Kulturstaatsminister Bernd Neumann: Provenienzrecherche und -forschung deutlich gestärkt
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Kulturstaatsminister Bernd Neumann: Provenienzrecherche und -forschung deutlich gestärkt
Kulturstaatsminister Bernd Neumann erklärte dazu: "Die gestiegene Anzahl der beantragten Forschungsvorhaben ist eine ermutigende Entwicklung bei der Stärkung der Provenienzforschung in Deutschland. Nach nur einem Jahr hat sich die Arbeitsstelle zum wichtigsten Förderinstrument der Provenienzrecherche und -forschung in Deutschland entwickelt. Der Bund ist damit seiner Vorreiterrolle bei der Stärkung und Professionalisierung der Provenienzrecherche in vollem Maße gerecht geworden. Ich fordere die Länder und Kommunen auf, durch eine großzügige Kofinanzierung weitere Rechercheprojekte auf den Weg zu bringen.
Die hohe Anzahl und die Qualität der eingereichten Anträge bestärkt mich zudem in meiner Überzeugung, dass sich die öffentlichen Museen, Bibliotheken und Archive ihrer besonderen moralischen Verantwortung bewusst sind. Provenienzrecherche ist und bleibt die beste Grundlage für faire und gerechte Lösungen zur Restitution von NS-Raubkunst. Es ist ein wichtiges Zeichen, dass in der Bundesrepublik auch zehn Jahre nach Verabschiedung der "Gemeinsamen Erklärung" von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden zur Suche und Restitution von NS-Raubkunst zahlreiche neue Initiativen gestartet werden, um NS-Raubkunst aufzuspüren und zurückzugeben."
Folgende Einrichtungen erhalten Fördermittel aus dem vom BKM bereitgestellten Fonds:
Ehm Welk- und Heimatmuseum, Angermünde
Kunstsammlungen und Museen, Augsburg
Deutsches Historisches Museum, Berlin
Zentral- und Landesbibliothek, Berlin
K 20K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
Museum Folkwang Essen und Museum für Kunst- und Kulturgeschichte Dortmund
Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
Seminar für Deutsche Philologie der Georg-August-Universität Göttingen
Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg
Museum im Mönchenkloster Jüterbog
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Universitätsbibliothek der Universität Leipzig
Deutsches Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg
Hegau Museum Singen
Staatsgalerie Stuttgart und Landesmuseum Württemberg, Stuttgart
Klassik Stiftung Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar
Museum Wiesbaden.
Die bewilligten Projekte beziehen sich sowohl auf die Klärung der Provenienzen einzelner Objekte und bestimmter Sammlungsbestände als auch auf die Erschließung von Ressourcen in Archiven und Nachlässen, die für die weitere Provenienzforschung an öffentlichen Museen und Bibliotheken von großem Nutzen sein werden.
Die Museen, Bibliotheken, Archive und anderes öffentliche Kulturgut bewahrenden Einrichtungen werden mit Blick auf die gegenüber der ersten Antragsfrist (1. September 2008) deutlich gestiegenen Anzahl der beantragten Forschungsvorhaben in steigendem Maße ihrer Verantwortung gerecht, unter Inanspruchnahme der bereitgestellten Fördermittel die Überprüfung der Sammlungsbestände nach NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgütern konsequent fortzuführen und somit den aus den "Washingtoner Prinzipen" und der "Gemeinsamen Erklärung von Bund, Ländern und Kommunalen Spitzenverbänden" resultierenden Verpflichtungen nachzukommen.
Die Entscheidung über sieben Anträge wurde zurückgestellt, bis weitere Präzisierungen zu den Recherche- und Forschungsprojekten vorgelegt werden können. Drei Anträge konnten nicht bewilligt werden, da die beantragten Projekte nicht in vollem Umfang den inhaltlichen Anforderungen der Förderrichtlinien entsprachen.
Mitglieder des Beirats sind: Prof. Dr. Uwe M. Schneede (Vorsitzender), Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel (stellv. Vorsitzende), Isabel Pfeiffer-Poensgen, Jutta Penndorf, Prof. Dr. Christoph Brockhaus, Prof. Dr. Robert Kretzschmar, Dr. Georg Ruppelt, Dr. Michael Franz, Prof. Dr. Udo Wengst, Prof. Dr. Christoph Zuschlag, Prof. Dr. Uwe Fleckner und als ständiger Gast Norbert Zimmermann.
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Datum: 22.04.2009 - 17:21 Uhr
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