Schwäbische Zeitung: Die Demokratie lebt vom Wechsel - Leitartikel
ID: 579759
zum politischen Aschermittwoch früher besser unterhielten. Im Kern
ging es vor allem um grobschlächtig vorgetragene Kritik an den Werten
der anderen Seite und nur am Rande um die sachliche
Auseinandersetzung. Ganz verschwunden sind die Rituale zwar nicht. In
Zeiten, in denen die politische Landschaft bunter geworden ist, fällt
es den Polarisierern aber zunehmend schwer, Gehör zu finden. Die
Bürgerschaft ist wachsamer geworden, misstrauischer - und flexibler.
Auch deshalb sind die großen Volksparteien so stark ins Trudeln
geraten.
Nach 58 Jahren an der Macht muss die CDU in Baden-Württemberg die
neuen Koordinaten der Politik erst noch verinnerlichen. Deshalb
fielen gestern ihre Angriffe auf Grün-Rot etwas derber aus als der
Disput an manch anderer Stelle. Die Enttäuschung ist nun mal groß,
weil die CDU dieses Land so stark gemacht hat. Abgewählt worden ist
sie aber wegen der Schwächen, Politik und ihre Winkelzüge glaubhaft
zu vermitteln. Natürlich ist der Grüne Winfried Kretschmann auch
wegen der Atomkatastrophe in Japan Ministerpräsident geworden. Das
hat die Wechselstimmung verstärkt, es hat sie nicht angestoßen.
Mindestens genauso stark hat er davon profitiert, dass die hektisch
in Berlin eingefädelte Energiewende in der Bevölkerung vor allem als
taktischer Schachzug kurz vor der Wahl wahrgenommen worden ist.
An die Macht gekommen ist Kretschmann auch, weil die Grünen
politisch stark den Widerstand gegen das Milliardenprojekt Stuttgart
21 bündelten. Die Mehrheit erhielten sie dafür beim Volksentscheid
nicht. Die Grünen stehen nach wie vor distanziert zum Bahnhofsumbau
in Stuttgart. Doch Grün-Rot nimmt, mal mehr, mal weniger knirschend,
die Entscheidung für Stuttgart 21 als klaren Handlungsauftrag hin.
Deshalb laufen Forderungen nach dem Rücktritt dieser Landesregierung
ins Leere. Die Demokratie lebt vom Wechsel. Schnelle Wechsel nach
Tageslaunen schaden ihr.
Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 07561-80 100
redaktion@schwaebische-zeitung.de
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 22.02.2012 - 21:09 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 579759
Anzahl Zeichen: 2330
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Leutkirch
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 277 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Schwäbische Zeitung: Die Demokratie lebt vom Wechsel - Leitartikel"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Schwäbische Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Schwäbische Zeitung
Rheinische Post: Zeichen gegen Nazis ...
Ein Kommentar von Martin Kessler: Die fürchterlichen Taten gegen Menschen, die nur aufgrund ihrer Herkunft von einer Neonazi-Terrorgruppe ermordet wurden, hat Deutschland erschüttert. Dass an ihrem Gedenktag auch in den Schulen über Rassismus und Intoleranz gesprochen oder innegehalten wir
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Krebs-Screening: ...
Vorsorge kann Leben retten. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Dennoch nimmt nur die Hälfte aller Frauen die Einladung zum Mammografie-Screening-Programm an. Unverständlich. Schließlich können mit der Röntgenuntersuchung schon die kleinsten und deshalb meist noch keine Metastasen streuenden Tum
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Afghanistan ...
Das US-Imperium zerstört erneut seine Glaubwürdigkeit in der muslimischen Welt. Die jüngste Koranschändung in Afghanistan vernichtet das Ansehen einer Weltmacht, die Freiheit, Demokratie und Menschenwürde propagiert. Da nützt auch keine Entschuldigung oder Ausrede, die Verbrennung der musl
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Solarförderung ...
Die Preise für Solaranlagen sind aus der Sicht der Hersteller wie derzeit das Wetter: ziemlich grau. Billigkonkurrenz aus Fernost bringt deutsche Produzenten immer stärker in die Bredouille. Die Zeit scheint zu knapp, um sich darauf einzustellen. Die Hoffnung, dass sich Solar zum Exportschlage




