Neue OZ: Kommentar zu Veranstaltungen / B-Parade
ID: 590863
Punk-Musikerinnen in Moskau verhaftet. Ai Weiwei in Peking
verprügelt. Rockmusiker in Teheran auf der Flucht. Pianist András
Schiff in Ungarn bedroht. Das Stenogramm der Verfolgung redet
bitteren Klartext: Wo Künstler bedrängt werden, ist die Freiheit auch
für alle anderen Menschen bedroht, wenn nicht schon verloren.
Künstler kommen als Erste mit Machthabern in Konflikt, die
scheinheilig von Rechten reden, die sie längst kassiert haben. Der
Umgang mit Künstlern funktioniert deshalb wie ein Lackmustest. Der
Verstoß gegen deren Freiheitsrechte springt wie die chemische
Farbreaktion unmittelbar ins Auge.
Dabei gehört Wladimir Putin zu den raffinierten Autokraten. Er
lässt nicht nur verhaften und drangsalieren, er schlägt auch mit dem
Knüppel der Political Correctness zu. Die Entschuldigung bei den
Gläubigen soll die protestierenden Künstlerinnen moralisch
diskreditieren. Das wiegt im Zweifel schwerer als jede Haft. Zum
Glück fallen Kirchenleute auf Putins listiges Manöver nicht herein.
Bitter nur, dass Kultur-Promis wie Anna Netrebko für Putin votieren.
Das Fazit: lieber schriller Punk als Netrebkos verlogener Schönklang.
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Datum: 07.03.2012 - 22:00 Uhr
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Kategorie:
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