Medica 2011: Rasantes 3D-Röntgen im OP
ID: 507146
Medica 2011: Rasantes 3D-Röntgen im OP
Operationen stellen immer eine Belastung für Patienten dar. Dies gilt umso mehr, wenn es sich um komplizierte Eingriffe handelt. Um Komplikationen zu vermeiden, kontrollieren Chirurgen das Ergebnis noch im OP-Saal mit 3D-Röntgenbildern. Allerdings muss der Eingriff dafür unterbrochen werden. Fraunhofer-Forscher entwickeln jetzt ein 3D-Röntgensystem, das sich nahtlos in den Ablauf integrieren lässt. Die unfreiwillige Pause entfällt. Wie das Verfahren funktioniert, ist auf der Messe Medica 2011 vom 16. bis 19. November in Düsseldorf (Halle 10, Stand F05) zu sehen.
Frau S. ist angespannt ? in drei Tagen soll ihr ein Wirbelsäulenimplantat eingesetzt werden. Die ältere Dame hat Angst vor Komplikationen. Das ist nicht unbegründet, schließlich fordern komplexe Eingriffe, etwa an der Wirbelsäule, am Kopf oder Sprunggelenk selbst versierte Chirurgen heraus. Um das Komplikationsrisiko bei schwierigen Operationen zu minimieren und Folgeeingriffe zu vermeiden, überprüfen Ärzte das Ergebnis intraoperativ mit Hilfe von dreidimensionalen Röntgenbildern. Mit der 3D-Bildgebung lässt sich die Lage von Implantaten und Frakturfragmenten kontrollieren. Die Position von Knochenteilen zueinander kann exakt bestimmt, Implantate können millimetergenau ausgerichtet werden. Das Problem: Derzeit verfügbare 3D-Röntgensysteme wie der C-Bogen beeinträchtigen den Arbeitsablauf des Chirurgen. Röntgenquelle und Röntgendetektor rotieren kreisförmig um den Patienten ? das braucht viel Platz und würde den freien Zugang zu ihm behindern, wenn der C-Bogen dauerhaft am OP-Tisch installiert wäre. Das Gerät muss deshalb zur Bildaufnahme an den Tisch herangefahren und anschließend wieder weggeschoben werden. Das stört und raubt Zeit, der Arzt muss die Operation unterbrechen.
Forscher am Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK arbeiten derzeit an einer Lösung des Problems. Gemeinsam mit der Charité - Universitätsmedizin Berlin und der Ziehm Imaging GmbH entwickeln sie mit »ORBIT« einen 3D-Röntgenscanner, der sich ohne Zeitverlust in den Operationsablauf einfügen lässt. »Anders als bisherige dreidimensionale Bildgebungsverfahren umschließt ORBIT den Patienten bei der Aufnahme nicht. Es handelt sich um ein offenes System. Da sich die Röntgenquelle kreisförmig oberhalb des OP-Tischs bewegt, sind kurzfristige Bildaufnahmen ohne zeitaufwändige Vorbereitungen möglich«, sagt Professor Dr.-Ing. Erwin Keeve vom Berliner Zentrum für Mechatronische Medizintechnik, einer Einrichtung des IPK und der Charité. »Bei einem C-Bogen benötigt man circa 15 Minuten, um das Gerät am Patienten auszurichten, die einzelnen Projektionsbilder aufzunehmen und daraus 3D-Bilddaten zu erzeugen. Mit ORBIT lässt sich der Röntgenscan schneller durchführen und der Operationsverlauf insgesamt beschleunigen. Die Handhabung des Systems ist weniger umständlich. Somit wird die Schwelle, so ein Diagnostiksystem routinemäßig einzusetzen, für Mediziner deutlich gesenkt«, erläutert der Forscher. Ein weiterer Vorteil des Geräts: Bei C-Bögen kommt es in der Nähe von Implantaten und Schrauben zu Störsignalen. Diese Metallartefakte werden bei Aufnahmen mit ORBIT stark reduziert, denn im Gegensatz zum C-Bogen bewegen sich Röntgenquelle und Detektor nicht in einer Ebene. »Erste Experimente waren erfolgreich«, freut sich Keeve.
Modulares System ORBIT setzt sich aus drei Modulen zusammen: An einem beweglichen Gelenkarm befindet sich die steuerbare Röntgenquelle. Der schwenkbare Arm kann sowohl an der Decke, als auch auf einem fahrbaren Untersatz montiert sein, wodurch er mobil einsetzbar ist. Die Röntgenscans erfolgen aber in jedem Fall immer von oben. Der digitale Flachbilddetektor ist in den OP-Tisch eingelassen. Ein mobiler oder wahlweise auch an der Wand montierter Monitor zeigt die Röntgenbilder an. Die Forscher haben das System bereits zum Patent angemeldet.
Einen ersten Prototypen konstruieren die Experten derzeit. Schon 2012 starten umfangreiche Testserien. In drei bis fünf Jahren soll das System marktreif sein. Auf der Medica 2011 in Düsseldorf können sich Interessierte erstmals über die Möglichkeiten von ORBIT informieren.
Bitte beachten Sie auch den folgenden Veranstaltungshinweis:
Unter dem Motto »Forschung fürs Leben« präsentieren sieben Fraunhofer-Institute ihre aktuellen Forschungsergebnisse auf der Medizinmesse Medica 2011, die vom 16. bis 19. November in Düsseldorf stattfindet. Am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand in Halle 10, Stand F05 können Sie sich ein Bild von den neuesten Entwicklungen machen: Die Bandbreite reicht vom neuartigen 3D-Röntgenscanner für den Operationssaal über maßgeschneiderte Mikroskope, patientenfreundliche Diagnostiksysteme und Minisensoren bis hin zur Plattform für webbasiertes Mikroskopieren, die Medizinstudenten das Lernen erleichtert.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Unsere Wissenschaftler und Ingenieure stehen Ihnen gerne für Interviews und individuelle Presserundgänge zur Verfügung. Wenn Sie einen persönlichen Termin vereinbaren wollen, rufen Sie uns bitte an oder schicken Sie uns eine Mail. Pressekontakt bis zum 15.11.2011: Britta Widmann, Tel. 089 1205-1302, E-Mail: britta.widmann@zv.fraunhofer.de. Pressekontakt vor Ort: Susanne Pichotta, Mobil: 0172 8505161.
Herausgeber und Redaktionsanschrift:
Fraunhofer-Gesellschaft
Franz Miller
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Hansastr. 27c
80686 München
Telefon: 089 1205-13 01
Fax: 089 1205-7515
fraunhofer-presse@zv.fraunhofer.de
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 26.10.2011 - 10:45 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 507146
Anzahl Zeichen: 5903
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 451 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Medica 2011: Rasantes 3D-Röntgen im OP"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IP (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IP
Nicht für US- und UK-Medien bestimmt: Phase-III-Studie mit Regorafenib bei fortgeschrittenem Darmkrebs erreicht primären Endpunkt ...
Statistisch signifikante Verbesserung der Gesamtüberlebenszeit / Aufgrund guter Ergebnisse kann Studie vorzeitig beendet werden Berlin, 26. Oktober 2011 - Bayer HealthCare hat in einer Phase-III-Studie zur Therapie von fortgeschrittenem Darmkrebs (kolorektales Karzinom, CRC) mit Regorafenib po
Muss das sein? Lebensmittel auf dem Müll Neuer aid-Hörfunkbeitrag ...
(aid) - Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf dem Joghurt ist abgelaufen, die Banane ist schon braun, das Brot ist alt und hart - also ab damit in die Tonne! Ohne groß nachzudenken - so scheint es - entsorgen wir hierzulande unsere Lebensmittel. 10 bis 20 Millionen Tonnen sind es pro Jahr. Etwa 40 Pro
Trans-Fettsäuren ...
Minimierungserfolge für den Verbraucher nicht erkennbar (aid) - Eine zu hohe Aufnahme von trans-Fettsäuren (TFA) kann das Herz-Kreislauf-System schädigen, das gilt als gesichert. Weniger klar ist: Bei welchen Produkten sind die Gehalte hoch, was bringen Minimierungsstrategien und wie viele Men
Ernährungsbildung gegen Lebensmittelverschwendung Aktion zum Welternährungstag in Köln ...
(aid) - Anlässlich des UN-Welternährungstages 2011 fand im Kölner Quartier Design Ehrenfeld (DQE) ein Aktionstag statt, der die Verknüpfung von Welthunger und Lebensmittelverschwendung im Blickfeld hatte. Zusammen mit dem Umwelt- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln präsentierte das DQE den
Neuer Obstschädling in der Schweiz entdeckt Die Kirschessigfliege ...
(aid) - Im Schweizer Tessin ist im Sommer 2011 erstmals die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) entdeckt worden. Das Insekt befällt eine große Zahl von Wirtspflanzen, darunter Erd-, Him-, Brom- und Heidelbeeren, Kirsche, Pfirsich und Aprikose. Die Schweizer Forschungsanstalt Agroscope Changings




