„Tarifpolitischer Sprengstoff“ in Zeiten des Abschwungs?
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Warum die Lohnforderungen der Gewerkschaften zur Unzeit kommen
Verdi und Beamtenbund fordern für den Öffentlichen Dienst zum Beispiel eine Einkommenssteigerung um acht Prozent, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. Die letzte lineare Einkommenserhöhung habe es im Öffentlichen Dienst im Jahr 2004 gegeben. Auch die IG Metall fordert für die Stahlbranche ein Plus von acht Prozent. Hochgerechnet auf 90.000 Stahlarbeiter kommt eine erkleckliche Summe zusammen. „Für die Wirtschaft braut sich damit ein gefährliches Gemisch zusammen: Denn der Aufschwung hat den Zenit bereits überschritten, das Wachstum schwächt sich wieder ab“, so Stefan von Borstel in seinem Kommentar.
„Die Arbeitnehmervertreter fordern zu Recht mehr Teilhabe am bisherigen Aufschwung“, sagt der Arbeitsmarktexperte Udo Nadolski vom Düsseldorfer Beratungsunternehmen Harvey Nash http://www.harveynash.de. „Die Unternehmen machen satte Gewinne, die Wirtschaft brummt (noch), die Zahl der Arbeitslosen nimmt ab und auch die Steuereinnahmen sprudeln. Doch die hohe Inflation frisst so viel von den Lohnzuwächsen auf, dass die Arbeitnehmer keine Euro mehr in der Tasche haben.“ Doch bei allem Verständnis für die Ansprüche der Arbeitnehmer warnt Nadolski: „Satte Lohnerhöhungen kämen aber jetzt, wo die Wirtschaft sich nicht so stark wie erwartet weiter entwickeln wird, zur Unzeit. Außerdem wenden sich die Gewerkschaften an die falschen Adressaten: Nicht die Unternehmen sind schuld daran, dass viele Bürger nicht am Aufschwung teilhaben. Der Staat trägt mit einer verfehlten Wirtschaft- und Finanzpolitik die Hauptverantwortung dafür, dass die Leute nicht mehr Netto haben.“
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Datum: 03.01.2008 - 08:41 Uhr
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