Josef Ackermann bricht sein Versprechen: Keine Entscheidungüber den Ausstieg aus der Spekulation mi

Josef Ackermann bricht sein Versprechen: Keine Entscheidungüber den Ausstieg aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln - Deutsche Bank ignoriert Hungernde und den Protest von mehr als 60.000 Menschen

ID: 564223
(ots) - Entgegen ihrer Ankündigung entscheidet die Deutsche
Bank nicht bis Ende Januar über den Ausstieg aus der
Nahrungsmittel-Spekulation. "Wir stehen erst am Anfang der von mir
zugesagten Überprüfung unseres Geschäfts mit Agrar-Rohstoffen", so
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann in einem Brief an foodwatch. Per
E-Mail teilte seine für Nachhaltigkeit zuständige Mitarbeiterin
foodwatch mit, die Deutsche Bank werde nun "in den kommenden Monaten
eine umfassende Studie zum Thema" erarbeiten. Einen konkreten
Zeitpunkt für die Entscheidung nannte sie nicht mehr. Ursprünglich
hatte die Deutsche Bank dagegen zugesagt, bis Ende Januar über den
Ausstieg aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln zu entscheiden.
Auslöser war der Mitte Oktober 2011 veröffentlichte foodwatch-Report
"Die Hungermacher". Darin dokumentiert foodwatch, dass die
Spekulation mit Agrar-Rohstoffen die Nahrungsmittelpreise nach oben
und Menschen in den Hunger treibt. Bis heute haben mehr als 60.000
Menschen die Deutsche Bank daraufhin per E-Mail und per Post zum
Ausstieg aufgefordert.

"Die Ankündigung der Deutschen Bank war offensichtlich nur ein
PR-Trick, um die Öffentlichkeit zu beruhigen", so
foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode. Einen Tag nach der
Veröffentlichung des foodwatch-Reports und tausenden Protestmails
hatte Josef Ackermann in einem persönlichen Brief an foodwatch noch
versprochen, die Deutsche Bank werde den Report "gründlich prüfen"
und sich "um eine möglichst rasche und detaillierte Antwort bemühen".
"Kein Geschäft ist es wert, den guten Ruf der Deutschen Bank aufs
Spiel zu setzen", schrieb Josef Ackermann damals. Doch von einer
gründlichen Prüfung könne keine Rede sein, so Thilo Bode. Bei einem
Gespräch von foodwatch mit Deutsche-Bank-Vertretern in London Mitte
Dezember 2011 habe ein leitender Rohstoff-Händler sogar klipp und


klar zugegeben, dass er den foodwatch-Report nicht einmal gelesen
habe.

"Während die Deutsche Bank angeblich prüft und Studien erarbeitet,
sterben Menschen in den ärmsten Ländern an Hunger - auch wegen der
Spekulationsgeschäfte der Deutschen Bank", so Thilo Bode. Er forderte
die Deutsche Bank auf, die Entscheidung nicht länger hinauszuzögern.
"Die Tatsachen liegen auf dem Tisch, die Belege für die schädlichen
Auswirkungen der Spekulation sind überwältigend. Josef Ackermann muss
die Spekulationsgeschäfte mit Nahrungsmitteln jetzt unverzüglich
stoppen!" Statt von anderen den letzten Beweis für die Schädlichkeit
der Geschäfte einzufordern, müsse die Deutsche Bank diese Geschäfte
jetzt vorsorglich beenden - oder selbst deren Unschädlichkeit
nachweisen.

Über eine E-Mail-Aktion unter dem Motto "Hände weg vom Acker,
Mann!" haben auf der gleichnamigen Internetseite
www.haende-weg-vom-acker-mann.de seit Oktober mehr als 57.000
Menschen von der Deutschen Bank den Ausstieg aus der Spekulation mit
Nahrungsmitteln gefordert. Per Post sind bei der Deutschen Bank in
den vergangenen Tagen zusätzlich fast 4.000 Unterschriften
eingegangen. Insgesamt 84 Prozent der Bundesbürger halten es für
nicht akzeptabel, dass die Deutsche Bank und andere Investmentbanken
mit Agrar-Rohstoffen wie Weizen oder Mais spekulieren. Das war das
Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des
Meinungsforschungsinstituts Forsa im November 2011. Zwei Drittel der
Befragten forderten, dass die Deutsche Bank die Spekulation mit
Nahrungsmitteln beendet.

REDAKTIONELLER HINWEIS:

Mehr Informationen auf http://www.foodwatch.de.

Die Korrespondenz zwischen foodwatch und der Deutschen Bank finden
Sie unter http://www.foodwatch.de/presse.

Bildmaterial wie Grafiken zu den Umfrageergebnissen können Sie
unter http://www.foodwatch.de/material-spekulation herunterladen.



Pressekontakt:
foodwatch e.V.
Christiane Groß
E-Mail: presse@foodwatch.de
Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 - 23
Fax: +49 (0)30 / 24 04 76 - 26

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Datum: 31.01.2012 - 10:45 Uhr
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