Trans-Fettsäuren
ID: 507151
Trans-Fettsäuren
(aid) - Eine zu hohe Aufnahme von trans-Fettsäuren (TFA) kann das Herz-Kreislauf-System schädigen, das gilt als gesichert. Weniger klar ist: Bei welchen Produkten sind die Gehalte hoch, was bringen Minimierungsstrategien und wie viele Menschen nehmen zu große Mengen auf. Nach einer aktuellen Studie der Universität Jena sind die Durchschnittswerte in einzelnen Lebensmittelgruppen zwar gesunken, bei einigen gibt es aber immer noch sehr hohe Werte, insbesondere bei Back- und Süßwaren. Etwa 20 Prozent der Bevölkerung liegt mit ihrem Verzehrsverhalten über der Empfehlung, nach der trans-Fettsäuren täglich weniger als ein Prozent der Energieaufnahme ausmachen sollten.
TFA sind ungesättigte Fettsäuren synthetischen, aber auch natürlichen Ursprungs. Sie wirken auf den Blutcholesterinspiegel: Das "schlechte" LDL-Cholesterin lassen sie ansteigen, gleichzeitig reduzieren sie das "gute" HDL-Cholesterin.
Natürlicherweise entstehen TFA im Pansen von Wiederkäuern. Sie sind also auch in Milch und Fleisch zu finden. Weitaus mehr Wellen schlägt das Thema aber im Zusammenhang mit der industriellen Lebensmittelherstellung. Hier entstehen TFA insbesondere bei der Fetthärtung pflanzlicher Öle. Der Lichtblick dabei: Durch eine veränderte Prozesssteuerung oder Rohstoffauswahl lässt sich die Entstehung der unerwünschten Stoffe minimieren. Doch wie erfolgreich das ist, dazu ist die Datenlage bislang dünn.
Einen Vorstoß machten die Jenaer Wissenschaftler mit ihrer Untersuchung von 53 Kartoffelprodukten, 60 Backwaren und 116 Süßwaren. Ihr Ergebnis: Die mittleren Gehalte an TFA gehen zwar zurück, insbesondere bei den Kartoffelprodukten; jedoch zeigen die Werte insgesamt eine große Variationsbreite. Gehalte von null Prozent bis zu 38 Prozent TFA bezogen auf den Fettgehalt konnten die Wissenschaftler nachweisen, mit wenigen extrem hohen TFA-Gehalten. Problematisch in der Praxis: Oft unterscheiden sich Lebensmittel gleichen Typs aber verschiedener Hersteller deutlich in ihrem TFA-Gehalt. Erkennbar für den Verbraucher ist das jedoch nicht. Eine entsprechende Angabe auf dem Etikett ist derzeit nicht geplant.
Sie ist unter der aktuellen Gesetzeslage noch nicht einmal erlaubt. Das heißt: Hersteller die auf eine Minimierung setzen, können dies auf dem Etikett kaum bewerben. Die einzige Orientierungshilfe für den Verbraucher bietet der Hinweis "gehärtet", der bei der Verarbeitung gehärteter Fette Pflicht ist. War er auf der Packung, lag der TFA-Gehalt bezogen auf den Fettgehalt bei jedem zweiten Produkt über zwei Prozent, so die Ergebnisse aus Jena. Dagegen enthielten alle Produkte mit der Aufschrift "ungehärtetes Fett" TFA-Gehalte kleiner als zwei Prozent. Der Wert entspricht dem TFA-Grenzwert, der in Dänemark seit 2003 gilt. Für Deutschland ist ein solcher Grenzwert bislang nicht in Sicht.
Dr. Christina Rempe, www.aid.de
aid infodienst
Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V.
Heilsbachstraße 16
53123 Bonn
Tel. 0228 8499-0
Internet: http://www.aid.de, E-Mail: aid@aid.de
mit Förderung durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
Vereinsregister (Reg.-Nr.: 2240) beim Amtsgericht Bonn
Geschäftsführender Vorstand:
Dr. Margareta Büning-Fesel
Chefredaktion:
Harald Seitz (V.i.S.d.P.): h.seitz@aid-mail.de
Renate Kessen: r.kessen@aid-mail.de
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 26.10.2011 - 10:45 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 507151
Anzahl Zeichen: 3929
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 335 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Trans-Fettsäuren"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
aid (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
(aid) - Fast jeder dritte Europäer konsumiert Energydrinks - rund 12 Prozent sogar mindestens vier- bis fünfmal in der Woche. Das geht aus einem Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hervor, für die mehr als 52.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in 16 EU-Mitg
SchmExperten in der Lernküche in Bild und Ton: aid-Kurz-Video auf YouTube ...
(aid) - Die "SchmExperten in der Lernküche" des aid infodienst erobern bereits seit Januar die Lernküchen der 6. bis 8. Klassen aller Schulformen. Um noch mehr Lehrerinnen und Lehrer für das praxisorientierte Unterrichtsmaterial zu begeistern, hat der aid ein Kurz-Video produziert, da
Freude am Gärtnern - trotz Pollenallergie: Neuer aid-Hörfunkbeitrag ...
(aid) - Der Winter war lang genug, endlich wird es Frühling: Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, also ab ins Freie und die Natur genießen. Für viele Menschen mag das allerdings wie Hohn klingen, denn Pollenallergien, umgangssprachlich als Heuschnupfen bezeichnet, machen Betroffenen den Au
Weitere Mitteilungen von aid
Nicht für US- und UK-Medien bestimmt: Phase-III-Studie mit Regorafenib bei fortgeschrittenem Darmkrebs erreicht primären Endpunkt ...
Statistisch signifikante Verbesserung der Gesamtüberlebenszeit / Aufgrund guter Ergebnisse kann Studie vorzeitig beendet werden Berlin, 26. Oktober 2011 - Bayer HealthCare hat in einer Phase-III-Studie zur Therapie von fortgeschrittenem Darmkrebs (kolorektales Karzinom, CRC) mit Regorafenib po
Muss das sein? Lebensmittel auf dem Müll Neuer aid-Hörfunkbeitrag ...
(aid) - Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf dem Joghurt ist abgelaufen, die Banane ist schon braun, das Brot ist alt und hart - also ab damit in die Tonne! Ohne groß nachzudenken - so scheint es - entsorgen wir hierzulande unsere Lebensmittel. 10 bis 20 Millionen Tonnen sind es pro Jahr. Etwa 40 Pro
Ernährungsbildung gegen Lebensmittelverschwendung Aktion zum Welternährungstag in Köln ...
(aid) - Anlässlich des UN-Welternährungstages 2011 fand im Kölner Quartier Design Ehrenfeld (DQE) ein Aktionstag statt, der die Verknüpfung von Welthunger und Lebensmittelverschwendung im Blickfeld hatte. Zusammen mit dem Umwelt- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln präsentierte das DQE den
Neuer Obstschädling in der Schweiz entdeckt Die Kirschessigfliege ...
(aid) - Im Schweizer Tessin ist im Sommer 2011 erstmals die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) entdeckt worden. Das Insekt befällt eine große Zahl von Wirtspflanzen, darunter Erd-, Him-, Brom- und Heidelbeeren, Kirsche, Pfirsich und Aprikose. Die Schweizer Forschungsanstalt Agroscope Changings




