20 Jahre Vergiftungsmeldungen: Broschüre 'Ärztliche Mitteilungen bei Vergiftungen 2010'

20 Jahre Vergiftungsmeldungen: Broschüre 'Ärztliche Mitteilungen bei Vergiftungen 2010' veröffentlicht

ID: 588542

20 Jahre Vergiftungsmeldungen: Broschüre "Ärztliche Mitteilungen bei Vergiftungen 2010" veröffentlicht



(pressrelations) - Berlin - Kräutermischungen sind nicht immer so harmlos wie sie klingen, schon gar nicht, wenn sie geraucht werden: Im Jahr 2010 sind dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) 15 Fälle gemeldet worden, in denen Jugendliche und junge Erwachsene Vergiftungssymptome hatten, weil sie "Kräutermischungen" oder "Räucherwerk" geraucht hatten. Die Mischungen sollten laut Verpackungsaufschrift Pflanzen mit Cannabisähnlicher Wirkung enthalten, tatsächlich waren die Produkte aber mit synthetischen Cannabinoiden versetzt. Die Fälle sind in der Broschüre "Ärztliche Mitteilungen bei Vergiftungen" ausführlich dargestellt. Ein weiterer Schwerpunkt der Broschüre liegt auf 12 Fällen, in denen es zu Vergiftungen mit Knollenblätterpilzen gekommen war. Knollenblätterpilze sind die Ursache bei 80 bis 90 Prozent der tödlichen Pilzvergiftungen. Rund 10 Prozent der Vergiftungsfälle, die dem BfR gemeldet werden, sind auf giftige Pflanzen oder Pilze zurückzuführen, die meisten Fälle auf den Umgang mit chemischen Produkten. Im Jahr 2010 hat das BfR insgesamt 3939 Vergiftungsfälle dokumentiert. Seit 20 Jahren gibt es die ärztliche Meldepflicht bei Vergiftungen. Der jährlich erscheinende Bericht "Ärztliche Mitteilungen bei Vergiftungen" gibt einen informativen Überblick über Vergiftungsrisiken sowie Schwerpunkte und Trends der ärztlichen Meldungen an das BfR.

Bei Vergiftungsfällen mit "Kräutermischungen", die geraucht wurden, reichen die Beschwerden der Patienten von Schwindel, Übelkeit und Erbrechen bis hin zu Bewusstseinsstörungen. Die Produkte werden von den Konsumenten oft für harmlose und legale Kräutermischungen gehalten. Untersuchungen haben aber gezeigt, dass die Mischungen teilweise mit synthetischen Cannabinoiden gestreckt waren. Die gesundheitlichen Risiken dieser Substanzen sind schwer abzuschätzen, weil ihr Wirkpotenzial kaum erforscht ist. Bei einigen Substanzen besteht die Gefahr einer tödlichen Überdosierung.

Pilzvergiftungen sind in den meisten Fällen darauf zurückzuführen, dass Speisepilze mit giftigen Pilzen verwechselt werden. Die gefährlichsten Giftpilze sind die Knollenblätterpilze: Sie enthalten unter anderem Amatoxine, von denen schon 5 bis 7 mg für einen Erwachsenen tödlich sein können.



Die Broschüre "Ärztliche Mitteilungen bei Vergiftungen" listet alle Fälle auf, die dem BfR 2010 gemeldet worden sind. Insgesamt erhielt die Dokumentations- und Bewertungsstelle für Vergiftungen im Berichtsjahr 3939 Meldungen. Seit 1990 schreibt das Chemikaliengesetz eine Meldepflicht bei Vergiftungen und unerwünschte Produktwirkungen vor: Behandelnde Ärzte, Berufsgenossenschaften, Ärzte im Gesundheitsdienst, Giftinformationszentren u.a. müssen der Dokumentations- und Bewertungsstelle für Vergiftungen am BfR entsprechende Hinweise geben. Meldepflichtig sind vor allem Vergiftungen durch chemische Haushalts- und Hobbyprodukte, Kosmetika, chemische Produkte am Arbeitsplatz, gesundheitsschädigende chemische Stoffe in der Umwelt oder bei Störfällen. Erfasst werden aber auch Vergiftungen durch Pflanzen oder Tiere.

Ziel ist es, aus den Fallbewertungen Maßnahmen zur Therapie und Vermeidung von Vergiftungen abzuleiten. Die Bedeutung der Mitteilungspflicht zeigt sich in der Praxis an verschiedenen Beispielen: So wurden in den vergangenen Jahre gefährliche Produkte wie Lampenöle, Grillanzünder oder ein Salpetersäurehaltiger Kalk- und Rostlöser verboten. Andere Produkte wie Babypuder oder Imprägniersprays werden mittlerweile mit Warnhinweisen gekennzeichnet. Zudem gibt es für eine Reihe von Giftpflanzen neue toxikologische Bewertungen.

Die Broschüre richtet sich in erster Linie an Ärzte, Klinik- und Rettungspersonal und ist kostenfrei beim BfR erhältlich. Die Printausgabe kann per E-Mail oder Fax bestellt werden, die elektronische Ausgabe steht zum Herunterladen auf der BfR-Internetseite zur Verfügung:

E-Mail: publikationen@bfr.bund.de
Fax: +49-(0)30-18412-4970
Internet: http://www.bfr.bund.de


Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.


Kontakt
Pressestelle des BfR
Thielallee 88-92
14195 Berlin
Tel.: +49-(0)30-8412-4300
Fax: +49-(0)30-8412-4970
E-Mail: pressestelle@bfr.bund.de
http://www.bfr.bund.deUnternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  US-amerikanischer Barkeeper Shingo Gokan gewinnt zweiten BACARDI(R) Global Legacy Cocktail-Wettbewerb Vom 10.bis 17. März 2012 organisiert der Deutsche Behindertensportverband ein Fest für sportliche Senioren
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 05.03.2012 - 18:45 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 588542
Anzahl Zeichen: 5139

pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen


Diese Pressemitteilung wurde bisher 324 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"20 Jahre Vergiftungsmeldungen: Broschüre 'Ärztliche Mitteilungen bei Vergiftungen 2010' veröffentlicht"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Gesundheitliche Bewertung von industriell genutzten Nanomaterialien soll einfacher werden ...
BfR startet Forschungsprojekt zur Gruppierung von Nanomaterialien in Gefährdungskategorien Am 14. und 15. Januar 2016 haben sich am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) internationale Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Behörden und Industrie zur gemeinsamen Auftaktveranstaltung f

Wild und Wein - aber sicher ...
BfR gibt Verbrauchertipps auf der Internationalen Grünen Woche 2016 Was ist eigentlich Wein, welche Kategorien und Qualitätsklassen gibt es und welche Verfälschungen? Worauf sollte beim Verzehr von Rohwurst aus Wildfleisch geachtet werden? Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten Besu

Übertragbare Colistin-Resistenz in Keimen von Nutztieren in Deutschland ...
BfR weist auf die Übertragbarkeit eines Resistenzgens in der Human- und Veterinärmedizin hin Erste Untersuchungsergebnisse aus dem Resistenzmonitoring am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zeigen, dass das erstmalig in China nachgewiesene übertragbare Gen mcr-1, das eine Resistenz geg


Weitere Mitteilungen von Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)


418 Schulen in NRW erhalten das Zertifikat 'Schule der Zukunft - Bildung für Nachhaltigkeit' ...
nisterium für Schule und Weiterbildung teilt mit: Schulministerin Sylvia Löhrmann und Umweltminister Johannes Remmel haben heute in Düsseldorf die ersten 16 von insgesamt 418 Schulen mit dem Zertifikat "Schule der Zukunft - Bildung für Nachhaltigkeit" ausgezeichnet. Die Vereinten

432 rote Punkte im ganzen Land ...
Zur gewonnenen Infostand-Wette von Klaus H. Jann aus Wülfrath erklärt die Bundesgeschäftsführerin der LINKEN und Wettpatin, Caren Lay: Ich freue mich über die gewonnene Wette und danke allen Genossinnen und Genossen, die sich an deutlich über 400 Infoständen am vergangenen Samstag, 3. Mär

Leistungsschutzrecht muss klar ausgestaltet werden ...
Die Sorgen, dass das Leistungsschutzrecht eine "Verleger-GEZ" werden könnte, haben sich mit dem gestrigen Beschluss des Koalitionsausschusses erledigt. Das ist für den Mittelstand eine gute Nachricht. Nun gilt es, das Leistungsschutzrecht für Presseverlage klar auszugestalten. Hierbei k

Kanzlerin muss ihren Ex-Bundespräsidenten zur Mäßigung bringen ...
seinem Beharren auf allen Insignien eines Alt-Bundespräsidenten beschädigt Christian Wulff das Amt auch nach seinem Rücktritt weiter. Jetzt ist die Kanzlerin gefragt. Sie muss ihren Ex-Präsidenten zur Mäßigung aufrufen", fordert der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, Die

Ausschreibungspflicht ablehnen - Kommunale Daseinsvorsorge sichern ...
slich der Subsidiaritaetsruege des Bundesrats zu Plaenen der EU-Kommission zur Ausschreibungspflicht von Dienstleistungskonzessionen erklaert der kommunalpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Bernd Scheelen: Nachdem die Koalition von CDU/CSU und FDP in der vergangenen Woche den Antrag de


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z