Griechenland: Harte Strukturreformen statt „Marshallplan“

Griechenland: Harte Strukturreformen statt „Marshallplan“

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Der BDS Bayern fordert, dass Griechenland so lange keine weiteren Gelder bekommen sollte, bevor das Land nicht tiefgreifende Strukturänderungen vollzieht. Forderungen nach einem „Marshallplan“ klingen vordergründig schön, verdrängen aber, dass ein Großteil der EU-Hilfen in den vergangenen zehn Jahren wirkungslos verpufft und vor allem in einem völlig aufgeblähten Staatsapparat versickert sind.




(firmenpresse) - MÜNCHEN. „Wir sollten in Griechenland schlechtem Geld nicht noch gutes hinterherwerfen“, fordert Ingolf F. Brauner, Präsident des BDS Bayern angesichts weiterer Diskussionen um das wirtschaftlich angeschlagene Griechenland. „Jeder mittelständische Unternehmer, der wie Griechenland wirtschaften würde, wäre längst pleite. Er bekäme keinen Pfennig mehr von seiner Bank, alle Geschäftspartner hätten ihre Lieferungen eingestellt und jeder Kunde würde sich überlegen, ob er noch griechische Produkte kaufen soll“, so der Präsident des BDS. Bevor weitere Gelder in der Ägäis versenkt würden, sollte die Troika aus EU, EZB und IWF ohne Wenn und Aber klare Strukturreformen einfordern. „Im Zweifel ist eine geordnete Staatspleite die beste Lösung, denn diese hätte auch auf andere Schuldensünder eine ab-schreckende Wirkung“, erklärt Ingolf F. Brauner.

Massiv wehrt sich Brauner vorerst gegen Pläne, Konjunkturpakete für Griechenland zu schnüren, die hübsch als „Mar-shallplan“ verpackt werden. „Das hört sich toll an, verdeckt aber, dass Griechenland in den vergangenen zehn Jahren Milliardenhilfen aus sämtlichen Hilfsfonds kassiert hat. Diese wurden aber nicht für den Aufbau neuer wettbewerbs-fähiger Industrien verwendet, sondern flossen vor allem in den aufgeblähten Staatsapparat und in die Taschen gewief-ter Subventionsabzocker.“ Solange es keine funktionierende Steuerverwaltung und nicht einmal ein Katasteramt gibt, sollte es keine weiteren Finanzmittel geben. Auch ein Sperrkonto sei nur eine Hilfskrücke.

„Wir sind sofort solidarisch mit der Wiege der Demokratie, sobald es tiefgreifende Reformen im höchst ineffizienten Staatsapparat gibt.“ Im Grunde müsste die griechische Bevölkerung nicht gegen Angela Merkel demonstrieren, sondern gegen die zahlreichen Privilegienritter, die sich jahrelang auf Kosten der Allgemeinheit bereichert haben. „Im Nachhinein war es ein Fehler, dass man die Staatspleite nicht schon vor zwei Jahren zugelassen hat, denn so konnten zahlreiche Steuervermeidungskünstler ihre Milliarden vor dem Fiskus in Sicherheit bringen. Diesen Fehler sollte man nicht weiter begehen“, so Brauner abschließend.



Warum eine geordnete Pleite Griechenlands möglicherweise die beste Lösung ist, diskutiert der BDS am morgigen Donnerstag um 18.30 Uhr in Nürnberg auf seiner Veranstaltung „Staateninsolvenz statt Schuldensucht“ mit Professor Charles B. Blankart von der Humboldt-Universität Berlin. Blankart gehört zu den angesehensten Finanzwissenschaftlern in Deutschland und fordert seit Jahren Staatspleiten als abschreckende Maßnahme für Schuldensünder.

Anschließend diskutieren im Hans-Sachs-Saal der Handwerkskammer Mittelfranken Professor Stephan Götzel, Präsi-dent des Genossenschaftsverbandes Bayern, Professor Elmar Forster, Geschäftsführer der Handwerkskammer Mittel-franken und Werner Kirchhoff, Vizepräsident des BDS Bayern mit Professor Blankart über die Auswirkungen einer Staatspleite auf die Mittelstandsfinanzierung der Banken.

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Datum: 08.02.2012 - 14:31 Uhr
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