Deutschland bald wieder A1? / Beim Kreditversicherer Coface auf "positive watch"
ID: 1009386
die Industrieländer im Aufwärtstrend. Insbesondere in den USA hat
sich die Lage der Unternehmen deutlich gebessert. Aber auch
Deutschland bewertet Coface positiv, vor allem wegen des derzeit
kräftigen Konsums. Deshalb steht Deutschland nun in der
Länderbewertung in der zweithöchsten Stufe A2 unter Beobachtung für
eine Aufwertung. Dies gab Coface-Chefökonom Yves Zlotowski bei der
Country Risk Conference des Unternehmens in Paris bekannt.
Während sich die Eurozone 2014 leicht erholen dürfte (+0,9%) und
die USA voraussichtlich kräftig zulegen werden (+2,4%), verläuft das
Wachstum in den Schwellenländern weiter gebremst. In diesem Jahr
werden die BRICS-Staaten gegenüber ihrem durchschnittlichen Wachstum
von 2000 bis 2011 um 2,4 Prozentpunkte zurückliegen. Die private
Nachfrage übersteigt die Kapazität der heimischen Produktion bei
weitem. Hindernisse struktureller Art erschweren Investitionen. Vor
allem die unzureichende Infrastruktur, das immer wieder
problematische Geschäftsumfeld und der Mangel an Fachkräften macht es
Investoren schwer. Auswirkungen auf einzelne Länderbewertungen hat
das derzeit aber noch nicht.
Die Erholung in den Industrieländern verläuft unterschiedlich. In
den USA, deren A2-Bewertung Coface schon im Oktober 2013 unter
Beobachtung für eine Aufwertung in A1 stellte, hat sich die Lage der
Unternehmen weiter gebessert. Die Privatwirtschaft sorgt dafür, dass
die US-Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnt. Die Unternehmen haben
einen hohen Grad an Eigenfinanzierung und niedrige Schulden,
verbuchen Rekordrenditen und investieren stark. Auch die steigende
Nachfrage der privaten Haushalte trägt zum positiven Trend bei.
In Europa registriert Coface für Deutschland und Österreich eine
verbesserte Risikosituation und versieht die A2-Bewertung beider
Länder mit positivem Ausblick. Beide Volkswirtschaften sollten 2014
ein Wachstum von 1,7 Prozent erreichen. Zwar ist die deutsche
Wirtschaft weiterhin abhängig vom Export. Sie kann sich derzeit aber
auch auf den privaten Konsum im eigenen Land stützen. Von der
wirtschaftlichen Belebung beim großen Nachbarn profitiert auch
Österreich, zumal die Arbeitslosenquote niedrig ist und die Zahl der
Insolvenzen, wie in Deutschland, sinkt. Unter den europäischen
Ländern, die Reformen erfolgreich durchsetzen und Kosten senken
konnten, sticht Irland hervor. 2014 dürfte die Wirtschaft um 1,7
Prozent wachsen. Durch die positive Entwicklung in den USA und beim
britischen Nachbarn steigen die Exporte. Auch die Zahlen im
Einzelhandel entwickeln sich gut. Das Vertrauen der Unternehmen und
Haushalte kehrt zurück. Coface setzt Irland in der Länderbewertung
auf A3 herauf.
Ein leichtes Wachstum um ein halbes Prozent erwartet Coface für
Spanien, Italien und Frankreich. Das reicht aber noch nicht, um die
volkswirtschaftlichen Verluste durch Insolvenzen zu kompensieren. "Im
Grunde wäre in Italien ein Plus von 0,8 Prozent, in Frankreich von
1,6 Prozent und in Großbritannien von 2,5 Prozent erforderlich, damit
die Insolvenzen dort deutlich zurückgehen", erklärte Chefökonom Yves
Zlotowski bei der Country Riks Conference.
Pressekontakt:
Coface, Niederlassung in Deutschland
Erich Hieronimus, Pressesprecher
Tel. 06131 / 323-541
erich.hieronimus@coface.com
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Datum: 23.01.2014 - 14:42 Uhr
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