Schummeln mit dem Dosenpfand – Dumpingpreise für Einweg-Getränke ein Fall für das Kartellamt
ID: 85985
Vom Büdchenbesitzer, bei dem das Bier gekauft wurde, erfuhr Boeing, dass es sich nicht um Pfanddosen handelt: „Nein, sagte er, das stimmt, aber wir bekommen die manchmal auf Paletten angeliefert. Ob er wisse, wer die liefere? Daran könne er sich leider nicht erinnern“, sagte der Mann im Kiosk. Nach Erkenntnissen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) http://www.duh.de handelt es ich mitnichten um Irrläufer. Offenbar hat sich seit Einführung des einheitlichen Pfandsystems im Jahre 2006 ein schwunghafter Handel mit pfandfreien Dosen entwickelt. „Die Umwelthilfe beobachtet das Geschehen schon länger. In vielen deutschen Imbissbuden, Kiosken und Tankstellenshops seien Exportdosen im Regal ganz normal, und so mancher Betrieb schlägt die 25 Cent Pfand trotzdem drauf“, schreibt Boeing in seinem Blogbeitrag.
Umweltexperten und die mittelständische Getränkeindustrie kritisieren massiv das Regelungschaos des Dosenpfandes. Kaum ein Verbraucher blicke mehr durch, welche Getränke unter die Pfandpflicht fallen und welche nicht. Unterschiede zwischen Mehrweg und Einweg seien kaum noch zu erkennen. Fast jeder zweite Verbraucher in Deutschland wisse selbst sechs Jahre nach Einführung des Einwegpfandes nicht, dass es neben Mehrweg-Pfandflaschen auch Einweg-Pfandflaschen gibt. Entsprechend hoch seien die Pfandgelder, die in den Kassen des Handels verbleiben.
Die Mineralbrunnen-Betriebe gehen davon, dass Pfandgewinne von den Discountern in die Quersubventionierung von Einweggetränken gesteckt werden. Umgerechnet auf den Literpreis koste Mineralwasser beim Discounter 13 Cent und im normalen Getränkehandel 50 Cent. Um den mit Hilfe von Einweg-Dumpingpreisen geführten Verdrängungskampf der Discounter gegen den mehrwegorientierten Mittelstand zu stoppen, fordern Umwelt- und Branchenverbände neben dem Einwegpfand eine wirksame Lenkungsabgabe von mindestens 20 Cent pro Flasche. Anders werde das in der Verpackungsverordnung verbindlich festgeschriebene Ziel eines Anteils von 80 Prozent ökologisch vorteilhafter Verpackungen nicht erreicht.
„Das Dosenpfand in der jetzigen Regelung ist für den massiven Rückgang der Mehrwegquote verantwortlich. Besser wäre von Anfang an eine Abgabenlösung gewesen, die von großen Teilen des Einzelhandel auch mitgetragen worden wäre. Die dadurch erzielten Einnahmen kämen der Allgemeinheit zugute. Jetzt haben wir die reine Einweg-Pfandlösung mit den bekannten Folgen des Pfandschlupfes“, kritisierte Gottfried Jung vom rheinland-pfälzischen Umweltministerium beim Kasseler Abfallforum http://www.abfallforum.de/tagungen/tagungen.php. Der gewaltige Preisunterschied treibe die Verbraucher zu Einweg-Getränken. Daran würde auch die vom Bundesumweltministerium vorgeschlagene Kennzeichnungspflicht nichts ändern.
Wie der Einweg-Dumpingpreis der Discounter zustande kommt, könne sich Dr. Helge Wendenburg vom Bundesumweltministerium nicht erklären. Die Prüfung der Ursachen sei nicht die Aufgabe seines Hauses. Hier stünden das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundeskartellamt in der Pflicht. Wenn ein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht vorliege, müsse entsprechend gehandelt werden.
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Onlinenachrichtendienst NeueNachricht
Redaktion
NeueNachricht
Gunnar Sohn
Ettighoffer Straße 26a
53123 Bonn
Tel: 0228 – 6204474
Mobil: 0177 – 620 44 74
E-Mail: gunnareriksohn(at)googlemail.com
URL: http://www.ne-na.de
http://twitter.com/gsohn
http://www.facebook.com/home.php?ref=home
http://dienstleistungsoekonomie.ning.com/
Datum: 27.04.2009 - 16:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 85985
Anzahl Zeichen: 0
Kontakt-Informationen:
Kategorie:
Nahrung- und Genussmittel
Meldungsart: bitte
Versandart: Veröffentlichung
Freigabedatum: 27.04.2009
Diese Pressemitteilung wurde bisher 766 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Schummeln mit dem Dosenpfand – Dumpingpreise für Einweg-Getränke ein Fall für das Kartellamt "
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
NeueNachricht (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Berlin/Bonn - Die Servicebranche verschläft die Zeichen der Zeit. Weder werden smarte Möglichkeiten neuer IT-Technologien genutzt, noch wird auf den Kunden zu- und eingegangen. Den Schlafmützen bricht nun die Geschäftsgrundlage weg. Mit einer Änderung des Telekommunikationsgesetzes hat der Ge
Ich sag mal-Blog zu: NGOs als Kontrollinstanz für den nachhaltigen Einkauf des Staates: Mit den Betonköpfen des BDI wird das nicht funktionieren ...
Bonn - Im Einkauf von Unternehmen und Staat stecken erhebliche Potenziale, um die sozial- und umweltpolitischen Standards der Produktion zu verbessern – in Deutschland und vor allen Dingen im Ausland. Da ist es nur konsequent, wenn das Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums mit seinem Einka
Warteschleifen-Tohuwabohu: Gesetzgeber muss nachbessern – Call Center kundenfreundlicher gestalten ...
Berlin/Bonn - Mit der Novelle des Telekommunikationsgesetzes dürfen Hotline-Anbieter in Zukunft keine Entgelte für die Zeit mehr verlangen, die ihre Kunden bei einem Anruf in einer Warteschleife verbringen. Der Bundestag beschloss vergangene Woche eine weitrechende Regelung, die sowohl erste als a
Weitere Mitteilungen von NeueNachricht
Anisetta Meletti – italienischer Kultlikör exklusiv bei Donatelli ars culinaria ...
Die Firma Meletti, mit Sitz in Ascoli Piceno, ist eine der angesagtesten Destillerien Italiens. Exklusiv für den deutschen Markt ist die Anisetta Meletti ab sofort über den Gourmet-Online-Shop www.donatelli.de erhältlich. „Die Firma Meletti blickt auf eine erfolgreiche Geschichte. Wir sind s
Wissen was drin ist - Bier selbst brauen zum Tag des Bieres ...
Um dieses ursprüngliche Getränk zu würdigen, riefen die deutschen Bierbrauer 1994 den "Tag des deutschen Bieres" ins Leben, an dem ab sofort an jedem 23. April des Jahres der Erlass des bayerischen Reinheitsgebots im Jahr 1516 gefeiert wird. Sicherlich, die Idee dem Bier einen eig
Neu im Teeladen Herzberg – Mocafé Chai ...
Neu im Teeladen Herzberg – Mocafé Chai Nachdem sehr beliebten und leckeren 9 verschiedenen Sorten David Rio Chai freuen wir uns ihnen jetzt auch den Mocafe Chai anbieten zu können. David Rio Chai finden sie hier: https://www.teeladen-herzberg.de/shop/de/David-Rio-Chai-Arizona-Eistees
Australischer Pep für den beliebtesten deutschen Partysalat ...
Vermutlich liegt gerade in der Vielzahl der Zubereitungsmöglichkeiten das Geheimnis seines Erfolges: Mit der Verwendung von Rucola, Basilikum und australischen Macadamias erhält man zum Beispiel eine gesunde und leckere mediterrane Form des Klassikers. Durch die frischen, bunten Zutaten ist der Sa




