Bundesregierung vergeudet wissenschaftliches Potenzial
ID: 540741
Bundesregierung vergeudet wissenschaftliches Potenzial
Zur heutigen Debatte "Große Anfrage: Geschlechtergerechtigkeit in Wissenschaft und Forschung" erklären die zuständige Berichterstatterin Marianne Schieder und die Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung Ulla Burchardt:
Es ist ein Trauerspiel, dass die schwarz-gelbe Koalition tatenlos bleibt und konzeptionell ohne Idee ist, angesichts der Situation in Wissenschaft und Forschung: Frauen werden nur nachrangig berücksichtigt und wertvolles Potenzial liegt brach. Laut einer aktuellen Studie der Prognos AG könnte durch eine Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von Hochschulabsolventinnen bis 2015 ein zusätzlicher volkswirtschaftlicher Gewinn von 70 Milliarden Euro generiert werden.
Wie brisant die Unterrepräsentanz von Frauen in der Wissenschaft ist, zeigt schon die Tatsache, dass die Große Anfrage (Drs. 17/7756) von allen Oppositionsfraktionen gemeinsam gestellt wurde. Es besteht dringend Handlungsbedarf. Doch den sieht die Bundesregierung nicht. Sie verweist in ihren Antworten lediglich auf Projekte von Vorgängerregierungen, hat keinerlei neue Impulse und vielfach nicht einmal Daten. Dort wo Zahlen fehlen, interpretiert sie blind die Situation als positiv.
So leugnet die Bundesregierung zum Beispiel auch die prekären Arbeitsbedingungen des wissenschaftlichen Nachwuchses, obwohl die Zahlen etwas anderes belegen. Aus der Antwort geht klar hervor, dass Frauen in erheblich höherem Umfang befristet oder in Teilzeit beschäftigt werden als Männer. Außerdem belegen die Zahlen, dass enorm viele Frauen nach der Promotion aus einer wissenschaftlichen Laufbahn aussteigen. Sind unter den erfolgreich Promovierenden noch 44,1 Prozent Frauen, sind es bei den Professorenstellen noch 18,2 Prozent.
Im Zeitraum 2010 bis 2019 werden voraussichtlich 11.653 (29,3 Prozent) Professorinnen und Professoren ausscheiden. Mit der Neubesetzung dieser Stellen können entscheidende Weichen gestellt werden.
Fatal ist auch, dass die Bundesregierung nicht nur dort untätig, ist, wo es um Rahmenbedingungen und Förderprogramme geht. Ähnlich problematisch sieht es bei den von der Bundesregierung eingerichteten Beratungsgremien aus. Von 88 Gremien sind lediglich drei paritätisch und weitere zwei annähernd paritätisch besetzt.
Wir fordern daher unmissverständlich die Bundesregierung auf, die von den Oppositionsfraktionen ausgestreckte Hand zu ergreifen und sich gemeinsam für mehr Frauen in Wissenschaft und Forschung zu engagieren.
Unsere Gesellschaft kann es sich nicht länger leisten, dieses enorme Potenzial brach liegen zu lassen.
Kontakt:
SPD-Bundestagsfraktion
Pressestelle
Internet: http://www.spdfraktion.de
E-Mail: presse@spdfraktion.de
Tel.: 030/227-5 22 82
Fax: 030/227-5 68 69
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 15.12.2011 - 12:01 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 540741
Anzahl Zeichen: 3140
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 256 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Bundesregierung vergeudet wissenschaftliches Potenzial"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
SPD-Bundestagsfraktion (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) hat heute bekanntgegeben, welche Livemusikspielstätten durch das Bundesschallschutzprogramm gefördert werden. Das Pilotprogramm unterstützt von der Jury ausgewählte Musikclubs und Festivals in ganz Deutschland dabei, wichti
Archive bewahren unser Gedächtnis - und brauchen selbst eine sichere Zukunft ...
Der 9. Juni ist der Internationale Tag der Archive. Sie bewahren das Gedächtnis der Gesellschaft, sie sichern Transparenz und Forschung. Trotz Digitalisierung und knapper Ressourcen sind Archive unverzichtbar im Kampf gegen Desinformation und für historisches Lernen. Nancy Faeser, zuständige Ber
Stabilisierung der Pflegeversicherung muss solidarisch sein ...
Christos Pantazis, gesundheitspolitischer Sprecher: Ohne fairen Ausgleich zwischen sozialer und privater Pflegeversicherung bleibt die Finanzkrise der Pflege ungelöst. "Der Entwurf enthält wichtige Ansätze zur Verbesserung der Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Die stärkere Ausrichtu
Weitere Mitteilungen von SPD-Bundestagsfraktion
Wassermann AG lädt ein zu den Vision-Days 2012 ...
München, 15. Dezember 2011: Die Wassermann AG, Anbieter von Softwarelösungen und Managementberatung für die Supply-Chain-Optimierung, lädt zu den 22. Vision-Days ein. Das branchenübergreifende Treffen der SCM-Experten findet am 8. März 2012 im Haus der Bayerischen Wirtschaft in München stat
Neu gestaltete Internetpräsenz des Bundesverbandes Deutscher Detektive verbessert nachhaltig die Informationsmöglichkeiten über den BDD ...
Der Bundesverband Deutscher Detektive hat als Dienstleister die Informationsmöglichkeiten über den Berufsverband des deutschen Detektivgewerbes durch die Neugestaltung seiner Internetpräsenz erheblich erleichtert und nachhaltig verbessert. Potentielle Kunden, aber auch die interessierte Öff
Fluglärm - GRÜNE: CDU lässt Rhein im Regen stehen ...
Als "blamabel" sieht der Parlamentarische Geschäftsführer von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Mathias Wagner, die Ablehnung von Forderungen zur Fluglärmreduzierung an. DIE GRÜNEN hatten in der heutigen Plenarsitzung einen Antrag eingereicht, durch den sie über die vom Oberbürgermeisterkan
Deutschland unterstützt Marokkos Solarplan - Vertrag zur Finanzierung des ersten großen Solarkraftwerks in Marokko unterzeichnet ...
Die Bundesregierung beteiligt sich an der Finanzierung des ersten großen Solarkraftwerks in Marokko. Ein erster Vertrag hierzu wurde gestern (14.12.2011) zwischen der KfW Entwicklungsbank und der Marokkanischen Solarenergieagentur unterzeichnet. Geplant ist ein solarthermisches Kraftwerk in Parab
Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität schaffen Zusammenhalt und Fortschritt ...
Zugang zu Bildung und gesellschaftliche Durchlässigkeit sind bedeutend Martha C. Nussbaum, Professorin für Recht und Ethik an der University of Chicago diskutierte am Mittwoch mit den Mitgliedern der Enquete-Kommission "Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität" über das Thema "Wac




