Japan: Hilfe auch ein Jahr nach 3fach-Katastrophe weiter erforderlich - Katastrophe offenbart Notwendigkeit stärkerer Bürgerbeteiligung
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aus Erdbeben, Tsunami und Reaktorunfall ist Hilfe für die
Katastrophenopfer in Japan weiter erforderlich. So müssen nach
Caritas-Schätzungen allein 100.000 Menschen noch mindestens ein Jahr
in den Notunterkünften ausharren. Auf Hilfe angewiesen sind aber nach
wie vor auch Menschen an den sozialen Rändern. "Ziel unserer
Caritas-Hilfe war es, die Schwächsten der Gesellschaft zu stärken.
Dazu gehören zum Beispiel alte und behinderte Menschen, die mit ihren
spezifischen Bedürfnissen vom Staat nicht erreicht wurden", so Oliver
Müller, Leiter von Caritas international, der unlängst aus dem
Katastrophengebiet zurückgekehrt ist. "In diesem Bereich erfüllen die
japanischen und internationalen Hilfsorganisationen eine wichtige
Aufgabe."
Ob vom Tsunami zerstörte Dörfer und radioaktiv verstrahlte Gebiete
jemals wieder bewohnbar sein werden, ist an vielen Stellen des
Katastrophengebietes auch nach einem Jahr noch immer ungeklärt: "Die
offene Frage, ob sie ihre Heimat jemals wiedersehen werden,
verunsichert die Menschen zutiefst. Das Leben vieler Japaner ist aus
den Fugen geraten", berichtet Oliver Müller. Lokale Partner wie die
Caritas Japan bieten den betroffenen, teilweise traumatisierten
Menschen u.a. psycho-soziale Beratungen an.
Deutliche Kritik üben japanische Caritas-Partner an der Reaktion
des Staates. "Das staatliche Katastrophenmanagement war in den ersten
Monaten zu langsam und zu dirigistisch. Es fehlte den Behörden an
Verständnis für die Arbeit von Hilfsorganisationen", so Oliver
Müller. Allmählich wachse jedoch das Bewusstsein dafür, dass
zivilgesellschaftliche Organisationen nach Katastrophen eine
wichtigere Rolle spielen müssen. Bereits jetzt beginnen
Hilfsorganisationen Freiwillige zu vermitteln und bei der Planung im
Wiederaufbau mitzuwirken. Eine stärkere Bürgerbeteiligung wird
zunehmend als notwendig erkannt.
Nach der Katastrophe waren bei Caritas international rund 6,7
Millionen Euro Spenden eingegangen. Das Hilfswerk der deutschen
Caritas hat davon 2,5 Millionen Euro für die Notversorgung der
Bevölkerung ausgegeben. 4,2 Millionen Euro sind für den Wiederaufbau
von Kindergärten sowie Sozialeinrichtungen für alte, kranke,
obdachlose und behinderte Menschen umgesetzt oder verplant worden.
Vor Ort arbeitet Caritas international mit den lokalen Partnern
Caritas Japan und AAR (Association for Aid and Relief) zusammen.
19.300 Menschen waren im März 2011 ums Leben gekommen, die Schäden
beliefen sich geschätzt auf 245 Milliarden Euro. Es war damit die
teuerste Naturkatastrophe der Geschichte.
Hinweis an Redaktionen: Dr. Oliver Müller, Leiter von Caritas
international, hat im Februar das japanische Katastrophengebiet
besucht und steht für Interviews zur Verfügung (Kontakt:
0761/200-515)
Pressekontakt:
Herausgeber: Deutscher Caritasverband, Caritas international,
Öffentlichkeitsarbeit, Karlstraße 40, 79104 Freiburg. Telefon
0761/200-0. Michael Brücker (Durchwahl -293, verantwortlich), Achim
Reinke (Durchwahl -515). www.caritas-international.de
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Datum: 01.03.2012 - 15:04 Uhr
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