Neue OZ: Kommentar zu Kulturpolitik
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Von allem zu viel und immer das Gleiche": Der Untertitel des
Buches "Der Kulturinfarkt" klingt nach kulturkritischem Genörgel,
trifft bei den Opernspielplänen aber die Sachlage. Zu viel Oper kann
es, gerade für ihre glühenden Verehrer, natürlich nie geben. Aber die
Diagnose, dass immer die gleichen Renner von "Zauberflöte" bis "La
Traviata" die Spielpläne dominieren, ist schlicht nicht abweisbar.
Mangelnder Reformeifer? Nein, knallhartes Quotendenken.
Damit beugen sich die Theatermacher längst jener Instanz, welche
die "Infarkt"-Diagnostiker zum Kronzeugen gegen das Kulturangebot
aufrufen möchten, der Wirklichkeit. Die Wirklichkeit hält beim
Opernrepertoire ein schlichtes Gesetz bereit: Nur mit den großen Hits
werden hohe Auslastungszahlen erreicht. Alles andere gehört in den
Bereich des Risikomanagements.
Wer das Einerlei der Spielpläne aufbrechen will, muss gegen die
Quote handeln. Genau das ermöglichen Subventionen. Sie sichern das
künstlerische Experiment ab. Das ist kein Infarkt, sondern
Fortschritt. Aber Künste produzieren ja auch Bedeutungen und keine
Bilanzen.
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Datum: 26.03.2012 - 22:00 Uhr
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