Greenpeace-Protest bei VW-Hauptversammlung / Aktivisten fordern ehrliche Klimaziele von Volkswagen
ID: 619757
Morgen bei der Hauptversammlung des VW-Konzerns in Hamburg. Die
Umweltschützer haben am Eingang des CCH Congress Center Hamburg ein
zwölf mal fünf Meter großes Banner befestigt. Mit der Botschaft
"Verantwortung ernst nehmen: Ehrlicher Klimaschutz jetzt!"
appellieren die Aktivisten an den deutschen Autobauer, die
CO2-Grenzwerte der eigenen Autoflotte stärker zu senken als geplant.
Greenpeace hofft, dass mit dem Einzug von Ursula Piech in den
Aufsichtsrat auch der Klimaschutz eine neue Stimme erhält.
"Klimaschutz ist keine Sonderausstattung. Wir hoffen, dass Frau Piech
genau das der technikverliebten VW-Führungsriege klar macht", sagt
Wolfgang Lohbeck, Verkehrsexperte bei Greenpeace.
Wird Frau Piech konsequenten Klimaschutz bei VW durchsetzen?
Am Tag der Hauptversammlung hat Volkswagen seinen
Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Greenpeace kritisiert, dass
die darin formulierten Umweltziele nicht ambitioniert genug seien.
"Volkswagen erhebt den Anspruch, Pionier in Sachen Umweltschutz zu
sein. Es genügt jedoch nicht, sich im Mittelfeld zu bewegen", so
Lohbeck. Der Weltkonzern VW beeinflusst die Modellpolitik anderer
Hersteller weltweit und muss dieser Vorbildfunktion gerecht werden.
"Showcars mit 1-Liter-Verbrauch dürfen nicht als Nischenprodukt mit
Alibi-Funktion dienen", sagt Lohbeck. "VW muss seine klimaschonende
Spritspartechnik in alle Neuwagen ohne Mehrpreis einbauen."
Greenpeace vermisst bei den Umweltzielen des Konzerns eine klare
Aussage zu den geplanten CO2-Grenzwerten der VW-Neuwagenflotte im
Jahr 2020. Die EU wird demnächst für dieses Entscheidungsjahr einen
Grenzwert festlegen. Die Diskussion dreht sich derzeit um 95 Gramm
CO2 pro Kilometer. Konzerne wie VW versuchen jedoch im Vorfeld durch
Lobbyarbeit, diesen Wert zu verwässern, statt durch die eigene
ambitionierte Modellpolitik Zeichen für den Klimaschutz zu setzen.
Volkswagen hatte sich mit dem Ziel von 120 Gramm CO2 pro Kilometer
bisher lediglich auf das Jahr 2015 festgelegt. "Das ist zwar ein
erster Schritt. Doch klimapolitisch notwendig und technisch möglich
sind 80 Gramm CO2 pro Kilometer", so Lohbeck. Greenpeace fordert
diesbezüglich eine klare Stellungnahme von Volkswagen.
Zwei Tage vor der Hauptversammlung hatten Greenpeace-Aktivisten
bereits auf dem Dach des VW-Verwaltungsgebäudes in Wolfsburg
protestiert. Greenpeace ist weiterhin zu einem Dialog auf offizieller
Ebene mit Volkswagen bereit. Im Internet haben sich seit Start der
Klimakampagne bereits über 510.000 Unterstützer der Kritik von
Greenpeace angeschlossen. (www.vwdarkside.com)
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Wolfgang Lohbeck, Tel.
0171- 8780823, oder Pressesprecherin Michelle Bayona, Tel. 0171-8780
830, Fotos unter Tel. 040-30618376, Video-Material zum Download vom
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Datum: 19.04.2012 - 09:27 Uhr
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