Patienten vor Missbrauch schuetzen: Aerzte duerfen nicht zu Verkaeufern werden

Patienten vor Missbrauch schuetzen: Aerzte duerfen nicht zu Verkaeufern werden

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Patienten vor Missbrauch schuetzen: Aerzte duerfen nicht zu Verkaeufern werden



(pressrelations) - Zum Antrag "Individuelle Gesundheitsleistungen eindaemmen" der SPD-Bundestagsfraktion erklaert die zustaendige Berichterstatterin Mechthild Rawert:

Mit unserem Antrag wollen wir Patientinnen und Patienten vor dem Missbrauch von Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) schuetzen und die Abzocke auf dem mittlerweile mehr als 1,5 Milliarden Euro Umsatz bringenden IGeL-Markt eindaemmen.
Patientinnen und Patienten, die zum Arzt gehen, sollen diesen auch treffen und nicht einem Kaufmann begegnen. Wir wollen, dass sie dort auch ohne Zeitdruck auf aerztliche Ethik vertrauen koennen.

In der Plenardebatte hat sich gezeigt, dass die FDP es an Fuersorge fuer die Patienten fehlen laesst. Wie sonst ist erklaerbar, dass eine FDP-Vertreterin den Besuch in der Arztpraxis mit dem Besuch eines Geschaeftes zum Kauf einer Hose verglichen hat. Patienten gehen in der Regel zum Arzt, weil sie auf eine wirksame Therapie fuer eine Krankheit hoffen, nicht weil sie etwas kaufen wollen. Der zunehmende Verkauf von IgeL-Leistungen ist ein grosses Problem, vor allem, wenn diese nicht nur keinen patientenrelevanten Nutzen erbringen, sondern sogar gesundheitlichen Schaden anrichten. Beim IGeL-Verkauf wird haeufig suggeriert, dass das System der Gesetzlichen Krankenversicherung nur eine unzureichende medizinische Versorgung biete und daher Selbstzahlerleistungen fuer die Gesunderhaltung notwendig seien. Gesetzlich Versicherte erhalten flugs eine privat zu zahlende Privatbehandlung.

Wir vermissen Transparenz und Aufklaerung ueber den Sinn und Unsinn der IGeL in den Arztpraxen. Es muss Schluss damit sein, dass Medizinische Fachangestellte zu IGeL-Verkaeufern werden, bevor die Patienten ueberhaupt das Arztzimmer betreten hat. Das wichtige Vertrauensverhaeltnis zwischen Patient und Arzt leidet darunter.

Wir fordern in unserem Antrag "Individuelle Gesundheitsleistungen eindaemmen" deshalb eine Trennung von Leistungen nach dem Katalog der gesetzlichen Krankenversicherung und den IGeLn als Zusatzgeschaefte. Wir wollen, dass Vertragsaerzte ihre Zeit den wirklich behandlungsbeduerftigen Patienten zur Verfuegung stellen und nicht, wie in einigen Praxen ueblich, bis zu 30 Prozent mit IGeL-Geschaeften verbringen. Wir fordern verbindliche Regelungen fuer einen schriftlichen Behandlungsvertrag vor jeder IGeL-Behandlung, fordern eine bessere Datenlage und mehr Studien ueber den IGeL-Verkauf. Fuer uns stehen die Patienten im Mittelpunkt.




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Datum: 11.05.2012 - 14:00 Uhr
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