Immer noch nichts dazu gelernt?
Rückschlag für die Fett-Rehabilitation
Aachen (fet) – In Zeiten, in denen Wissenschaftler mit dem schlechten Ruf des Fettes als Dickmacher aufräumen, kontern Münchner Lebensmittelchemiker mit einem Projekt zur Verbesserung fettreduzierter Lightprodukte.
Doch was nützen schmackhaftere oder sättigendere Lightprodukte, wenn fettarme Ernährung offensichtlich keine Lösung für das Übergewichtsproblem der Industriestaaten ist? US-amerikanische Supermärkte beispielsweise bieten das umfangreichste Angebot fettreduzierter Produkte weltweit an. Das Resultat zeigt sich beim Blick auf die Straßen. US-Amerikaner sind weiterhin die Dicksten der Welt. Im Vergleich hierzu ist der Anteil übergewichtiger Italiener gering, obwohl diese bekanntlich mit Olivenöl und fettigem Seefisch nicht geizen.
Eine Garantie für die schlanke Linie sind fettreduzierte Lebensmittel sowieso nicht. Die Aufschrift „light“ bedeutet nicht zwangsläufig kalorienreduziert. Auch ein fettarmes Produkt kann viel Zucker und einen hohen Energiegehalt aufweisen. Ein Fruchtjoghurt mit 1,5 Prozent Fett beispielsweise ist zucker- und kalorienreicher als ein vollfetter Naturjoghurt mit frischen Früchten. Einige Lightprodukte wie Kartoffelchips oder Eiscreme sind trotz vermindertem Fettgehalts weiterhin wahre Kalorienbomben und helfen keinesfalls beim Abnehmen. Figurfreundlicher ist es, zur weniger verarbeiteten Variante zu greifen. So enthält Lachsschinken beispielsweise nur halb so viele Kalorien wie vergleichbare Mengen an Light-Salamie.
Redaktion: Christine Langer
Quelle:
1) Cao Y et al.: Effects of moderate (MF) versus lower fat (LF) diets on lipids and lipoproteins: a meta-analysis of clinical trials in subjects with and without diabetes. J Clin Lipidol 3;19–32:2009
2) Hession M et al.: Systematic review of randomized controlled trials of low-carbohydrate vs. low-fat/low-calorie diets in the management of obesity and its comorbidities. Obes Rev;10(1);36-50: 2009
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Datum: 29.05.2009 - 13:55 Uhr
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