Mythos Fachkräftemangel befördert Lohndumping
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Mythos Fachkräftemangel befördert Lohndumping
"Die Bundesregierung versucht sich zur Zeit an einer Neuauflage der gescheiterten Gastarbeiterpolitik der Bundesrepublik der 50er Jahre. Der sogenannte Fachkräftemangel ist nicht belegt und höchst umstritten. Die geplante Absenkung der Mindestverdienstgrenze von derzeit 66.000 auf 44.800 Euro und auf 34.944 Euro für sogenannte Mangelberufe hat lediglich das Ziel, offene Stellen rasch mit billigen ausländischen Fachkräften zu besetzen und so das Lohndumping in Deutschland anzuheizen. Zudem sollen der deutschen Wirtschaft die Kosten für die Ausbildung von Fachkräften erspart und anderen Ländern überlassen werden", erklärt Sevim Dagdelen, migrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zu den von Union und FDP geplanten Änderungen am Regierungsentwurf zur Hochqualifizierten-Richtlinie der EU. Dagdelen weiter:
"Statt sich den wirklichen gesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen und die miserable soziale Situation heute in Deutschland lebender Migranten zum Thema zu machen und integrativ zu wirken, folgt die Bundesregierung in der Migrationspolitik weiter dem Nützlichkeitsprinzip und macht sich so zum Erfüllungsgehilfen der Wirtschaft. Nach dem Motto, ?das Kapital braucht mehr Ausländer, die ihm nützen?, soll durch billigere ausländische Fachkräfte die Konkurrenz-Situation auf dem Arbeitsmarkt verschärft werden. Das Ergebnis ist Lohndumping. Denn laut Vergütungsstudie der Managementberatung Kienbaum verdiene eine Fachkraft in Deutschland im Durchschnitt 65.000 Euro. Das Einstiegsgehalt von Fachkräften liegt bei rund 48.000 Euro. Wenn die Zuwanderungsgrenze bei 42.000 Euro liegen soll, ist sie deutlich unter dem Durchschnittswert von 65.000 Euro und auch unter dem jetzigen Einstiegsgehalt.
Menschen auf ihre wirtschaftliche Verwertbarkeit zu reduzieren und sie als Lohndrücker zu instrumentalisieren lehnt DIE LINKE als Nützlichkeitsrassismus ab. Wer Fachkräfte braucht, muss sie ausbilden und gut bezahlen, egal ob sie aus Deutschland oder aus dem Ausland kommen. Deshalb fordert DIE LINKE tariflich abgesicherte und gut bezahlte Arbeitsplätze, einen gesetzlichen Mindestlohn, eine Ausbildungsplatzumlage sowie gleichen Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort statt Leiharbeit."
F.d.R. Julia Schnatz
Hanno Harnisch Stellv. Pressesprecher
Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
11011 Berlin
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Datum: 28.03.2012 - 16:30 Uhr
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