Koalition bereitet sich auf das Ende vor: hoehere Versorgung politischer Beamter auf Schleichwegen
ID: 529763
Koalition bereitet sich auf das Ende vor: hoehere Versorgung politischer Beamter auf Schleichwegen
Um bis zu 635 Euro monatlich will die sonst zerstrittene Koalition ploetzlich die Versorgung politischer Beamter erhoehen, gut versteckt in einem Aenderungsantrag zu einem Gesetz, in dem es um Fachkraeftegewinnung gehen soll.
Offensichtlich rechnen CDU/CSU und FDP mit dem alsbaldigen Ende ihrer Regierungszeit und moechten ihre Getreuen noch besser absichern.
Treuherzig erklaert die Koalition, die moegliche Versetzung in den einstweiligen Ruhestand fuehre "gerade fuer lebensjuengere Beamte zu erheblichen Einkommenseinbussen". Dabei geht es nicht um "kleine Beamte", sondern vor allem um Staatssekretaere und Ministerialdirektoren, also um politiknahe Spitzenbeamte mit einem monatlichen Grundgehalt von 11.541,79 Euro beziehungsweise
9.438,27 Euro. Werden sie in den einstweiligen Ruhestand versetzt, erhalten sie noch fuer drei Monate volle Bezuege und danach bis zu drei Jahre 71,75 Prozent davon; Zeit genug, um sich nach anderen Arbeitsmoeglichkeiten umzusehen oder den Lebensstil dem verringerten Einkommen anzupassen. Erst danach sinkt die Versorgung auf den Satz, der bis zur Versetzung in den einstweiligen Ruhestand erworben wurde. Zeiten ohne Arbeitsleistung zusaetzlich mit bis zu 635 Euro monatlich versorgungssteigernd zu beruecksichtigen, ist durch nichts gerechtfertigt.
Auch ohne die europaeische Finanzkrise und die aktuelle Aufdeckung rechtsterroristischer Mordtaten wuerde kaum jemand den "Entwurf eines Gesetzes zur Unterstuetzung der Fachkraeftegewinnung im Bund und zur Aenderung weiterer dienstrechtlicher Vorschriften" beachten. Das will die Koalition nutzen, um mit einem Aenderungsantrag im Innenausschuss eine Regelung wieder einzufuehren, die sie selbst mit dem Versorgungsreformgesetz am 3. April 1998 aufgehoben hatte. Die zutreffende Begruendung lautete damals: "Die Aenderung stellt vor dem Hintergrund der gebotenen Einschraenkung der Versorgung politischer Beamter sicher, dass die Zeit im einstweiligen Ruhestand selbst nicht mehr als ruhegehaltfaehige Dienstzeit gilt."
Wenn CDU/CSU und FDP ihr Vorhaben nicht aufgeben, werden wir ihm mit einer oeffentlichen Anhoerung die gebotene Aufmerksamkeit verschaffen. Es ist skandaloes, einer kleinen Gruppe von Spitzenbeamten ohne Not Vorteile zu verschaffen, waehrend die Masse der Beamten in der Bundesverwaltung durch dogmatisch alljaehrlich wiederholte prozentuale Stelleneinsparungen an ihre Leistungsgrenze und darueber hinaus getrieben wird.
© 2010 SPD-Bundestagsfraktion
Pressestelle
Internet: http://www.spdfraktion.de
E-Mail: presse@spdfraktion.de
Tel.: 030/227-5 22 82
Fax: 030/227-5 68 69
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 29.11.2011 - 14:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 529763
Anzahl Zeichen: 3170
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 311 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Koalition bereitet sich auf das Ende vor: hoehere Versorgung politischer Beamter auf Schleichwegen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
SPD-Bundestagsfraktion (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) bekommt ein Update. 20 Jahre nach der Einführung haben sich das Antidiskriminierungsrecht und die Arbeit der Antidiskriminierungsstelle bewährt. Das AGG leistet einen zentralen Beitrag zu Fairness am Arbeitsplatz, bei der Wohnungssuche und im Zivilrecht
Zum Anne-Frank-Tag: Demokratiebildung und Erinnerungskultur bleiben unverzichtbar ...
Am 12. Juni 1929 wurde Anne Frank geboren. Seit zehn Jahren organisiert das Anne-Frank-Zentrum den bundesweiten Anne-Frank-Tag als Aktionstag an Schulen. Unter dem Motto "Geschichten erzählen" stellt das Anne-Frank-Zentrum kostenlose Lernmaterialien für Schulen bereit, die den Schülerin
BAföG-Reform muss zum Wintersemester kommen ...
In die Ausbildung junger Menschen zu investieren, fördert auch die Fairness zwischen den Generationen. Gleichzeitig legt es den Grundstein für künftigen Fortschritt und wirtschaftliches Wachstum, denn Studierende und Auszubildende sind die Fachkräfte von morgen. Deshalb muss die BAföG-Reform zu
Weitere Mitteilungen von SPD-Bundestagsfraktion
Strategie der Eskalation gegen Anti-Castor-Proteste aufklären ...
ndesgeschäftsführerin der LINKEN, Caren Lay beklagt eine "Strategie der Eskalation" beim Polizeieinsatz gegen die jüngsten Anti-Castor-Proteste. Lay kritisiert, es habe ein unverhältnismäßig hartes Vorgehen der Polizei gegen friedliche Demonstranten gegeben und kündigt für ihre Par
Die D.A.S. informiert: Urteile in Kürze - Nachbarrecht ...
Führen Streitigkeiten zwischen zwei Grundstücksnachbarn dazu, dass einer der beiden bei Nacht Säcke mit Hausmüll auf der Terrasse des anderen ablädt, hat letzterer einen Unterlassungsanspruch. Wie das Amtsgericht München nach Informationen der D.A.S. entschied, ist dafür kein substanzieller S
Herrmann trifft EU-Kommissarin Georgieva ...
Joachim Herrmann trifft EU-Kommissarin Kristalina Georgieva: "Solidarität in Europa bei Katastrophen selbstverständlich ? Katastrophenschutz muss in Zuständigkeit der Mitgliedstaaten bleiben ? Bessere Vernetzung nationaler Katastrophenschutzeinheiten notwendig" Auf Einladung von Inne
2010: Quote der Empfänger sozialer Mindestsicherung sinkt auf 9,2 % ...
WIESBADEN - Im Jahr 2010 ging der Anteil der Empfängerinnen und Empfänger sozialer Mindestsicherungsleistungen an der Gesamtbevölkerung deutlich zurück. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, sank die Mindestsicherungsquote nach vorläufigen Ergebnissen 2010 auf 9,2 %. Das ist der




