Wenn Kinder auf "Unverständnis" bei den Eltern stoßen
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Überarbeiteter Test zu kindlichen Aussprachstörungen fördert detaillierte Diagnose
„Wir wissen, dass kindliche Aussprachestörungen sehr selten einer genauen Ursache zugeordnet werden können. Oftmals begünstigen aber bestimmte medizinische Voraussetzungen wie Hörstörungen oder Schwerhörigkeit die Sprachschwierigkeiten. Auch eine genetische Komponente kann einen Risikofaktor darstellen,“ erklärt Annette Fox-Boyer, Professorin für Logopädie an der EUFH Rostock. „Allerdings kann ich Angehörige in einem Punkt beruhigen, denn kindliche Aussprachestörungen werden nicht durch das Verhalten der Eltern verursacht“, ergänzt sie.
Die Einschätzung über eine altersgerechte sprachliche Entwicklung ist für Eltern oft schwierig, zu stark sind sie in die Situation eingebunden. In diesem Fall stehen Erzieher als regelmäßige Bezugsperson des Kindes oftmals beratend zur Seite. Denn sie kennen den Betroffenen ebenfalls im Alltag, haben aber gleichzeitig den Vergleich zu Altersgenossen. „Prinzipiell sollten Eltern ihre Kinder zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr, wenn auch natürlich nicht in allen Einzelheiten, verstehen können. Ab einem Alter von drei Jahren sollten Kinder soweit verständlich reden, dass auch Außenstehende ihre Worte begreifen können. Auf jeden Fall gilt, je früher eine Untersuchung bei Verdacht auf Aussprachestörungen durchgeführt wird, desto besser stehen bei einer möglichen Diagnose die Heilungschancen und desto kürzer ist auch die Therapiephase“, erläutert die Expertin für Sprachheilkunde.
Wenn Eltern in Sorge sind, sollten sie zunächst ihren Kinderarzt konsultieren. Die umfassende Untersuchung zum Sprachentwicklungsstand des Kindes wird anschließend durch einen Sprachtherapeuten oder Logopäden durchgeführt. Denn er kann mit den richtigen Testabläufen ein genaues Bild zur Entwicklung des Betroffenen zeichnen. Als ein Standardverfahren in der Diagnostik von Aussprachstörungen bei Kinder hat sich inzwischen die Psycholinguistische Analyse kindlicher Aussprachestörungen (PLAKSS) entwickelt. Diese teilt sich in zwei Formen. Zum einen in das Screening in einer kurzen Untersuchung mit 30 Bildern, welche vom Patienten benannt werden sollen. Bei diesem Teil entscheidet sich, ob eine Diagnostik erforderlich ist. Der anschließende Hauptteil umfasst 100 Wörter, die das Kind aufgrund der entsprechenden Abbildungen bezeichnet. Mit diesem Verfahren können Sprachtherapeuten und Logopäden anschließend entscheiden, ob eine kindliche Aussprachestörung vorliegt.
„Die PLAKSS orientiert sich an aktuellen Normdaten zur Aussprache bei Kindern und kann somit ein umfassendes Bild liefern. Ganz neu haben wir die Neuüberarbeitung PLAKSS-II diesen Monat veröffentlicht, die entsprechende Hürden bei der Diagnostik beseitigt hat“, erklärt Annette Fox-Boyer, die die PLAKSS-II für Pearson Assessment überarbeitet hat. Besonders stolz ist sie auf die Differenzierung im deutschsprachigen Raum. Denn die PLAKSS-II gibt es in den Ausgaben für Österreich, Deutschland und die Schweiz. Dadurch kann bei einer Analyse auf die verschiedenen Dialekte während der Testauswertung besser eingegangen werden.
Aber auch die Therapie der kindlichen Aussprachestörungen ist inzwischen kein Problem mehr. Dank des umfangreichen Forschungsstandes in diesem Bereich hat die Symptomfreiheit stark zugenommen und Therapiezeiten haben sich deutlich verkürzt. Beim frühzeitigen Erkennen zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr kann das Kind sogar symptomfrei eingeschult werden.
Hinweis:
Informationen zu PLAKSS-II finden Interessierte bei der Pearson Assessment & Information GmbH unter: www.pearsonassessment.de.Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
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Datum: 04.02.2014 - 09:25 Uhr
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