Studie geortet Handlungsbedarf im Rüstungssektor
Aktuelle Entwicklungen stellen Bundeswehr und wehrtechnische Industrie vor große Herausforderungen
Mehr als 70 Prozent der für die Studie "Wehrtechnik im Wandel - Herausforderungen für die Industrie" befragten 73 Experten aus der Rüstungsindustrie glauben, dass die Zahl der bewaffneten Auseinandersetzungen weltweit zunehmen wird. Dabei wird vor allem eine Bedeutungszunahme von bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen, Konflikten um knappe Güter wie Nahrungsmittel, Wasser und Rohstoffe sowie von Terrorismus erwartet. Ein weiterer Trend besteht in der Verlagerung von Kämpfen in bewohnte Gebiete. Die Konfliktparteien bestehen dabei oftmals nicht mehr aus regulären Streitkräften, sondern aus Gruppierungen, die sich in Ausrüstung, Ausbildung und zahlenmäßig stark unterscheiden. Die Bundeswehr ist mit solchen neuartigen Konflikten etwa im Rahmen ihres Einsatzes in Afghanistan konfrontiert. "Diese Entwicklung hat innerhalb der Streitkräfte einen steten Lern- und Adaptionsprozess angestoßen, der auch weitreichende Auswirkungen auf die Rüstungsindustrie hat", so Ralf Gaydoul, der als zuständiger Partner von Horváth & Partners für die Studie verantwortlich zeichnet.
Verbesserter Beschaffungsprozess erforderlich
Aufgrund ihrer sich verändernden Aufgaben bei gleichzeitig stagnierendem bzw. sinkendem Verteidigungshaushalt fordert die Bundeswehr vermehrt Rüstungsgüter mit kurzen Vorlaufzeiten in hoher Qualität zu geringeren Preisen. Damit die Industrie diese Anforderungen erfüllen kann, bedarf es eines effektiven und effizienten Beschaffungsprozesses auf Seiten des Auftraggebers: Über 70 Prozent der Befragten sehen hier Verbesserungsbedarf.
Neue Märkte und Geschäftsfelder
Auch die wehrtechnische Industrie selbst muss sich auf neue Bedingungen einstellen. Sparzwänge der Streitkräfte in Europa und wachsender internationaler Wettbewerb zwingen die nationale Rüstungsindustrie dazu, ihre Geschäftsfelder auszuweiten und neue Märkte zu erschließen. Über 90 Prozent der Befragten erwarten daher, dass die Bedeutung des Serviceangebots ihres Unternehmens, wie etwa Instandhaltung, Simulation und Training, in Zukunft steigen wird. Die Bedeutung des nationalen Marktes wird dabei weiter in den Hintergrund treten: Während heute im Durchschnitt noch 54 Prozent des Umsatzes der befragten Unternehmen im nationalen Markt erzielt werden, sind es laut Einschätzung der Studienteilnehmer in 10 Jahren unter 30 Prozent. Als Zukunftsmärkte werden vor allem der Nahe und Mittlere Osten, Ostasien, Südamerika sowie der indische Subkontinent gesehen.
Der Trend zur Internationalisierung wirkt sich laut der Studie auch auf das Beschaffungsverhalten der Bundeswehr aus: Nach Einschätzung der befragten Experten wird in zehn Jahren fast die Hälfte der beschafften Rüstungsgüter der Bundeswehr aus dem außereuropäischen Ausland stammen, knapp 30 Prozent aus den USA und 20 Prozent aus Asien. "Dies bringt massive Veränderungen für die deutsche Rüstungsindustrie mit sich", so Ralf Gaydoul. "Die Befriedigung der Nachfrage nach neuer Technologie, die den militärischen Anforderungen gerecht wird sowie eine schnelle Bereitstellung des Einsatzmaterials stehen hierbei im Fokus."
Umsatzwachstum und Konsolidierung
Trotz der massiven Herausforderungen bewerten die Teilnehmer der Studie die Zukunftsaussichten ihrer Unternehmen durchweg positiv: 73 Prozent der Befragten glauben an steigende Umsätze innerhalb der nächsten zehn Jahre. Gleichzeitig halten aber über 80 Prozent eine Konsolidierung der Rüstungsindustrie auf europäischer Ebene für wahrscheinlich.
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Horváth & Partners ist eine unabhängige, international tätige Management-Beratung mit Sitz in Stuttgart. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 400 Mitarbeiter an zehn Standorten in Deutschland, Österreich, Rumänien, der Schweiz, Ungarn und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Durch die Mitgliedschaft bei "Highland Worldwide", einem internationalen Netzwerk unabhängiger Beratungsgesellschaften, ist Horváth & Partners darüber hinaus in weiteren wichtigen Wirtschaftsregionen der Welt vor Ort.
Im Mittelpunkt der Beratung stehen die Leistungssteigerung und die nachhaltige Verbesserung der Leistungsfähigkeit von Organisationen. Die Kompetenzschwerpunkte liegen dabei in den Bereichen Strategisches Management und Innovation, Prozessmanagement und Organisation sowie Controlling und Finanzen. Horváth & Partners begleitet die Kunden von der betriebswirtschaftlichen Konzeption bis hin zur Realisierung und nachhaltigen Verankerung durch die Verbindung mit dem Steuerungssystem.
Horváth AG
Oliver Weber
Phoenixbau, Königstraße 5
70173 Stuttgart
presse(at)horvath-partners.com
0711 66919-71
http://www2.horvath-partners.com/Presse.15.0.html
Datum: 04.11.2011 - 12:26 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 513429
Anzahl Zeichen: 4183
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Oliver Weber
Stadt:
Stuttgart
Telefon: 0711 66919-71
Kategorie:
Finanzwesen
Meldungsart:
Anmerkungen:
Diese Pressemitteilung wurde bisher 529 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Studie geortet Handlungsbedarf im Rüstungssektor"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Horváth AG (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Corona-Krise hat das Verhältnis von Angebot und Nachfrage bei Rohstoffen zur Produktion langlebiger Güter stark aus dem Gleichgewicht gebracht. Während die Hersteller Produktion und Lagerbestände pandemiebedingt herunterfahren mussten, stieg die Nachfrage nach Möbeln und anderen Einrichtung
Neuausrichtung des Vertriebs: Wie Unternehmen aus der Krise wachsen ...
Viele Unternehmen haben die Corona-Krise als Chance genutzt, um ihre Vertriebsstrategie neu auszurichten und sich so für die Zukunft zu wappnen. Wie sie das erfolgreich umgesetzt haben, erfahren Führungskräfte und Mitarbeiter aus dem Vertrieb sowie aus angrenzenden Bereichen am 04. März 2021 im
Wie die Corona-Krise die Prioritäten von Unternehmen verschiebt ...
Die Corona-Krise bremst die Konjunktur weltweit und bringt sehr viele Unternehmen in schwieriges Fahrwasser. In den meisten Branchen stellen sich die Top-Entscheider darauf ein, noch länger im Krisenmodus zu operieren. Umsätze dürften auch 2021 noch unter dem Vorkrisenniveau sein, so die Prognose
Weitere Mitteilungen von Horváth AG
insurance Magazin 2012 von Hoesch&Partner erschienen ...
Seit heute ist das insurance Magazin, das Kundenmagazin von Hoesch & Partner, auf dem Weg zu seinen Lesern. Auf 64 Seiten und in einer Auflage von 40.000 Exemplaren werden die Kunden aktuell und kompetent informiert. "Wir bieten eine Mischung aus Versicherungsnews, anspruchsvoll-informative
Key-Systems erneut"Fast 50"-Preisträger ...
Das St. Ingberter IT-Unternehmen Key-Systems GmbH wurde zum vierten Mal in Folge mit dem Deloitte Technology Fast 50 Award als eines der am schnellsten wachsenden Technologieunternehmen in Deutschland ausgezeichnet. Mit einem prozentualen Umsatzwachstum von 162 Prozent in den vergangenen fünf Jahre
Wasser marsch! Salamander Mitarbeiter erlernen Maßnahmen zur Feuerbekämpfung ...
Arbeitsicherheit und Brandverhütung sind bei der Firma Salamander zentrale Themen. Neben der Ausstattung der Betriebsgebäude mit Handfeuerlöschern und Löschmitteln setzt SIP zudem auf eine gezielte Ausbildung seiner Mitarbeiter gemäß der Brandschutzvorgabe. Um im Brandfall richtig zu reagieren
Mit ihrer Verweigerungshaltung schaden sich die Kommunen selbst ...
MÜNCHEN. Nicht nur Griechenland hat derzeit Probleme, Geld am Finanzmarkt zu bekommen. In Nordrhein-Westfalen verweigerte diese Woche eine Genossenschaftsbank ersten Kommunen mit Nothaushalten Kredite. „Dies ist ein Alarmsignal an alle Kommunen in Deutschland - auch an die bay-erischen“, sagt M




