Westfalen-Blatt: Eltern der ermordeten ArzuÖzmen aus Detmold (NRW) weisen jede Schuld von sich - Fa

Westfalen-Blatt: Eltern der ermordeten ArzuÖzmen aus Detmold (NRW) weisen jede Schuld von sich - Familie mit kopfloser Leiche konfrontiert

ID: 558308
(ots) - Die Eltern der ermordeten Arzu Özmen (18) aus
Detmold weisen jede Verantwortung für die Entführung und den Tod des
Mädchens zurück. Arzus Vater Fendi Özmen (51) sagte dem Bielefelder
WESTFALEN-BLATT (Samstags-Ausgabe), die Gerüchte, er habe seinen
Söhnen und seiner ältesten Tochter den Auftrag gegeben, Arzu etwas
anzutun, stimmten nicht. »Meine Tochter war ein Stück von mir! Wie
könnte ich wollen, dass ihr etwas passiert?« Auch die Annahme der
Staatsanwaltschaft, Arzu habe für ihr Verhältnis zu einem
Nichtjesiden büßen müssen, sei falsch: »Wir wussten doch überhaupt
nicht, dass unsere Tochter diesen Freund hatte.« Zum Zerwürfnis mit
seiner Tochter sei es allein wegen schulischer Probleme gekommen.
Arzus Mutter Adle Özmen (50) sagte, vom Tod ihrer Tochter habe sie
erst am vergangenen Samstag erfahren. »Unsere anderen Kinder saßen
abends im Wohnzimmer und riefen: Komm schnell, Arzu ist im Fernsehen!
Ich wollte die Nachricht nicht glauben und habe gesagt, wenn Arzu tot
wäre, hätten uns doch die Anwälte schon angerufen.« Fünf Geschwister
des Mädchens sitzen in Untersuchungshaft, weil sie Arzu am 1.
November aus der Wohnung ihres Freundes entführt haben sollen. Die
Staatsanwaltschaft beschuldigt außerdem den Vater, in das Verbrechen
verwickelt zu sein. Offenbar durch eine Behördenpanne hat die Familie
Özmen ein traumatisches Erlebnis gehabt. Nachdem die Leiche
freigegeben worden war, waren die Eltern am Mittwoch mit sechs
weiteren Jesiden nach Lübeck gefahren, um ihre tote Tochter in der
Rechtsmedizin zu sehen. Dort wurde ihnen die tote Arzu gezeigt - ohne
Kopf. Rechtsmediziner hätten den Schädel für weitere Untersuchungen
an eine andere Uniklinik geschickt, bestätigte Oberstaatsanwalt
Michael Kempkes dem WESTFALEN-BLATT. Die Eltern erklärten, niemand
habe sie auf diesen Anblick vorbereitet, den sie niemals vergessen


würden.



Pressekontakt:
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Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

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Datum: 20.01.2012 - 23:55 Uhr
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