98% auf Produktsuche

98% auf Produktsuche

ID: 55

Nahezu jeder private Internetsurfer nutzt das weltweite Informationsnetz für Produktrecherchen. Dies belegt die jüngste Allensbacher Computer- und Technikanalyse ACTA des gleichnamigen Institutes für Demoskopie. Am 16. Oktober 2008 stellten die Meinungsforscher die Studie in München vor und präsentierten aktuelle Zahlen aus der Welt des Onlinehandels.

Private Internetnutzer wollen konsumieren und können sich ihre Konsumlust auch leisten. So lautet die wichtigste Schlussfolgerung aus den Daten der ACTA-Studie. Von den 71 % aller 14-64jährigen Bundesbürger, die das Internet nutzen, recherchieren satte 98 % im weltweiten Netz nach Produktinformationen. Ausgesprochen stark vertreten sind hier die gesellschaftlich und wirtschaftlich privilegierten Nutzer. Gerade sie fällen ihre Kaufentscheidung nicht nur aufgrund offizieller Herstellerinformationen, sondern ziehen auch die Produktbewertungen und Kommentare anderer User als Entscheidungshilfe zu Rate: 55 % der privilegierten Gruppe – oder 48 % aller Onlinekäufer – nutzen die dokumentierten Erfahrungen der restlichen Internetgemeinde, indem sie sich zusätzlich über Blogs, Diskussionsforen und Käuferkommentare informieren. Laut der ACTA-Studie erachtet ein Großteil der Consumer Online-Bewertungen und Online-Kommentare anderer Internetnutzer als verlässlich und relevant. Dieses Ergebnis dürfte all jene Shopbetreiber erfreuen, die ihren Kunden die Möglichkeit geben, Produkte zu kommentieren oder sich mit anderen Käufern in shopeigenen Foren auszutauschen.

Auf diesen Trend hat die Werbeindustrie schnell reagiert. Schon längst agieren Hersteller, Händler oder spezialisierte Agenturen quasi „undercover“ im Netz und lancieren an entsprechend besuchten Plätzen gezielt positive oder negative Statements über Produkte, Dienstleistungen und Unternehmen. Doch die Heerscharen geschäftsmäßiger Texter, Blogger oder Kommentatoren, die ihre wirtschaftlich motivierten Statements als Volkes Stimme tarnen, bewegen sich auf rechtlich dünnem Eis. Timo Lommatzsch, Social Media- und PR-Experte von der Hamburger Agentur Molthan van Loon, verweist gegenüber mediafzit auf die EU-Richtlinie 2005/29/EC. Sie verbietet, derartige Botschaften zu verbreiten, ohne deren kommerzielle Intention zu erwähnen. Großbritannien hat als eines der ersten Länder die Umsetzung der Richtlinie vorangetrieben. „Dort kann das gewerblich motivierte Verfassen von gefälschten oder irreführenden Online-Produktbewertungen, Käuferkommentaren oder Blogeinträgen sogar mit Gefängnis bestraft werden“, weiß Lommatzsch zu berichten. Immerhin kann diese als Astroturfing bezeichnete PR-Strategie immensen Schaden anrichten. „Kauft ein Kunde aufgrund authentisch anmutender Kundenbewertungen ein Produkt und stellt anschließend fest, dass dieses Produkt nicht die angepriesenen Eigenschaften besitzt, könnte er seine Enttäuschung im schlimmsten Fall auf den Onlineshop projizieren und sich eine alternative Quelle suchen, verdeutlicht Lommatzsch die Problematik.





Vor allem die passionierten Shopkunden verlassen sich auf Konsumentenkritik und stellen ihre Kaufentscheidung durchaus in Frage, wenn sie zu ihrem Wunschprodukt tendenziell negative Erfahrungsberichte finden. Zwar kauft die Mehrheit der aktuell 31,44 Millionen Online-Shopper lediglich bis zu fünf Produkte jährlich und zählt somit noch nicht zu den erfahrenen Internetkäufern. Doch setzt sich der allenthalben sichtbare Wachstumstrend fort, werden auch die heute überwiegend sporadisch kaufenden Kunden in absehbarer Zeit häufiger zum digitalen Einkaufsbummel aufbrechen.

Thomas Lipke, der als Geschäftsführer des Hamburger Multi-Channel-Versenders „Globetrotter Ausrüstung“ die tägliche Shoppraxis aus eigener Anschauung kennt, sieht neben dem Empfehlungsmarketing weitere umsatzsteigernde Trends im E-Commerce. So stellten Bewegtbilder und Internetfernsehen die Produkte auf ganz neue – und offensichtlich attraktivere – Art und Weise dar. Überdies lobte Lipke als Vorsitzender des Ausschusses E-Commerce im Bundesverband des deutschen Versandhandels (bvh) das Clubkonzept verschiedener Onlineshops. Derartig organisierte Communities erleben aktuell einen wahren Hype. Im Rahmen einer Clubzugehörigkeit erhalten Stammkunden üblicherweise exklusive und limitierte, in der Regel stark vergünstigte Angebote.

Diese Konzepte geben dem E-Commerce fortwährenden Auftrieb. So berichtet neben der ACTA-Untersuchung auch die Anfang November 2008 erschienene bvh-Verbraucherstudie „Distanzhandel in Deutschland“ von einer zunehmend gefestigten E-Commerce-Landschaft. Laut der von TNS Infratest durchgeführten Betrachtung werden die E-Commerce-Kunden hierzulande in diesem Jahr Waren und Dienstleistungen im Gesamtwert von mehr als 19,3 Milliarden Euro ordern. Dies entspräche einem 15prozentigen Wachstum im Vergleich zum Vorjahr. Die umsatzstärkste Warengruppe „Bekleidung, Textilien und Schuhe“, deren online gehandeltes Volumen dieses Jahr 4,6 Milliarden Euro beträgt, wird das Vorjahresniveau in 2008 sogar um mehr als 18 % übertreffen. Somit wurden im vergangenen Jahr in Deutschland aller Voraussicht nach erstmals die Hälfte aller Versandhandelsbestellungen über das Internet getätigt. Der elektronische Bestellweg verweist damit alle analogen Verfahren auf die hinteren Plätze. Zwei Drittel der befragten Unternehmen schätzen die Position des E-Commerce für das laufende Jahr sogar noch besser ein - trotz der zunehmend spürbaren Wirtschaftskrise.

Webhinweis:
http://www.acta-online.de/
http://www.socialmediapreview.de
http://www.versandhandel.org

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Unternehmensinformation / Kurzprofil:

Die mediafinanz AG aus Osnabrück betreut mehr als 11.000 Madnanten aus allen Branchen im Forderungseinzug. Das bundesweit einzige Unternehmen mit TÜV-zertifiziertem Forderungseinzug bietet neben den Inkassodienstleistungen eine breite Palette an Bonitätsauskünften und Ermittlungen an. Als seriöser, verlässlicher und transparenter Partner e-commercebasierter Geschäftsmodelle hat sich das Unternehmen seit seiner Gründung im Jahr 2000 fest etabliert.



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Datum: 15.01.2009 - 13:31 Uhr
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Freigabedatum: 15.01.2009
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Veröffentlichung nur mit Quellennachweis/Verweis auf die mediafinanz AG Osnabrück

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