Sechs Kreuze für den Landeshaushalt: Lotto Rheinland-Pfalz wird wohl verstaatlicht
ID: 30073
Private Wettanbieter setzen auf Osteuropa

(firmenpresse) - Mainz/Düsseldorf - Wenn der frühere Bundesliga-Schiedsrichter Robert Hoyzer in diesen Tagen seine Haftstrafe für die Beteiligung an den Spielmanipulationen der Jahre 2004 und 2005 antritt, beginnt für ihn das letzte Kapitel in Sachen Sportwetten. Andernorts sorgen diese aber nach wie vor für Diskussionsstoff und liefern den Anlass für einen wahren Gerichtsmarathon auf allen Ebenen.
Im Kern geht es um den Entwurf des neuen Glücksspielstaatsvertrages, den die Ministerpräsidentenkonferenz vorgelegt hat. In Rheinland-Pfalz bangt man angesichts des Vertragsverletzungsverfahrens der Europäischen Union sogar um die Zukunft der Sportfinanzierung. Denn weil die Lotto Rheinland-Pfalz GmbH http://www.lotto-rlp.de das einzige Privatunternehmen im deutschen Lotto- und Toto-Block ist, könnte dieser Status „im Widerspruch zum geplanten Staatsvertrag stehen, mit dem das Tipp-Geschäft als Monopol des Staates gesichert werden soll“, so die Koblenzer Rhein-Zeitung http://www.rhein-zeitung.de. Den Ertrag für die Landeskasse aus diesem Konzessionsmodell beziffert die Zeitung auf etwa 185 Millionen Euro im Jahr 2006. „Ein Landeshaushalt ohne die Gelder von Lotto wäre heutzutage undenkbar“, bestätigte Landesfinanzminister Ingolf Deubel (SPD) bei der Feier zum 25-jährigen Jubiläum von „Lotto am Mittwoch“ Ende April in Mainz. „Dabei verwies er auf die unverzichtbaren Abgaben in Höhe von rund 40 Prozent des Lotto-Umsatzes, die Woche für Woche über die Landeshaushalte an gemeinnützige Zwecke verteilt werden können“, berichtet die Tabakzeitung http://www.tabakzeitung.de. Derzeit, so die Rhein-Zeitung, werde geprüft, ob das Lotto-Unternehmen, das im Besitz der drei rheinland-pfälzischen Sportbünde ist, mehrheitlich in Besitz des Landes gebracht werden müsse, um dem Staatsvertrag gerecht zu werden. „Ob jetzt eine überhastete Verstaatlichung von Lotto Rheinland-Pfalz und ein Ausscheiden der drei Sportbünde die richtige Lösung wäre, ist die Frage. Dies wäre nach allen Debatten, wie sie jetzt in Europa stattfinden, eine mehrfache Rolle rückwärts. Das Problem ist schließlich nicht erst seit gestern bekannt“, bemängelt Guido Ernst, sportpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion http://www.cdurlp.de/landtagsfraktion im Mainzer Landtag.
Nach einem Bericht der Sportwetten-Zeitung http://www.sportwetten-zeitung.de regt sich mittlerweile auch Widerstand gegen die Beibehaltung des Glücksspielmonopols im Deutschen Bundestag. Peter Danckert, Vorsitzender des Sportausschusses, mahnte demnach bereits Europarechtstreue an. Der SPD-Abgeordnete ist überzeugt, „dass wir noch in der Lage sind, bei einem Kompromiss mit den privaten Anbietern auch durch Konzessionsabgaben, Lizenzgebühren oder Lenkungsabgaben einen ganz erheblichen Anteil der Überschüsse, die erwirtschaftet werden, für soziale Zwecke, Sport und Kultur abzweigen können.“ Der Dschungel aus Lobbyinteressen und juristischen, straf- und ordnungsrechtlichen Barrieren in Deutschland sei volkswirtschaftlich sehr schädlich, kritisiert Helmut Sürtenich, Vorstand des Düsseldorfer Sportwettenanbieters Stratega-Ost Beteiligungen AG http://www.stratega-ost.de: „Die bisherige Staatsmonopolstrategie unter dem Deckmantel der Suchtbekämpfung wirkt sich für die gesamte Wettbranche negativ aus.“ Wenn man in Deutschland auf Steuereinnahmen und neue Arbeitsplätze durch private Anbieter verzichten könne, so sei das ein Problem der deutschen Politik und Justiz. Sein Unternehmen zieht es nach Osten: „In Russland, Weißrussland oder der Ukraine legt man uns keine Steine in den Weg.“ Marktwirtschaft und Liberalismus kämen dort nicht nur in Sonntagsreden vor, sondern würden gelebt, so Sürtenich. „Die EU-Kommission hat in zwei Aufforderungsschreiben aus dem April 2006 und jetzt von Ende März 2007 grundsätzliche europarechtliche Bedenken mitgeteilt. Ich meine, die Länder nehmen dies nicht richtig ernst. Deshalb werden wir in naher Zukunft auf einen erheblichen Konflikt zusteuern: zwischen EU-Recht einerseits sowie Bundesrecht und Verabredung unter den Ländern andererseits“, prognostiziert Peter Danckert.
Zwischen 800 und 1000 Wettbüros wurden innerhalb eines Jahres geschlossen. Das schätzt der Verband Europäischer Wettunternehmer (VEWU) http://www.vewu.com. Dazu zählte auch das Tabakwarengeschäft von Ursula Stöß im hessischen Karben, die der Tageszeitung Die Welt http://www.welt.de zufolge nun auf Brüssel hofft: „Das zuständige Verwaltungsgericht Gießen hat den Fall zur Vorlage an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) weitergeleitet. ‚Der Vorlagebeschluss hat Bedeutung für die Sportwetten-Verfahren in ganz Deutschland’, sagt Roland Reichert von der Kanzlei Redeker, der die Familie Stoß vertritt“, so die Zeitung.
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
PresseKontakt / Agentur:
medienbüro.sohn
V.i.S.d.P: Gunnar Sohn
Ettighoffer Strasse 26a
53123 Bonn
Germany
Telefon: 49 - 228 - 6 20 44 74
Telefax: 49 - 228 - 6 20 44 75
medienbuero(at)sohn.de
Datum: 16.05.2007 - 13:25 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 30073
Anzahl Zeichen: 0
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Andreas Schultheis
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Meldungsart: bitte
Versandart: kein
Freigabedatum: 16.05.2007
Diese Pressemitteilung wurde bisher 1184 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Sechs Kreuze für den Landeshaushalt: Lotto Rheinland-Pfalz wird wohl verstaatlicht"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
medienbüro.sohn (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Facebook-Browser könnte soziale Netzwerke umpflügen Berlin/München, 27. Februar 2009, www.ne-na.de - Millionen Deutsche sind mittlerweile in sozialen Netzwerken wie XING, Wer-kennt-wen, Facebook oder StudiVZ organisiert, haben ein Profil und präsentieren sich auf irgendeine Art im Web, ob mi
Finanzbehörden müssen mit Mittelstand innovativer umgehen ...
Schnelle Verfahren zur Stundung von Steuern und Anpassung von Vorauszahlungen Berlin, 26. Februar 2009, www.ne-na.de – Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) www.bvmw.de fordert die Finanzbehörden und Sozialversicherungen zu einem flexiblen und innovativen Umgang mit kleinen un
Kritik von Abfallexperten: Novellierte Verpackungsverordnung zementiert Grünen Punkt ...
Müllkonzern, fördert Preisdumping und unseriöse Recyclingmethoden Berlin/Bonn, 25. Februar 2009, www.ne-na.de - Einige Medien berichteten am Anfang des Jahres von der wundersamen Wiederauferstehung des Grünen Punktes http://www.gruener-punkt.de. So soll der frühere Müllmonopolist Duales Sys
Weitere Mitteilungen von medienbüro.sohn
Investivkraft der KMU wird verstärkt – BVMW-Präsident Ohoven über Unternehmenssteuerreform 2008 ...
Bonn/Berlin - „Mit dem geänderten Gesetzentwurf zur Unternehmensteuerreform 2008 geht die Koalition einen weiteren Schritt in die richtige Richtung.“ Mit diesen Worten kommentierte der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) http://www.bvmwonline.de, Mario Ohoven, die
Kinderliebe ältere Menschen und Senioren dringend gesucht! ...
Heinz und Berta Maier sind vor vier Jahren vom Land in die Großstadt umgezogen. Ausschlaggebend für den Umzug waren wirtschaftliche Überlegungen für das damals frisch verheiratete junge Paar. Inzwischen hat die Familie Nachwuchs bekommen. Sohn Peter ist nun drei Jahre alt. Durch den Umzug wohnt
Die Zeche zahlt der Steuerzahler ...
Bonn/München – Sportwettenanbieter operieren seit einigen Jahren in einer rechtlichen Grauzone. Die Situation wird dadurch zusätzlich erschwert, dass der Staat sein Monopol mit teilweise unverhältnismäßigen Mitteln durchsetzen wollte. Er operiert ebenfalls in einer Grauzone, könnte man sagen
Wer wird „Journalist of the Year 2007“? ...
CNN unterstützt bereits seit Jahren Journalistenschulen und -organisationen in den Vereinigten Staaten und trainiert Journalisten in Afrika, Asien und Lateinamerika. Den ersten „Journalist Award“ startete CNN in Afrika. Der wichtigste Grund für dieses Engagement: Guter Journalismus braucht die




