neues deutschland: Zum Bombenterror in Wolgograd
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Das ist Nähe, nur eine Nacht mit dem Zug - von Wolgograd nach
Sotschi. Dort wird bald Olympia ausgetragen. Die Winterspiele gelten
als liebstes Spielzeug des russischen Präsidenten. Als dessen
Hauptfeinde sind die Islamisten im Kaukasus ausgemacht - zu allererst
und sogar historisch die Tschetschenen. Deren Terroristenanführer
drohte mit Anschlägen. Nun gab es zwei. Hat sich auch noch niemand
bekannt, scheint doch alles so nahe zu liegen. Auch angesichts eines
häufig brutalen Vorgehens Russlands, das Tschetscheniens Hauptstadt
den Namen Grosny gab - Furchtgebietende. Doch nichts erklärt
wahllosen mörderischen Terror gegen unbeteiligte und ahnungslose
Menschen. Keine wie auch immer halbwegs schlüssig zusammengefügte
Begründung taugt irgendwo in der Welt dazu, Menschen mit einem
Gemenge aus Hass und Verachtung, aus Sprengstoff, Schrauben und
Nägeln in die Luft zu jagen und zu zerfetzen. Mögen die Ermittler nun
allen Hinweisen, Überlegungen und vermuteten Motiven als Spur
nachgehen, um die Täter zu jagen, zu stellen und bestrafen zu lassen.
Mögen Politik und Wissenschaft nach Ursachen forschen, um künftiges
Unheil abwenden zu können. Mag es auch Motive und Erklärungen geben,
sie rechtfertigen doch niemals die terroristische Untat. Die
Anschläge von Wolgograd bleiben damit ohne erklärende Nähe zu irgend
etwas und irgendwem. Sie offenbaren nur ihre furchtbare blutige Nähe
zu Terrorakten überall.
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Datum: 30.12.2013 - 17:39 Uhr
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