Neue OZ: Kommentar zu Kardinal Woelkis Kritik am Christus-Drama
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Es stimmt: Nicht nur die Kunstfreiheit, auch religiöse Gefühle
verdienen Schutz. Wer provokativ mit Thora, Bibel oder Koran umgeht,
muss sein Thema ernst nehmen. Das Gleiche gilt für die Kritiker. Um
ein Drama zu verdammen, muss man es ansehen. Das verweigert der
Kardinal Woelki - was ihn nicht hindert, das Christus-Drama im
Berliner Theater Hebbel am Ufer abzuurteilen.
Woelkis Kritik verblüfft auch theologisch: Das Skandalon des
Stücks besteht darin, dass ein Jesus-Bild in einer Altenpflege-Szene
besudelt wird. Aber dass der Sohn Gottes in die profane Welt der
Menschen absteigt, dass er am Elend des Körpers teilhat, dass er
leidet - all das ist doch nicht die Provokation des Theaters, sondern
die des christlichen Glaubens selbst.
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Datum: 05.03.2012 - 22:00 Uhr
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