Neue OZ: Kommentar zu Theater
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Ulrich Khuon hat den Finger in eine entscheidende Lücke gelegt.
Wer auch immer gegen die angeblich zu großen Theateretats in Kommunen
argumentiert, wenn die Kassen knapp sind, der übersieht gern eines:
Theater sind seit Jahrzehnten zu sehr flexiblen und effizienten
Betrieben geworden. Sie erwirtschaften sich einen guten Teil ihrer
Einnahmen selbst, gehen mit ihrer Produktivität bis hart an die
eigenen Leistungsgrenzen und bewältigen dieses straffe Pensum mit
immer weniger Personal. Auf üppigen Subventionen ruht sich da keine
Bühne mehr aus,
Es besteht also realer Grund für das neue Selbstbewusstsein, von
dem Khuon spricht. Bühnen müssen aus der Abseitsfalle herauskommen,
in die sie hineingeredet wurden. Denn es ist ein erklärter
politischer Wille, der ihre Arbeit mit Zuschüssen unterstützt. Bühnen
haben einen Bildungsauftrag zu erfüllen, der an diese öffentlichen
Gelder geknüpft ist. Deshalb kann und darf nicht der freie Markt
regeln, was auf dem Spielplan steht. Einzelne Bundesländer sollten
wirklich noch einmal über diesen Auftrag nachdenken, wenn sie ihre
Theater finanziell vor die Wand fahren lassen. Aufgaben wiegen nicht
leichter dadurch, dass sie nicht verpflichtend sind.
Christine Adam
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Datum: 21.01.2014 - 22:00 Uhr
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