"Wie weiter im Neuseenland" ?
ID: 1003804
Bürgerbeteiligung gefragt!
"Umweltaktivisten" stürmen Neuseenland(firmenpresse) - Leipzig. "Wie weiter im Neuseenland?" so der Titel eines Artikels in einer Leipziger Tageszeitung vom 9.1.14., nachdem in selbiger Zeitung bereits am 30.12.13 die interessierten Bürger Leipzigs aufgefordert wurden, sich per Telefon beim Grünen Ring Leipzig zu erkundigen, auf welche Weise sie ihr Votum für oder gegen Hausboote auf den Leipziger Gewässern abgeben können - ein etwas hochschwelliges Procedere, um Bürgerwillen ernsthaft in Entscheidungsprozesse mit einfließen zu lassen.
Ende 2012 wurden 11.231 Unterschriften unter einer von NuKLA initiierten Petition gegen kraftstoffbetriebenen Motorbootverkehr auf den Auwaldgewässern und dem Cospudener See an den Petitionsausschuss des Sächsischen Landtages abgegeben mit der leisen Hoffnung, dieser geäußerte Bürgerwille könnte eventuell von den Mitgliedern des Sächsischen Landtages bei der damals noch bevorstehenden Neufassung des Sächsischen Wassergesetzes Berücksichtigung finden. Ein Jahr und ein geändertes Sächsisches Wassergesetz später sind die Bürger aufgefordert, sich zu beteiligen: Auf der Grundlage eines im Sommer novellierten Sächsischen Wassergesetzes, das allen ab 2015 geltenden EU-Richtlinien bezogen auf die zukünftig einzuhaltenden Qualitätsstandards für Oberflächengewässer zuwiderläuft und schon gleich mal von Gesetzes wegen die Tagebaurestseen automatisch nach Entlassung aus dem Bergrecht für schiffbar erklärt (also für befahrbar mit jedwedem Wasserfahrzeug, egal wie schnell, wie laut, wie umweltunverträglich). Die Petition mit ihren Unterschriften wurde zuständigkeitshalber vom Petitionsausschuss an die Landesdirektion Sachsen weitergeleitet mit der Bitte (sic!) "um Beachtung" - was auch immer sich hinter dieser Formulierung verbergen mag. Das heißt: die Landesdirektion Sachsen, ausführendes Organ der Landesregierung, die Sachsen zu einem Eldorado für (ansonsten längst ausgemusterte) kraftstoffbetriebene private Motorboote machen und damit den großen tourismuswirtschaftlichen Aufschwung (im Niedriglohnbereich) bringen will, ausgerechnet diese (Regierungs-)Behörde soll also darüber befinden, ob der Floßgraben und der Cosi mit Jetski und Motoryachten befahren werden sollen oder nicht? Das geltende Sächsische Wassergesetz widerspiegelt den politischen Willen zum Raubbau an den neuen (und alten!) Gewässern. Darüber hinaus kommt selbst in der Potentialanalyse zum heiß diskutierten Wassertouristischen Nutzungskonzept für das Leipziger Neuseeland nicht umhin festzustellen, dass das ganze Konzept sich nur dann trägt, wenn es eine motorbootfähige Verbindung zwischen Leipzigs Norden, der Innenstadt und vor allem den südlichen gelegenen See gibt.
Auf der Basis dieser Tatsachen wird der Bürger eingeladen, sich zu beteiligen. Aber woran, wo das Gesetz doch bereits alles festlegt und eine der Staatsregierung direkt unterstellte Behörde ausführendes Organ ist? Wie will der Grüne Ring, wie will die Stadt Leipzig, wie wollen die betroffenen Kommunen etwas einschränken, das per Gesetz festgelegt ist? Was ist denn dann überhaupt die Intention, wenn vor diesem Hintergrund die BürgerInnen aufgefordert werden, sich zu beteiligen?
11.231 BürgerInnen haben das bereits getan mit einem "Nein" bezogen auf kraftstoffbetriebene private Motorboote und einem " Ja" bezogen auf eine ökologisch und ökonomisch sinnvollere muskel- und windbetriebene touristische und Erholungsnutzung.
Die Wahlen des Leipziger Stadtrates und des Sächsischen Landtages stehen
bevor: man darf gespannt sein, ob den, sich an ihren schönen Naherholungsgebieten erfreuenden WählerInnen klar ist, WIE groß die Bürgerbeteiligung sein müsste, um eine Entscheidung zu verhindern, die - undemokratischer geht es nicht - bereits gesetzlich verordnet wurde.
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Otto-Adam-Straße 14, 04157 Leipzig
Datum: 11.01.2014 - 11:20 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1003804
Anzahl Zeichen: 3822
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Wolfgang Stoiber
Stadt:
Leipzig
Telefon: 01786662454
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Meldungsart:
Anmerkungen:
Diese Pressemitteilung wurde bisher 434 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
""Wie weiter im Neuseenland" ?"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
NuKLA e. V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Offener Brief, aus Anlass der Absage zur Einladung zum 4. NuKLA Auenökologiesymposium durch Amtsleiter Dittmar Im Namen der GRÜNEN LIGA Sachsen und als deren für die Region Leipzig zuständiger Landessprecher schreibe ich Nachfolgendes aus gegebenem Anlass in einem Offenen Brief. Die GRÜNE L
Der Leipziger Auwald - Ein Nachruf ? ...
Der Leipziger Naturschutzverein NuKLA e.V. setzt sich seit vielen Jahren für den Erhalt des Leipziger Auensystems als einzigartiges und mitteleuropäisch bedeutsames Naturjuwel ein. Denn das Ökosystem ist bedroht, zum einen durch zunehmende Austrocknung und touristischen Ausverkauf der Gewäss
OVG Bautzen: bahnbrechendes Urteil zur Forstwirtschaft ...
Das Oberverwaltungsgericht Bautzen hat in Sachen GRÜNE LIGA Sachsen/NuKLA gegen die Stadt Leipzig und deren Forstwirtschaftsplan 2018 das Urteil des Leipziger Verwaltungsgerichtes aufgehoben und wie folgt entschieden: "Der Antragsgegnerin (Stadt Leipzig, Anm. Verf.) wird im Wege der ei
Weitere Mitteilungen von NuKLA e. V.
Mitteldeutsche Zeitung: Zuwandererstreit Linken-Chef Riexinger fordert gleiche Rechte für Deutsche im EU-Ausland ...
Der Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, hat im Streit um Sozialleistungen für Zuwanderer gleiche Rechte für Deutsche im Ausland gefordert. "Wenn wir den Zugang für EU-Ausländer erleichtern, dann muss es für Deutsche im EU-Ausland exakt dieselben Recht geben", sagte er de
Mitteldeutsche Zeitung: Glücksspiel Merkur plant Spielbanken in Günthersdorf und Magdeburg ...
Die Entscheidungen für die zukünftigen Spielbankstandorte in Sachsen-Anhalt sind gefallen. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Sonnabend-Ausgabe). Ein Sprecher der Gauselmann-Gruppe, deren Tochterunternehmen Merkur die Spielbanklizenz vom Land erhalten hatte, bestäti
Rheinische Post: Schäuble: Neuverschuldung wird 2015 auf Null sinken ...
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) geht dank der guten Konjunktur davon aus, dass die Neuverschuldung des Bundes im Jahr 2015 auf Null sinkt. "Wir planen für 2015 eine Neuverschuldung von Null. Die Konjunktur läuft gut", sagte Schäuble der in Düsseldorf erscheinenden &qu
Rheinische Post: Schäuble sagt Griechenland unter strikten Bedingungen weitere Hilfe zu ...
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat Griechenland weitere Hilfe in Aussicht gestellt, wenn es sich an alle Verabredungen hält und seinen Reformprozess fortsetzt. "Wenn Griechenland bis Ende 2015 alle Verpflichtungen erfüllt hat und einen Primärüberschuss im Haushalt erzielt




