Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Mai 2012[1]
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(PresseBox) - .
- Die Konjunkturaussichten für Deutschland haben sich im Verlauf des ersten Quartals verbessert. Der spürbare Anstieg der Industrieproduktion und die weitere Belebung der Bestelltätigkeit im März bestätigen die schon bisher positiven Signale der Stimmungsindikatoren
- Der kräftige Anstieg der Bauproduktion im März hat den witterungsbedingten Produktionseinbruch vom Februar mehr als ausgeglichen
- Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich fort. Beschäftigungsaufschwung und Einkommenszuwächse bleiben wesentliche Stützen der Binnenkonjunktur
Nach der Wachstumsdelle des Winters hat sich die Konjunktur in Deutschland im Verlauf des ersten Quartals diesen Jahres wieder erholt. Die Aussichten für die weitere Entwicklung haben sich verbessert. Die Frühindikatoren signalisieren eine zunehmende Belebung der wirtschaftlichen Aktivität, insbesondere im konjunkturell bedeutsamen industriellen Sektor. Auch das internationale Umfeld zeigt vermehrt Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung. Die Frühindikatoren für wichtige Industrie- und Schwellenländer sind leicht aufwärts gerichtet. Die konjunkturelle Entwicklung in den USA und in Japan nimmt etwas Fahrt auf; China und Indien wachsen robust. Dementsprechend hat der Internationale Währungsfonds im April seine jüngste Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft nach oben korrigiert. Gleichzeitig hat der Preisdruck beim Rohöl in den letzten Wochen etwas nachgelassen. Innerhalb der Eurozone bleibt aber die aktuelle Lage noch angespannt. Vor dem Hintergrund der andauernden Staatsschulden- und Finanzkrise und einer rückläufigen Wirtschaftsentwicklung in einer Reihe von Eurostaaten sind die Unsicherheiten und Risiken nach wie vor beträchtlich.
Da sich der Welthandel wieder belebt, erhält auch der deutsche Außenhandel zunehmend positive Impulse, vor allem aus den Schwellenländern. Sowohl die Ausfuhren als auch die Einfuhren erhöhte sich im März insgesamt weiter um 0,9 % bzw. 1,2 %[2]. Die kräftige Expansion der deutschen Importe hilft, die bestehenden Außenhandelsungleichgewichte gegenüber einigen Handelspartnern abzubauen und setzt positive Wachstumsimpulse in diesen Ländern..
Die deutsche Industrie meldet im März einen deutlichen Anstieg der Erzeugung um 1,5 %. Gleichzeitig wurde das Februar-Ergebnis deutlich nach oben revidiert. Die Industrieproduktion liegt damit im ersten Quartal über dem Stand des Vorquartals. Auch die Perspektiven für die Industriekonjunktur haben sich weiter verbessert. Die Auftragseingänge stiegen im März deutlich um 2,2 % an. Da die Stimmungsindikatoren überwiegen positiv tendieren und im März teilweise kräftige Verbesserungen verzeichneten, sind die Chancen für eine weitere Belebung der Bestelltätigkeit spürbar gestiegen. Deutliche Auftragszuwächse verzeichnen die Unternehmen weiterhin aus Ländern außerhalb der Eurozone, die vor allem Investitionsgüter nachfragen. Aber auch die Inlandsbestellungen legten im März leicht zu. Dagegen stagnierten die Auftragseingänge aus dem Eurogebiet.
Im Bauhauptgewerbe wurde die Erzeugung im März außerordentlich kräftig um 30,7 % ausgeweitet; der starke witterungsbedingte Einbruch vom Februar wurde damit mehr als ausgeglichen. Gleichwohl konnte die Bauproduktion im ersten Quartal noch nicht wieder das Niveau des Vorquartals erreichen. Angesichts der lebhaften Bestelltätigkeit im Baugewerbe bleiben die Perspektiven allerdings günstig.
Der Arbeitsmarkt hat die konjunkturelle Schwächephase im zurückliegenden Winterhalbjahr gut überbrückt und zeigt sich weiter in einer robusten Verfassung. Der Beschäftigungsaufbau ist mit einer Zunahme der Erwerbstätigen im März um saisonbereinigt 29.000 Personen ausgeprägt. Dabei bleibt der kräftige Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung die zentrale Stütze. Insgesamt waren im März 41,26 Millionen Personen erwerbstätig. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen unterschritt im April mit 2,963 Millionen erneut die 3-Millionen-Marke. Die Nachfrage nach Arbeitskräften bewegt sich weiterhin auf hohem Niveau, wenngleich die einschlägigen Frühindikatoren ihre Höhepunkte überschritten haben dürften. Alles in allem bleibt der Arbeitsmarkt eine maßgebliche Stütze für die Binnenkonjunktur.
Nicht zuletzt aufgrund der guten Beschäftigungsentwicklung werden sich die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte weiter positiv darstellen und zur Stärkung der Kaufkraft der Verbraucher beitragen. Belastungen für die Konsumkonjunktur resultieren derzeit allerdings durch den nach wie vor spürbaren Preisauftrieb, auch wenn die Preissteigerungsrate zum Vorjahr im April auf 2,0 % zurückgegangen ist. Der Preisauftrieb schlug sich zuletzt auch in einer leicht eingetrübten Verbraucherstimmung nieder. Darüber hinaus belastet er die Umsätze im Einzelhandel, die trotz leichter Zunahme im März vorläufig weiter abwärts tendieren. Die Perspektiven für den privaten Konsum als einer der maßgeblichen Faktoren der Binnenkonjunktur bleiben angesichts der anhaltend guten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt aber weiterhin positiv.
Diese Entwicklung zeigt: Die guten Aussichten für Einkommen, Beschäftigung und Konsum in Deutschland sind kein Selbstläufer. Sie sind vor allem den strukturellen Reformen auf dem Arbeitsmarkt, zusammen mit dem verantwortungsvollen Verhalten der Tarifpartner zu verdanken. Jetzt gilt es, diese erfolgreiche Entwicklung auch für die Zukunft zu sichern. So hat sich auch der Internationale Wahrungsfonds im Rahmen seiner jüngsten Deutschland-Konsultationen klar dafür ausgesprochen, im Reformtempo nicht nachzulassen. Vielmehr raten die Experten des Währungsfonds, die Wachstumsgrundlagen weiter zu verbessern und insbesondere die Potenziale am Arbeitsmarkt noch besser auszuschöpfen. Dies gelte sowohl mit Blick auf die Partizipation von Frauen und Älteren wie auch für die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte.
Klar ist: Neue bürokratische Einstellungshürden dürfen die international viel beachtete Erfolgsgeschichte am deutschen Arbeitsmarkt nicht gefährden.
[1] In diesem Bericht werden statistische Daten verwendet, die bis zum 09. Mai 2012 vorlagen.
[2] Soweit nicht anders vermerkt, beziehen sich alle Veränderungsraten saison- und arbeitstäglich bereinigt (X-12-Arima-Verfahren) auf die jeweilige Vorperiode.
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Datum: 10.05.2012 - 14:25 Uhr
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