Neue OZ: Kommentar zu Geschichte / Nationalsozialismus / Medien / Urteile
ID: 591846
Knapp vier Jahre hält der Freistaat Bayern noch die Rechte an
Hitlers Hinterlassenschaften. Bis dahin sollte das Land sich endlich
ein plausibles Konzept für den Umgang mit seiner Hetzschrift "Mein
Kampf" überlegen. Dümmer als sein nur durch einen historischen Zufall
zuständiges Finanzministerium kann man das sensible Thema nicht
angehen.
Von der wissenschaftlich kommentierten, umfassenden Edition bis
zum aktuellen Zeitschriften-Projekt sind alle Publikationsanläufe
verhindert worden, und das mit der denkbar sinnlosesten Begründung
des Urheberrechts. Als ginge es um gerechte Verteilung der posthumen
Einnahmen eines großen Romanciers! Schon diese Geste wertet Hitlers
Buch unangemessen auf. Viel schlimmer: Das Verbot kann die
Mystifizierung der Schrift unter Neo-Nazis nur befördern.
Diese Nebenwirkung ist schlimm, das eigentliche Ziel unerreichbar:
Die Verbreitung des Buchs ist ohnehin nicht zu verhindern. Über
Google ist es nur einen Klick entfernt. Wer es lädt und liest, der
hätte womöglich gern eine Einordnung, aber leider hat der Freistaat
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Datum: 08.03.2012 - 22:00 Uhr
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