WAZ: Konietzka fühlte sich frei und gut
- Kommentar von Ulrich Reitz
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gelebt, der geborene Lüner. Ein guter Fußballspieler, ein
erfolgreicher Trainer, vor allem in Zürich. So, wie er gelebt hat,
ist er auch gestorben. "Definitiv" sei das ein positiver Moment,
sagte der schwer Krebskranke mutig offen, als er sich in der Schweiz
das Leben nahm. Sein Tod, dazu muss man kein Prophet sein, setzt die
Diskussion um Sterbehilfe neu auf die Tagesordnung. Verzweifelte
Menschen, ihres Lebens müde, fahren in die Schweiz, um mit Hilfe
einer Sterbehilfe-Organisation aus dem Leben zu scheiden. In
Deutschland ist verboten, was in der Schweiz erlaubt ist. Für tief
gläubige Menschen kommt Selbstmord nicht infrage. Sie leben den
Grundsatz, der Mensch dürfe nicht nehmen, was Gott gegeben habe.
Konietzka war wohl kein Christ, er glaubte, so bekannte er, nur
daran, was er sehen und fühlen konnte. Diese Einstellung mag ihm
seine Entscheidung erleichtert haben. Gestorben ist er jedenfalls so,
wie die meisten Menschen, wenn es so weit ist, sterben wollen: ohne
Angst, begleitet von seiner Familie. Diejenigen, die darauf beharren,
Sterbehilfe nicht zu erlauben, müssen sich damit auseinandersetzen,
dass es immer mehr Menschen geben wird, denen das Versprechen von
Schmerztherapie und Hospiz nicht genug ist. Ihnen die letzte
Selbstbestimmung zu verwehren, darf man bedenklich finden.
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Datum: 13.03.2012 - 17:32 Uhr
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