Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Theater / Schwerin
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Eine Amputation kann das Leben retten. Aber das Leben nachher ist
anders, und sicher nicht besser. Mit dieser Perspektive sieht sich
das Schweriner Theater jetzt konfrontiert, nur dass es in diesem Fall
keinen Körperteil gibt, der zweifelsfrei als Krankheitsherd
auszumachen ist. Eher wird eine Magenverkleinerung zur Notoperation
deklariert.
Ob die Schrumpfkur etwas bewirkt, steht in den Sternen. Die
Instrumentarien sind die immer gleichen: Sparten- und
Spielstättenschließung, Entlassungen. Die Folgen der Operation sind
auch bekannt: weniger Qualität, weniger Vorstellungen und damit
einhergehend: weniger Attraktivität. Zur Steigerung der
Zuschauerzahlen trägt das nicht bei. Und wer das Gegenteil behauptet,
sagt die Unwahrheit.
Das muss den Kulturpolitikern klar sein, die dem Theater acht
Millionen Euro und jeden vierten Mitarbeiter wegnehmen: Sie setzen
das Theater auf eine Abwärtsspirale. Und je kleiner die Windungen der
Spirale werden, desto schneller geht es abwärts. Gut möglich, dass
das Theater Schwerin gerade seinen eigenen Abschied auf Raten
inszeniert.
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Datum: 06.03.2012 - 22:00 Uhr
Sprache: Deutsch
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Kategorie:
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