Draussen vor der Tür - Auch Schwarz-Rot macht Bildungspolitik ohne die Wirtschaft

Draussen vor der Tür - Auch Schwarz-Rot macht Bildungspolitik ohne die Wirtschaft

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(firmenpresse) - Bonn/Berlin - Bildung ist der Schlüssel zu Wachstum und Beschäftigung. Diese Satz ist so wahr wie banal. Die Unternehmen wissen selbst am besten, dass ihre Wettbewerbsfähigkeit von gut ausgebildeten Fachkräften abhängt, sagt Mario Ohoven. Der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) http://www.bvmwonline.de hält aber dennoch fest: "Mit schöner Regelmässigkeit warnen Gewerkschaften und Politiker im Sommer vor einer unmittelbar bevorstehenden Ausbildungskatastrophe. Das Horrorszenario: Zehntausende Schulabgänger stünden zu Beginn des Ausbildungsjahres ohne Lehrstelle da. Der Schuldige ist schnell ausgemacht: ‚Die’ Wirtschaft bilde zu wenig aus, heisst es dann."

Dies Behauptung entbehre jedoch jeder sachlichen Grundlage, da der Mittelstand die mit Abstand stärkste Kraft der deutschen Volkswirtschaft sei, die seit Jahren verlässlich acht von zehn Ausbildungsplätzen bereit stelle. Die Politik habe ihre Hausaufgaben aber nicht ähnlich solide gemacht. So kritisiert Ohoven die jüngsten Beschlüsse der Föderalismusreform, welche die "bildungspolitische Kleinstaaterei" zementierten. Auch unter Schwarz-Rot bleibe die Wirtschaft bei bildungspolitischen Entscheidungen weitgehend aussen vor: "Das hat die fatale Folge, dass Schule und Hochschule unverändert praxisfern, und damit am Bedarf der Wirtschaft vorbei ausbilden."

Wolfgang Liebernickel, Leiter der Politischen Grundsatzabteilung des BVMW, sieht in der Bildungspolitik eine zentrale Aufgabe dieser Legislaturperiode: "Der Wirtschaftsstandort Deutschland ist mittel- und langfristig vor allem vom Bildungsstandort Deutschland abhängig." Das deutsche Bildungswesen werde allerdings immer stärker zu einem "Patchwork-Produkt" abgleiten, wenn die Kleinstaaterei im Rahmen der Föderalismusreform nicht gestoppt würde. Konkret setzt sich der BVMW für ein allgemein bildendes Schulsystem ein, dass die in der betrieblichen Praxis benötigten Grundfertigkeiten vermittelt. Ausserdem müsse das Berufsschulsystem von unnötigem Ballast befreit und auf zukunftsfähige Berufe ausgerichtet werden.



Mit einem Anteil von rund 80 Prozent an der Erstausbildung seien die mittelständischen Unternehmen eindeutig die tragende Säule des beruflichen Ausbildungswesens, während sich die Grossunternehmen immer stärker aus ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung zurückzögen. "Würden die Konzerne ihrer Ausbildungsverantwortung so nachkommen wie der Mittelstand, gäbe es keine Krise am Ausbildungsmarkt. Würde die Gesamtwirtschaft auf eine Ausbildungsquote von sieben Prozent kommen, gäbe es eine ausgeglichene Angebot-Nachfrage-Relation. Dies muss die Zielrichtung der Politik sein", so Liebernickel. Er schlägt vor, die Ausbildungszeiten zu verkürzen, ausländische Hochschulabsolventen in Deutschland zu halten, eine arbeitsmarktpolitische Zuwanderungspolitik zu betreiben, eine verstärkte Frauenerwerbsbeteiligung durch Verbesserungen im Familienumfeld durchzusetzen und die Berufs- und Bildungsabschlüsse in der EU grenzüberschreitend anzuerkennen.


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