UFOP-Tankstellenstudie: Rapsöl bestimmt den Rohstoffmix im Winter (FOTO)
ID: 1016376

(ots) -
Rapsöl ist mit 89 Prozent erwartungsgemäß der wichtigste Rohstoff
des im Dieselkraftstoff enthaltenen Biodieselanteils, gefolgt von
Palmkernöl mit 6 Prozent sowie Palm- und Sojaöl mit 4 bzw. 1 Prozent.
Dies ist das Ergebnis der im Auftrag der Union zur Förderung von Oel-
und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) erneut durchgeführten Untersuchung
der Rohstoffzusammensetzung des Dieselkraftstoffs an öffentlichen
Tankstellen.
Analog zur UFOP-Studie im Sommer 2013 wurden Ende November 2013
deutschlandweit 60 Tankstellen verschiedener Mineralölunternehmen
beprobt. Dabei wurde der Biodieselanteil im Dieselkraftstoff, dessen
Rohstoffzusammensetzung und der Anteil an hydriertem Pflanzenöl (HVO)
bestimmt. Gegenüber der ersten Untersuchung hat der Anteil
Dieselkraftstoffproben ohne Biodiesel von 20 auf 25 Prozent und damit
der Einsatz von HVO zugenommen. Im Gegensatz zu Biodiesel können
hydrierte Pflanzenöle bei der Herstellung chemisch an die
Anforderungen der Winterqualität angepasst werden. Durch die
Analysemethode kann aber keine unmittelbare Schlussfolgerung auf die
Rohstoffzusammensetzung des HVO-Anteils getroffen werden.
Auch für den Nachweis von gebrauchten Abfallölen oder tierischen
Fetten im Biodiesel fehlt bisher eine Analytikmethode. Eine
Abschätzung des Mengenanteils doppelanrechnungsfähiger Biokraftstoffe
war daher im Rahmen dieser Studie nicht möglich. Zur Vorbeugung
möglicher Betrugsfälle fordert die UFOP deshalb erneut die
Beibehaltung der in Deutschland im Vergleich zu anderen
Mitgliedsstaaten strengen Zertifzierungsanforderungen, auch wenn ab
2015 die Treibhausgasquote eingeführt wird. Die UFOP sieht aufgrund
aktueller Studien des Deutschen BiomasseForschungsZentrums (DBFZ)
überdies einen Evaluierungsbedarf bei der Treibhausgasberechnung von
Biokraftstoffe aus Abfallölen und Reststoffen. Diese Rohstoffe
sollten nicht per se wettbewerbsverzerrend mit einem Ausgangswert von
0 gCO2/MJ in die Treibhausgasberechnung einfließen dürfen.
Die UFOP stellt fest, dass der hohe Anteil an Rapsöl in der
Biodieselbeprobung nicht zuletzt auf den Einbruch des Rapsölpreises
nach der Ernte 2013 zurückzuführen ist. Nach Angaben des Agrarmarkt
Informationsdienstes (AMI) ist mit aktuell 700 EUR je Tonne ein
Preisniveau erreicht, bei dem die Verarbeitung von importiertem
Palmöl (638 EUR/t cif Rotterdam - s. UFOP-Markt-Information "Ölsaaten
und Biokraftstoffe" 02/2014) nicht zwingend wirtschaftlich ist.
Außerdem wirkt die Erhebung von Strafzöllen auf Biodiesel gegenüber
Indonesien und Argentinien mindernd auf die Importe aus diesen
Ländern. Die verstärkte Nachfrage der heimischen bzw. europäischen
Biodieselindustrie nach europäischem Rapsöl hat bisher allerdings
keine positive Richtungsänderung beim Rapsölpreis auslösen können.
Grund dafür ist offenbar die weltweit große Angebotsmenge an
Pflanzenölen.
Die aktuelle UFOP-Tankstellenstudie kann unter www.ufop.de
abgerufen werden.
Pressekontakt:
UFOP e. V.
c/o WPR COMMUNICATION
Norbert Breuer
Saarbrücker Straße 36
10405 Berlin
Tel.: 030/440388-0
Fax: 030/440388-20
E-Mail: info@ufop.de
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Datum: 07.02.2014 - 11:15 Uhr
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