Neue OZ: Kommentar zu Ausstellung "Kunst der Aufklärung" in Peking
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Auch in schwierigen Zeiten den Dialog aufrechterhalten: Wer wollte
da nicht beipflichten? Fragwürdig wird der Dialog allerdings dann,
wenn Positionen relativiert, Werte aufgeweicht werden, nur um den
bloßen Fortgang des Gesprächs zu ermöglichen. Der Dialog kann eine
einzige Grauzone sein. In Peking war er womöglich genau das. Eine
bittere Realität der Verständigung?
Mit der Aufklärung verbindet sich die Hoffnung, dass Diskurse
ganze Gesellschaften verändern können. Aufklärung zielt auf
universelle Werte. Menschenrechte, Vernünftigkeit, Kritik: Dieser
westliche Kanon steht in der schwersten Bewährungsprobe seit Langem.
Und mit ihm Kultur als Forum und Medium des Wandels.
Da Kultur nur mit Ideen faszinieren und mit Gespräch überzeugen
kann, brauchen ihre Wirkungen Zeit - besonders dann, wenn der Dialog
mit Gesellschaftssystemen aufgenommen wird, die der Westen als
Antipoden wahrnehmen muss. Das Gespräch ist deshalb ohne Alternative.
Die bitteren Erfahrungen rund um die Verhaftung von Ai Weiwei haben
allerdings eindrucksvoll gezeigt, dass Werte notfalls auch um den
Preis der Meinungsverschiedenheit vertreten werden müssen.
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Datum: 23.03.2012 - 22:00 Uhr
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