Neue OZ: Kommentar zu Kultur
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Die Debatte um die Kulturförderung ist da. Aber ist es die
richtige? Der Musikrat warnt vor einer Amerikanisierung der
Kulturpolitik. Der Bühnenverein bemüht Fußballvergleiche. Und vier
Buchautoren reiben sich die Hände: Der Kulturforscher Dieter
Haselbach und seine Mitstreiter haben es im "Spiegel" ja lässig
vorhergesagt: "Den kommenden Aufschrei kennen wir." Das stellen sie
dem Aufruf zum Förderstopp für jede zweite Kulturinstitution voran.
Die Überlegenheitsgeste ist ein schlapper Effekt. Die polemischen
Antworten spiegeln schließlich nur die Grobheit ihrer eigenen
Argumente: Die Diagnostiker des "Kulturinfarkts" schmähen Kunst als
Medium sozialer Ausgrenzung, als Kostenfaktor, als gut gemeintes
"Halbfabrikat". Das schafft nicht nur Aufmerksamkeit für ein
wichtiges Thema, es lädt auch emotional auf. "Zu viel Geld für Kultur
schadet nur", meinen die Autoren. Zu viel Krawall auch.
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Datum: 13.03.2012 - 22:00 Uhr
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