dezentrale, agentenbasierte Selbststeuerung von fahrerlosen Transportsystemen (FTS)“ läuft vom 1. Juli 2011 bis zum 30. Juni 2013. Neben dem IPH und dem OFFIS sind auch ein halbes Dutzend Unternehmen beteiligt. Gefördert wird das Projekt mit Mitteln aus dem Haushalt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" (AiF) e. V. im Auftrag der Bundesvereinigung Logistik (BVL) e. V..Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
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Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Das IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover gemeinnützige GmbH ist 1988 aus der Leibniz Universität Hannover heraus entstanden und seitdem als Forschungs- und Beratungsdienstleister auf dem Gebiet der Produktionstechnik tätig. Zu seinen Kunden zählen Unternehmen aus der Industrie und Forschungsvereinigungen. Die Arbeitsschwerpunkte des Unternehmens sind Forschung und Entwicklung, Beratung und Qualifizierung in den Bereichen Prozesstechnik, Produktionsautomatisierung, Logistik sowie der Herstellung von XXL-Produkten.
Das IPH hat seinen Sitz im Wissenschaftspark Marienwerder im Nordwesten von Hannover. Aktuell beschäftigt das Unternehmen 69 Mitarbeiter, 30 davon als wissenschaftliches Personal/ Berater.
IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH
Meike Wiegand
Hollerithallee 6
30419 Hannover
Telefon: (0511) 27976-116
E-Mail: wiegand(at)iph-hannover.de
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Datum: 01.09.2011 - 10:57 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 471877
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Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Meike Wiegand
Stadt:
Hannover
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Kategorie:
Automatisierung
Meldungsart: Erfolgsprojekt
Versandart: Veröffentlichung
Freigabedatum: 01.09.11
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