Globaler Fonds gegen Aids in Not: Zivilgesellschaftliche Organisationen fordern Minister Niebel zum Handeln auf
ID: 529129
Globaler Fonds gegen Aids in Not: Zivilgesellschaftliche Organisationen fordern Minister Niebel zum Handeln auf
Angesichts dieser dramatischen Situation fordern das Aktionsbündnis gegen AIDS, Ärzte ohne Grenzen und die Deutsche AIDS-Hilfe Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) auf, seine zögerliche Haltung bei der Freigabe der Mittel für den GFATM aufzugeben und damit ein international unübersehbares Zeichen zu setzen. Die Freigabe der restlichen 100 Millionen für das Jahr 2011, die Niebel letzten Mittwoch verkündet hat, reiche bei weitem nicht aus. Deutschland sei zwar unschuldig an der aktuellen Verschlechterung der Finanzlage, habe aber eine Schlüsselrolle bei der Überwindung.
Dazu sagt Sylvia Urban, Vorstandsmitglied der Deutschen AIDS-Hilfe: "Der Globale Fonds braucht in der Not keine Nörgler, sondern starke Freunde! Deutschland muss umgehend die bereits zugesagten 400 Millionen für die nächsten zwei Jahre garantieren. Darüber hinaus muss die Bundesregierung die deutschen Mittel deutlich erhöhen. Um sich in angemessener Höhe an der Deckung des dringlichen Finanzbedarfs zu beteiligen, müsste der Beitrag mindestens verdoppelt werden. Es ist absolut inakzeptabel, dass auf lebenswichtige Medikamente angewiesene Menschen von Jahr zu Jahr zittern müssen, ob die Behandlung fortgesetzt wird."
Oliver Moldenhauer, Koordinator der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland, erklärt: "Bereits heute ist in manchen Ländern wie Kamerun und Simbabwe die Versorgung mit den lebensnotwendigen HIV-Therapien gefährdet. Neue Patienten können in vielen Ländern nicht aufgenommen werden. In der aktuellen Krise des Globalen Fonds muss Deutschland ein positives Zeichen setzen."
Der GFATM ist in die finanzielle Krise geraten, weil immer mehr Einzahlungen durch die Geberländer wegbrechen. Diese finanzielle Unsicherheit hat nun dazu geführt, dass der GFATM die geplante neue Finanzierungsrunde für die Länder gestrichen hat. "Das bedeutet, dass die dringlichen Behandlungs- und Präventionsprogramme nicht ausgeweitet werden können. Damit stehen Menschenleben auf dem Spiel, denn immer noch warten bis 8 Millionen Menschen auf lebensrettende HIV/Aids-Medikamente", sagt Dr. Gisela Schneider, Direktorin des Deutschen Instituts für ärztliche Mission e.V., das Rechtsträger des "Aktionsbündnis gegen AIDS" ist.
Entwicklungsminister Niebel hatte die deutschen Beiträge Anfang 2011 auf Eis gelegt, nachdem der GFATM selbst die Unterschlagung von Fördermitteln in vier Ländern öffentlich gemacht hatte. Inzwischen hat eine unabhängige Expertenkommission die Vorgänge untersucht und dem GFATM empfohlen, eine Reihe von organisatorischen Weiterentwicklungen durchzuführen. Sie hat ausdrücklich bekräftigt, dass der Fonds ein unverzichtbares und wirksames Finanzierungsinstrument ist. Daraufhin hat der Verwaltungsrat des Fonds einen Aktionsplan beschlossen, der diese und weitere Vorschläge aufnimmt. Für eine erfolgreiche Umsetzung wird es verlässliche Partner brauchen, die der Bekämpfung der verheerendsten Epidemien die oberste Priorität beimessen.
Niebel, der in der Entwicklungshilfe bekanntlich verstärkt auf bilaterale Maßnahmen setzen möchte, beharrt darauf, die Mittel für 2012 und 2013 nur dann auszuzahlen, wenn die beschlossenen Reformmaßnahmen im nächsten Jahr umgesetzt werden. Deutschland darf aber nicht die Rolle des Beobachters und Kontrolleurs einnehmen, sondern muss die Arbeit des Fonds als gemeinsame Verantwortung begreifen. Eine feste Zusage der zugesagten Beiträge für die kommenden Jahre wäre ein erster Schritt. Deutschland sollte den eigenen Beitrag in dieser schwierigen Situation aufstocken und damit ein überzeugendes Zeichen für die anderen Geberländer setzen, das ihre zu tun.
Das Aktionsbündnis gegen AIDS vertritt über 100 Nichtregierungsorganisationen der HIV/Aids- und Entwicklungszusammenarbeit sowie über 280 Basisgruppen in Deutschland.
Die Deutsche AIDS-Hilfe ist der Dachverband von rund 120 HIV/Aids-Organisationen und -Einrichtungen in Deutschland.
Ärzte ohne Grenzen ist eine weltweit tätige Nothilfeorganisation, die in zahlreichen Ländern Menschen mit HIV-Therapien versorgt. 1999 wurde Ärzte ohne Grenzen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
Weitere Informationen:
http://www.aidshilfe.de
http://www.aerzte-ohne-grenzen.de
http://www.aids-kampagne.de
Kontakt
Holger Wicht
Referent für Öffentlichkeitsarbeit/Pressesprecher
Wilhelmstraße 138
10963 Berlin
Tel. 030 69 00 87 16
holger.wicht@dah.aidshilfe.de
http://www.aidshilfe.de
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 28.11.2011 - 18:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 529129
Anzahl Zeichen: 5315
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 472 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Globaler Fonds gegen Aids in Not: Zivilgesellschaftliche Organisationen fordern Minister Niebel zum Handeln auf"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsche AIDS-Hilfe (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Online-Konferenz: Fachleute mahnen Stärkung betroffener Gruppen sowie Kooperation zwischen Regierungen und nicht-staatlichen Organisationen an. Deutschland muss Leuchtturmprojekte unterstützen. Osteuropa und Zentralasien brauchen einen Kurswechsel in ihrer HIV-Politik, um die sich weiterhin auswe
Starke Worte zum Welt-Aids-Tag 2020 ...
Menschen mit und ohne HIV aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Selbsthilfe und Prävention bringen ihre Botschaften zum 1.12. auf den Punkt. "Ich gehe diesen Schritt, um der Menschheit zu zeigen: Ihr braucht keine Angst zu haben. Hier ist ein 22-jähriger schwuler Typ mit HIV aus dem Ruhrgeb
Bundesärztekammer und Deutsche Aidshilfe: So werden HIV-Patient_innen gut behandelt ...
Eine neue Broschüre unterstützt Ärzt_innen und medizinisches Personal bei einer fachgerechten und diskriminierungsfreien Versorgung. Die Bundesärztekammer (BÄK) und die Deutsche Aidshilfe (DAH) stellen anlässlich des Welt-Aids-Tages am 01.12.2020 eine gemeinsame Broschüre für Ärzt_innen un
Weitere Mitteilungen von Deutsche AIDS-Hilfe
Contergan: 50 Jahre keine Gerechtigkeit ...
Berlin - Anlässlich der Marktrücknahme des Schlafmittels Contergan vor 50 Jahren erklärt Markus Kurth, Sprecher für Behindertenpolitik: Die Situation contergangeschädigter Menschen ist 50 Jahre nach Marktrücknahme des Medikaments stark verbesserungsbedürftig. Menschen mit einer Contergansc
Heinrich Popow erhält Paralympics-Pass für London 2012 ...
Köln - "Im Rahmen der Wahl zum "Behindertensportler des Jahres 2011" erhielt Leichtathlet Heinrich Popow symbolisch als erstes Mitglied der Deutschen Paralympischen Mannschaft den Paralympics-Pass für London 2012 aus den Händen von DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher. In den ko
AMNOG verteuert ab Januar Generika ...
Berlin Zum 1. Januar 2012 sieht das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) eine veränderte Vergütung des pharmazeutischen Großhandels vor. Statt des bisherigen prozentualen Zuschlages erhalten die Großhändler dann für jede verschreibungspflichtige Arzneimittelpackung einen Fixb
Behindertensportler des Jahres 2011: Schaffelhuber, Schönfelder, Basketball-Damen ...
Köln - Anna Katharina Schaffelhuber (Ski-Alpin), Gerd Schönfelder (Ski-Alpin) und die Nationalmannschaft der Basketball-Damen sind im Deutschen Sport- und Olympiamuseum in Köln als Behindertensportler des Jahres 2011 geehrt worden. Der Präsident des Deutschen Behindertensportverbands (DBS), F




